Externer Gutachter soll Konzept für Bönener Sportstätten erstellen

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Der TVG Flierich-Lenningsen denkt darüber nach, den Spielort am Butterwinkel aufzugeben, weil hier nicht einmal Umkleidekabinen oder sanitäre Anlagen vorhanden sind.

Bönen - Die Gemeinde soll ein Sportstättenentwicklungskonzept erstellen. Die Verwaltung schlägt vor, ein externes Expertenbüro mit der umfangreichen Datenerfassung zu beauftragen.

„Bereits 2017 haben wir einen Sportstättenbedarfsplan gefordert, der alle Sportstätten und ihren Zustand, aber auch die demografische Entwicklung darstellt. Wir begrüßen sowohl die von der Verwaltung erarbeitete Vorlage dazu, als auch den Antrag der SPD“, nahm der Vorsitzende des Gemeindesportverbandes, Dirk Presch, Stellung im Ausschuss für Familie, Sport und Kultur. 

Beide Vorlagen seien in der Stoßrichtung gleich, allerdings sei die Vorlage der Verwaltung umfassender, weil sie nicht nur die Fußballplätze der Gemeinde einbeziehe, sondern alle Sportstätten miteinbeziehe. Zudem kommt die Verwaltung zu dem Schluss, dass ein umfassendes Konzept von einem externen Büro erstellt werden sollte. „Ich bitte, der Verwaltungsvorlage zu folgen, allerdings unter besonderer Berücksichtigung der Fußballplätze“ so Presch, „weil sie dringend eine Sanierung brauchen.“ 

"Zwei Sportplätze und vier Mannschaften" - soll gelost werden?

Die Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) habe bekanntlich vorgeschlagen, die Zahl der Sportplätze um 50 Prozent zu reduzieren, um Kosten einzusparen. Das sei in der Theorie eine Lösung, in der Praxis aber nicht durchführbar.  „Zwei Sportplätze und vier Mannschaften – die müssen dann Lose ziehen, um festzulegen, wer spielen darf? Ich appelliere an den gesunden Menschenverstand, dass wir es als vorrangig betrachten, einen ordnungsgemäßen Spielbetrieb garantieren zu können.“ 

Wer vorschlage, die Sporthallen in der Gemeinde zu reduzieren, möge einmal zu der Sitzung kommen, wenn der Gemeindesportverband die Hallenzeiten vergibt. „Die Hallen sind voll – vormittags findet Schulsport, nachmittags Vereinssport statt. Es kann nicht unser Ziel sein, die Sportaktivitäten in Bönen zu reduzieren.“ 

„Der Fußballsport muss und wird eine besondere Aufmerksamkeit erfahren“, betonte Bürgermeister Stephan Rotering aus Sicht der Verwaltung. „Wir sind bereits in Gesprächen mit den einzelnen Vereinen.“ 

Konzept könnte 20 000 Euro kosten

Aus Sicht der Verwaltung sei es nicht nur wichtig, den Fußballsport in den Fokus zu nehmen, sondern auch andere Sportbereiche. „Wir wollen die Sportvereine vor Ort unterstützen und ein breit gefächertes Angebot möglich machen. Dazu ist es aus unserer Sicht wichtig, die Infrastruktur genau zu beleuchten.“ 

Da für ein langfristig gültiges Sportstättenentwicklungskonzept auch zahlreiche Daten etwa über die Nutzerstruktur erhoben werden müssten, sollte das von einem externen Institut erstellt werden. Ute Brüggenhorst (SPD) befand, dass die Verwaltung die Daten für den Sportstättenbedarfsplan selbst zusammentragen könne. So könnten die für die Erarbeitung des Konzepts veranschlagten rund 20 000 Euro eingespart und in Ausstattung investiert werden. 

Helge Meiritz (CDU) begrüßte die Vorlage der Verwaltung. „Wir müssen selber gucken, was wir von den GPA-Vorschlägen umsetzen wollen.“ Ob es sinnvoll sei, ein externes Büro zu beauftragen, darüber will die CDU-Fraktion noch einmal beraten. 

„Für ein verlässliches Sportstättenentwicklungskonzept ist es erforderlich, ein großes Datenvolumen im Gespräch mit den Vereinen zu erheben und die künftigen Strukturen auszuloten“, machte Rotering deutlich. Das sei in dem nötigen Umfang von der Verwaltung nur schwer zu leisten. „Es wäre wichtig, wenn das finanzielle Budget dafür zur Verfügung gestellt würde.“ Die Vorlage wurde ohne Empfehlung an den Hauptausschuss verwiesen.

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