Evangelische Kirche Bönen sucht Kandidaten für Presbyterwahl

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Die Alte Kirche gehört zu den prägenden Gebäuden der Gemeinde. Wie es mit der Evangelischen Kirche als Institution weitergeht, darüber entscheiden auch die Presbyter, die im nächsten Jahr gewählt werden.

Bönen – „Das wird auf jeden Fall spannend!“ hieß es auf der großen Leinwand, die Pfarrer Joachim Zierke im Martin-Luther-Haus zur Information über die anstehende Presbyterwahl benutzte. Spannend, weil die evangelische Kirchengemeinde vor wichtigen Richtungsentscheidungen steht.

Diese mitzugestalten wäre Aufgabe des neuen Presbyteriums. Die Begeisterung, für dieses Ehrenamt zu kandidieren, hält sich indessen noch in Grenzen.

Gerade einmal neun Interessenten waren zu dem Informationsabend erschienen – und halfen direkt mit, die Wahl im Pfarrbezirk 2 (Bönen, Bramey, Lenningsen, Flierich, Osterbönen, Westerbönen und Pedinghausen) vorzubereiten. In beiden Bönener Pfarrbezirken sollen am 1. März jeweils acht Frauen oder Männer in das Presbyteramt gewählt werden. 

Zwei Amtsinhaber scheiden im Pfarrbezirk 2 aus, aber derzeit gibt es nur einen neuen Kandidaten. Immerhin einigte man sich darauf, noch drei Personen anzusprechen, von denen man sich das erhoffte Engagement vorstellen könnte. Mindestens zehn sollten es jedenfalls sein. „Eine Wahl mit neun Kandidaten ist immer sehr unglücklich“, erläuterte Pfarrer Zierke. 

Mindestens zehn Kandidaten sind erwünscht

Ganz einfach weil es bitter sei, als einziger in einem solchen Verfahren nicht gewählt zu werden. Um diese Situation zu vermeiden, wäre es aber auch noch möglich, sich mit dem Pfarrbezirk 1 über einen Kandidatentausch zu verständigen. Wenn sich zum Beispiel die Situation ergeben sollte, dass in beiden Bezirken nur jeweils neun Vorschläge vorliegen, könnte man eine Kandidatin / einen Kandidaten überreden, im anderen Bezirk anzutreten. 

Dann müsste in einem Bezirk gar nicht gewählt werden, und im anderen gäbe es auch keinen einzelnen „Verlierer“. Wählbar sind grundsätzlich alle Gemeindemitglieder, die am Wahltag mindestens 18 und noch nicht 75 Jahre alt sind; wählen dürfen alle Gemeindemitglieder, die mindestens 14 Jahre alt sind. 

Drei Geistliche gehen in Ruhestand

Die neuen Presbyter werden für vier Jahre gewählt – und in diesen vier Jahren wird sich die Kirchengemeinde an verschiedenen Punkten neu erfinden müssen. Vor allem, weil bis 2023 wahrscheinlich drei der vier Geistlichen (Susanne Krämer-Puzicha, Detlef Belter und Thomas Melloh) aus dem aktiven Dienst ausscheiden werden. Nur Pfarrer Zierke bleibt voraussichtlich im Amt – und wird durch einen neu zu wählenden Pfarrer oder eine Pfarrerin unterstützt. Aus derzeit noch praktisch drei Pfarrstellen werden somit zwei. 

Einen solchen Aderlass habe „es in dieser Größenordnung noch nicht gegeben“, stellte Pfarrer Zierke auf der Infoveranstaltung fest. Vielleicht müsse in diesem Zusammenhang dann auch die Gemeindearbeit der Pfarrer neu organisiert werden. Bisher läuft alles nach dem Prinzip: Jeder ist in seinem Pfarrbezirk für alles zuständig. Denkbar und vielleicht günstiger sei es jedoch, die Arbeit der beiden Pfarrer nach Sachgebieten zu ordnen.

Frist für Kandidaten läuft am 29. November ab

Etwa nach dem Prinzip: Einer kümmert sich zum Beispiel um Jugendarbeit und Kindergärten, der oder die andere dann um Senioren und Projektarbeit. Ein konkretes Konzept gibt es noch nicht – die Entwicklung eines solchen Konzepts wäre aber in jedem Fall von den neu gewählten Presbytern mitzugestalten. Auch über ihre Gebäude muss die Gemeinde nachdenken, betonte Pfarrer Zierke: „Wir müssen darüber nachdenken, was wir halten und was wir uns leisten können. Wie nutzen wir die Gebäude, die wir noch haben und wo stecken wir vielleicht noch Geld hinein?“ 

Auch hier sei eine Konzentration inhaltlicher Schwerpunkte in den einzelnen Gemeindehäusern möglich. Viel zu tun also für das neue Presbyterium. Vorschläge für weitere Kandidaten können noch bis zum 29. November gemacht werden. Läuft alles glatt, gibt es dann Anfang Januar einen endgültigen Wahlvorschlag. 

Sollte es in einem der beiden Wahlbezirke nur acht Kandidaten geben, können diese auch ohne Wahl ins Amt gelangen. Am 15. März jedenfalls wird der Gemeinde mitgeteilt, wer in den nächsten vier Jahren die Gemeinde in dem „spannenden“ Prozess der Erneuerung mitgestaltet.

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