Erstes Training nach acht Wochen: Fitnessstudio in Kamen wieder geöffnet

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Sebastian Giebel und Lee-Ann Weber sind froh, endlich wieder an den Geräten im Studio trainieren zu können.

Kamen – Sport und insbesondere Krafttraining ist Sebastian Giebel wichtig. Normalerweise trainiert er sechs Mal pro Woche im Redfitness in Kamen. Doch dann, Mitte März, wurde das Studio aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen – wie alle Sporteinrichtungen im ganzen Land. Gestern konnten die Studios jedoch wieder öffnen, und natürlich nutzte der 21-Jährige die Möglichkeit, endlich wieder an der Gutenbergstraße zu trainieren.

„Für mich ist alles beim Alten“, freute sich Sebastian Giebel. Er kam gestern Nachmittag gemeinsam mit seiner Freundin Lee-Ann Weber ins Fitnessstudio. „Ich habe zwar die ganze Zeit zu Hause etwas gemacht, bin gelaufen und habe auch versucht, mir noch ein paar Trainigsgeräte zuzulegen, aber das ist einfach nicht das Gleiche“, sagte der Kamener. Ihm fehlte allein schon das kurze Schwätzen mit den Trainern. Die stellen zumindest gestern Nachmittag fest, dass sich die Besucher dort brav an die vorgegebenen Abstands- und Hygieneregeln halten. „Sonst müssen wir sie auch nach Hause schicken“, machte Trainer Patrick Stollecki deutlich.

Um es den Sportlern einfacher zu machen, haben die Mitarbeiter in dem Studio einiges vorbereitet: Geräte wurden auseinandergerückt, einige sogar gesperrt, damit zwischen den Sitzflächen mindestens 2,50 Meter Abstand gegeben sind. Außerdem wurden der Getränkespender, die Duschen und das Solarium abgestellt, die Spinde in den Umkleideräumen versperrt. 

Im Eingang zum Studio steht eine Flasche mit Desinfektionsmittel. Jeder, der hinein oder hinausgeht, wird von den Mitarbeitern darauf hingewiesen, sich die Hände zu desinfizieren. 

Der Zutritt an der Gutenbergstraße ist zudem so geregelt, dass nicht mehr Mitglieder gleichzeitig trainieren können, als Plätze an den Geräten vorhanden sind. „Das bedeutet, dass es zu einem Einlass-Stop kommen kann, wenn eine bestimmte Anzahl an Mitgliedern erreicht ist“, bedauert Jan Rozanka, der die drei Redfitness-Studios in Kamen, Schwerte und Lüdenscheid betreibt. Er rät den Aktiven, hochfrequentierte Zeiten zu meiden. „Tagsüber ist es eigentlich kein Problem. Zwischen 17 und 20 Uhr herrscht hier aber Hochbetrieb“, wusste dazu Marvin Ricke. Dann dürfen die Sportler maximal eine Stunde trainieren, um auch anderen die Chance zu geben, an die Geräte zu kommen. 

Nur Schuhwechsel in den Umkleidekabinen möglich

Die Umkleidekabinen im Redfitness dürfen vorerst nur dazu genutzt werden, die Straßenschuhe gegen die Sportmodelle zu tauschen. „Da sind wir strenger, als die Landesverordnung es vorsieht. Aber wir können ja schlecht Mitarbeiter in die Umkleidekabinen stellen, die kontrollieren, ob sich die Leute dort an die Hygiene- und Abstandsvorschriften halten“, erklärte Jan Rozanka. Umziehen sollen sich die Besucher deshalb zu Hause und auch keine Wertgegenstände mit ins Studio bringen. „Wir haben aber schon eine Idee, wie wir die Umkleidekabinen demnächst auch wieder öffnen können“, so der Geschäftsführer. 

Er und seine Mitarbeiter überlegen derzeit weiter, wie sie den Kursbetrieb wieder aufnehmen können. Noch müssen die Mitglieder jedoch auf Aerobic, Zumba, Pilates und Co. verzichten, bis ein geeignetes Konzept steht. 

Umstellen müssen sich die Sportler zudem beim Umgang miteinander. Immerhin kennen sich viele seit Jahren, trainieren Seite an Seite und unterstützen sich dabei auch gegenseitig. Händeschütteln oder gar eine herzhafte Umarmung zur Begrüßung sind aber momentan nicht drin, egal wie sehr sich die Trainingspartner über das Wiedersehen freuen. 

Gefragt sind auf jeden Fall das Verständnis und die Mithilfe der Mitglieder: Sie müssen die Kontaktflächen der Sportgeräte nach jedem Gebrauch desinfizieren. Bisher war das nur bei den Kardiogeräten erforderlich. Außerdem sollten sie ein zweites Handtuch mitbringen, um die Flächen abzudecken. Während die Trainer jeweils einen Mund-Nasen-Schutz tragen müssen, dürfen die Besucher aber zumindest ohne „Maske“ schwitzen. 

Mitglieder müssen Regeln beachten

Es sind also eine Menge Regeln, die nun beim Training beachtet werden müssen. „Für uns ist jetzt aber das Wichtigste, den Betrieb aufrecht zu erhalten. Wir hoffen daher sehr, dass sich die Mitglieder entsprechend verhalten und alles so funktioniert, wie es vorgegeben ist“, wünschte sich Jan Rozanka. 

Für die Einschränkungen und die wochenlange, verordnete Schließung will er seine Mitglieder später entschädigen, zum Beispiel durch Gutschriften. „Es gibt da verschiedene Modelle. Darüber machen wir uns im kommenden Monat Gedanken“, kündigt er an. „Für uns ist das jetzt wie ein kompletter Neustart. Wir sind erst mal unglaublich froh, dass es wieder weiter geht, auch wenn wir vor großen Herausforderungen stehen und weiterhin stehen werden.“

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