Mehrere Jahre Gefängnis

Fast sieben Jahre nach der Tat: Mann aus Bönen für brutalen Raubüberfall verurteilt

Angeklagter Landgericht Dortmund Verteidigerin Ina Klimpke
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Gegen seine Verurteilung möchte der 45-jährige Bönener Revision beim Bundesgerichtshof einlegen. Das kündigte seine Verteidigerin Ina Klimpke (links) an. 

Harte Strafe für den brutalen Räuber von der Maria-Terwiel-Straße: Das Dortmunder Landgericht hat den 45-jährigen Mann aus Bönen am Mittwoch zu neun Jahren Haft verurteilt.

Dortmund/Bönen - Nach zweistündiger Beratungsdauer verkündete der Vorsitzende Richter Dirk Kienitz nicht nur das Strafmaß, er sagte außerdem sofort: „Wir haben keinen Zweifel, dass der Angeklagte der Täter ist.“ Zwar hatte der 45-Jährige in seinem letzten Wort vor der Beratungspause noch einmal seine Unschuld beteuert. Eine Vielzahl von Indizien sprechen jedoch eine andere Sprache.

Staatsanwältin Sandra Lücke hatte diese in ihrem Plädoyer noch einmal zusammengefasst und war danach ebenfalls zu dem Schluss gekommen: Der brutale Überfall auf ein Ehepaar an der Maria-Terwiel-Straße am 25. April 2014 kann nur von dem Angeklagten verübt worden sein.

Angeklagter durch Ex-Freundin schwer belastet

Da ist zum einen die Ex-Freundin des Angeklagten, die im vergangenen Sommer bei der Polizei schwere Anschuldigungen erhoben hat. Die Frau erinnerte sich in ihrer Aussage noch genau an den Tattag vor fast sieben Jahren und wusste zu berichten, dass sie damals für ihren Freund urplötzlich zwei fremde Autoschlüssel verschwinden lassen sollte. Die Zeugin sagte außerdem, dass an diesem Abend im Kamin ein Feuer gebrannt habe, mit dem der Angeklagte offenbar einen Baseballschläger und dunkle Kleidungsstücke vernichten wollte. Eine solche Schlagwaffe war bei dem Raubüberfall auf das Ehepaar zum Einsatz gekommen.

Die Richter stützten ihr Urteil aber zum anderen auch auf Ermittlungsergebnisse, die die Polizei gesammelt hatte. Auf dem Computer des 45-Jährigen waren nach dessen Festnahme im Sommer die Online-Suchanfragen aus dem Jahr 2014 wiederhergestellt worden. Und siehe da: In den Wochen vor der brutalen Tat hatte der Mann im Internet nach Baseballschlägern recherchiert, Kabelbinder bestellt und sich nach Möglichkeiten erkundigt, eine Gesichtsmaske selbst anzufertigen. Bei dem Überfall hatte der Räuber die Eheleute stundenlang in seiner Gewalt gehabt und versucht, an die Geheimnummern ihrer EC-Karten zu gelangen.

Verteidigung will Revision einlegen

Außerdem hatte er das gesamte Haus durchwühlt und zum Schluss sogar mehrere Marken-Polohemden des Opfers mitgehen lassen. Dass die Polizei den zur Flucht genutzten Wagen des Überfall-Opfers nur wenige Hundert Meter vom Tatort aufgefunden hatte, sorgte damals für Kopfschütteln. Heute weiß man: Der Angeklagte wohnte in unmittelbarer Nachbarschaft der Maria-Terwiel-Straße.

Gegen das Urteil wird der 45-Jährige nun Revision beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe einlegen. Das kündigte Verteidigerin Ina Klimpke am Mittwoch an.

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