1. wa.de
  2. Lokales
  3. Bönen

„Es tut mir unfassbar leid“: Fahrer (29) zeigt nach schwerem Unfall Reue

Erstellt:

Von: Sylvia Mönnig

Kommentare

Bei dem Unfall auf der Pelkumer Straße wurden drei Menschen schwer verletzt.
Bei dem Unfall auf der Pelkumer Straße stießen die beteiligten Fahrzeuge frontal zusammen. © Zimmermann

Im Herbst kam es in Bönen zu einem schweren Unfall mit drei Verletzten. Der Verursacher stand nun wegen fahrlässiger Körperverletzung vor Gericht. Dort suchte der 29-Jährige vergeblich nach dem Grund für die Kollision. In seinem Fall setzte das Gericht die Geldstrafe letztlich zur Bewährung aus.

Bönen/Unna – Mit einer Arbeitskollegin war der Mann aus Hamm am 3. November auf der Pelkumer Straße unterwegs, als sein Wagen plötzlich in den Gegenverkehr geriet und es dort zum Zusammenstoß mit einem anderen Fahrzeug kam. Die Fahrerin des fremden Autos und er selbst trugen zahlreiche Frakturen davon und kämpfen noch heute mit den Folgen ihrer Verletzungen. Die Kollegin des 29-Jährigen zog sich Prellungen zu und leidet nach dem Unfall unter einer posttraumatischen Belastungsstörung. Nach dem Crash entstand der Verdacht, dass der spätere Angeklagte bei der damals vorherrschenden Witterung zu schnell fuhr.

Schock und Bedauern

Für ihn, das stellte sich jetzt im Prozess vor dem Amtsgericht Unna direkt nach Verlesung der Anklageschrift heraus, lag das Geschehen an dem Tag im November buchstäblich im Dunkeln. Er, so betonte er, wisse nicht mehr viel und könne auch nicht mehr sagen, ob es in dem Moment geregnet habe. Er sei im Krankenhaus wieder zu sich gekommen. An sich, so gab er an, kenne er die Strecke gut, da er sie täglich fahre. Schock und Bedauern saßen tief: „Es tut mir sehr leid, dass die beiden Frauen verletzt wurden. Ich bin froh, dass sie nicht noch schwerer verletzt wurden.“

Massive Verletzungen

Eine Erklärung für den Unfall hatte auch die Fahrerin des anderen Wagens nicht und ihr fehlte ebenfalls die Erinnerung. Vorher sei alles wie immer gewesen, vielleicht sei die Straße etwas feucht gewesen. Eine besondere Gefahrenstelle sei die Örtlichkeit nicht. Sie wurde so massiv verletzt, dass sie noch immer beeinträchtigt ist und Schmerzen hat. Sie hoffe auf Besserung – aber: Ob es die gebe, sei unklar. Ihre Aussage nutzte der Angeklagte, um sich persönlich bei ihr zu entschuldigen: „Es tut mir unfassbar leid.“

Plötzlich gerutscht

Die Beifahrerin des 29-Jährigen erinnerte sich danach im Zeugenstand, dass sich vor dem Unfall nichts Ungewöhnliches ereignet habe. Sie seien aus einer Kurve gefahren, plötzlich sei der Wagen gerutscht und in den Gegenverkehr geraten. Bei ihr, die vor allem mit seelischen Folgen kämpfen muss, leistete der angeklagte Kollege bereits im Vorfeld der Verhandlung Abbitte. Zwischen ihnen, so betonte die junge Frau, sei alles in Ordnung.

300 Euro für die Tafel

In dem Fall, so das Fazit des Richters, seien viele ungünstige Dinge zusammengekommen. Sicherlich habe der Verursacher etwas falsch gemacht. Jedoch glaube er nicht, dass es sich bei ihm um einen Verkehrsrowdy handele. Der Richter verwies auf das leere Strafregister des Angeklagten und die Tatsache, dass er selbst schwer verletzt wurde. Er verwarnte den Mann, behielt sich die Verurteilung zu 300 Euro Geldstrafe für zwei Jahre vor und legte ihm auf, 300 Euro Geldbuße zugunsten der Tafel in Unna zu zahlen.

Auch interessant

Kommentare