Christopher II. geht es Pfingsten in Lenningsen an den Kragen

Gleich an ihrem ersten aktiven Tag in Schützenuniform waren die neuen Vereinsmitglieder Tom Pfeiffer (links) und Frederic Drüke zur Vogelwache abgestellt worden.
+
Gleich an ihrem ersten aktiven Tag in Schützenuniform waren die neuen Vereinsmitglieder Tom Pfeiffer (links) und Frederic Drüke zur Vogelwache abgestellt worden.

Bönen - Viel Spaß hatten die Mitglieder des Schützenvereins Bramey-Lenningsen-Flierich am Wochenende bei ihrer Vogeltaufe. Traditionell geschieht dies nämlich im Rahmen eines ganz besonderen Spektakels – und dabei erfuhren die Schützen etwas, was sie längst vergessen hatten.

Zunächst hatten sich die Mitglieder in ihrer Schützenuniform im Vereinslokal Böinghoff versammelt, um nochmals kurz organisatorische Dinge mit Blick auf das große Schützenfest am Pfingstwochenende zu besprechen. Dann hieß es Antreten zum Abmarsch. Rund 70 Schützen zogen in Reih und Glied von Flierich nach Lenningsen, wo die Gastgeber Friedrich-Wilhelm und Iris Rademacher bereits auf die Grünröcke warteten.

Zunächst wurde exerziert und zur Marschmusik des Spielmannszugs geübt und geprobt, dann wurde der Tag für die Schützen zu einem „Kindergeburtstag für Große“. Aufgeteilt in mehrere Mannschaften stellten sie sich den An- und Herausforderungen diverser Spiele. So musste beispielsweise der Korken von geöffneten Bügelverschluss-Bierflaschen per Fingerschnipp wieder auf den Flaschenhals transportiert werden und beim Backgammon wurden die Steine kurzerhand gegen Maßkrüge ausgetauscht. „Die Teams konnte man auch gut unterscheiden: Die einen hatten angemalte Nasen, die anderen ein buntes Ohr“, schilderte Vereinsvorsitzender Detlev Schlieper den Spaß. Und damit sich alle mächtig ins Zeug legten, drohte ein außergewöhnlicher „Preis“: Die Verlierer mussten am nächsten Morgen die Toiletten reinigen.

Im Rahmen einer amerikanischen Versteigerung erhielt Christopher Picker den Zuschlag, dem Vogel einen Namen zu geben. Und er taufte ihn Christopher II. Hatte es tatsächlich schonmal einen Christopher gegeben?, fragten sich die Schützen ungläubig. Daran konnte sich nur einer erinnern. Der Taufpate selbst. Als Kind hatte er nämlich schon einmal die Ehre gehabt, einen Schützenvogel zu taufen. Und auch vor rund 20 Jahren wählte er den eigenen Namen für das hölzerne Federvieh.

Ein Knöpfchendruck genügt zum Festauftakt

Zu Pfingsten wird es „Christopher II.“ an den Kragen gehen: Am Freitag werden die Schützen der Reihe nach auf ihn anlegen und um die Königswürde eifern. Zu Beginn wird dem Publikum dabei eine Premiere geboten: Weil der Schützenverein seine Vogelstange mit einem elektrischen Antrieb versehen hat, kann der Vogel vor Beginn des Schießens vor aller Augen hochgezogen werden. „Früher brauchte man einen Trecker, Leute auf Leitern und viel Zeit dafür, heute brauchen wir nur noch ein Knöpfchen drücken“, erklärt Schlieper. „Das können wir dann auch als besonderen Moment nutzen, wenn alle auf der Vogelwiese angetreten sind.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare