Fahrräder, Schlüssel und ein Gebiss: Einblicke ins Bönener Fundbüro

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Immer wieder werden herrenlose Fahrräder bei der Gemeinde gemeldet. Der Bauhof erhält den Auftrag, die Räder einzusammeln. Sie werden dann in einem Raum des Rathauses untergebracht.

Bönen – Fahrräder, Schlüssel, Handys oder sogar ein Gebiss – viele Alltagsgegenstände sammeln sich mit der Zeit im Bönener Fundbüro an. Mit etwas Glück können Bönener ihre verlorenen Gegenstände dort wiederfinden.

Sabine Schilling, Mitarbeiterin des Bürgerbüros, kümmert sich regelmäßig um die Fundsachen. „Am häufigsten werden Schlüssel oder Geldbörsen im Fundbüro abgegeben“, sagt sie. Doch wer hofft, den Inhalt der Geldbörse wiederzubekommen, wird meistens enttäuscht. „Die Portemonnaies, die wir bekommen, sind aber meistens leer, also das Bargeld fehlt.“ 

Trotzdem ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die verloren gegangene Geldbörse wieder zu ihrem ursprünglichen Besitzer zurückkehrt. „Wenn Ausweisdokumente oder Bankkarten auf den Besitzer hinweisen, versuchen wir, ihn zu kontaktieren.“ Bei herrenlosen Schlüsseln sieht das Vorgehen etwas anders aus. 

Hierbei muss der Besitzer selbst auf das Fundbüro zugehen, um seinen Schlüssel wiederzubekommen. „Das ist ganz unbürokratisch. Eine ausführliche Beschreibung des Schlüssels reicht aus, damit wir den Schlüssel herausgeben.“ 

Laptop aus Frankreich

Daher müsse kein zusätzlicher Beweis erbracht werden, dass man auch wirklich der Besitzer des Schlüssels ist. Weitere Alltagsgegenstände, wie Handys, Hörgeräte und Fahrräder kommen mit der Zeit in der Sammelstelle zusammen. Für die Drahtesel gibt es sogar einen separaten Lagerraum. Schließlich bieten die Büroräume nur wenig Platz für die vielen Fahrräder. 

Sabine Schilling ist die Herrin der Schlüssel im Fundbüro.

Neben den alltäglichen Funden gab es in den vergangenen Jahren auch einige kuriosere Fälle. „Einmal wurde ein Gebiss abgegeben“, verrät Schilling. Außergewöhnlicher war nur der Fund eines Firmen-Laptops, der anscheinend von einem Geschäftsreisenden vergessen wurde. „Als die blaue Laptoptasche bei uns abgegeben wurde, haben wir in der Tasche den Namen einer französischen Firma gefunden.“ 

Das Fundbüro benachrichtigte die Firma, die sich über die Nachricht freute. Doch die Tasche mit dem Gerät liegt immer noch in Bönen. Wann oder ob sie abgeholt wird, bleibt abzuwarten. Genau wie der Firmenlaptop verbleiben einige Sachen im Fundbüro. Häufig käme es vor, dass sich der ursprüngliche Besitzer nicht meldet. 

Versteigerung am Donnerstag

Wenn nach einem halben Jahr das Fundstück immer noch nicht abgeholt wurde, darf es der Finder behalten. Falls dieser auch kein Interesse hat, wird es versteigert. 

Der Erlös kommt der Gemeindekasse zugute. Die nächste Versteigerung ist am Donnerstag. „Die Auktion findet nur alle zwei Jahre statt. Da wir nun ein neues Rathaus haben, haben wir uns entschieden, die Auktion am 17. Oktober draußen vor dem Rathaus durchzuführen. 

Die Leitung übernimmt ein Vollziehungsbeauftragter der Gemeinde.“ Falls das Wetter nicht mitspiele, werde man in die Räume des Rathauses ausweichen. Wer dringend ein neues Fahrrad braucht, sollte vorbeischauen. Denn Sabine Schilling verrät vorab: „Es werden 15 Fahrräder versteigert.“

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