Großes Neubauprojekt

Erste Mieter ziehen ins neue Forum am Gleis in Bönen

Forum am Gleis Bönen
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Architekt Klaus Filbert (Mitte) und die Bankvorstände Oliver Drave (links) und Jürgen Müller freuen sich, dass die Handwerker alles dran gesetzt haben, um coronabedingte Verzögerungen aufzuholen. Zum 1. Mai können die Arztpraxis, die Polizei-Außenstelle und das Pflegezentrum übergeben werden

Die Lücke ist geschlossen. Dort, wo früher der Gasthof Pohlmann seine Besucher bewirtet hat, steht jetzt das Forum am Gleis. Die Volksbank Bönen, die das Gebäude als Renditeobjekt errichten ließ, hat bereits die ersten Gewerbeeinheiten übergeben.

Bönen – Vier der zehn Klingelschilder am Eingang zum neuen Forum am Gleis sind bereits beschriftet. Die ersten Mieter sind also schon eingezogen. Nach einer rund 21-monatigen Bauzeit und mit einer Verzögerung von knapp vier Wochen steht der Neubau jetzt kurz vor der Fertigstellung.

Die Praxis von Dr. Thomas Schockenhoff empfängt bereits am Montag die ersten Patienten an der neuen Adresse direkt an der Schranke. „Nach Ostern sind wir umgezogen“, erzählt der Augenarzt. Alle Spezialgeräte aufzubauen und die Räume entsprechend herzurichten, dauert nun mal eine Weile. Gelungen ist es aber, stellt Schockenhoff zufrieden fest. Er kann seine Patienten künftig auf geräumigen 180 Quadratmetern behandeln, ein Fahrstuhl bringt auch weniger mobile Menschen bequem zu den Praxisräumen in der ersten Etage des Gebäudes.

In der neuen Praxis von Augenarzt Dr. Thomas Schockenhoff werden ab Montag Patienten behandelt.

Im Erdgeschoss hat hingegen die Polizei ihre Außenstelle eingeräumt. Ebenfalls ab der kommenden Woche können die Bönener ihre Anliegen dort vorbringen.

Bahnlärm bleibt draußen

Das Bönener Pflegezentrum Cakir bekommt am Donnerstag die Schlüssel für seine stationäre Einrichtung auf circa 1000 Quadratmetern in der Ortsmitte. Die 15 Zimmer für intensivpflegebedürftige Menschen sind bezugsfertig, dazu kommen die Personal- und Aufenthaltsräume sowie eine Mitarbeiterwohnung. „Technisch ist dieser Bereich auf dem allerhöchsten Stand“, berichtet Jürgen Müller von der Volksbank als Bauherr. „Die Ausstattung entspricht einem modernen Krankenhaus“, so der Bankvorstand.

Einzug ins Forum am Gleis in Bönen

Einzug ins Forum am Gleis in Bönen
Einzug ins Forum am Gleis in Bönen
Einzug ins Forum am Gleis in Bönen
Einzug ins Forum am Gleis in Bönen
Einzug ins Forum am Gleis in Bönen

Jedes Zimmer hat ein eigenes, barrierefreies Bad, bekommt eine eigene Waschmaschine und eine Hochgeschwindigkeitsinternetverbindung. „Wir haben beim Bau alle Vorgaben des Wohn- und Teilhabegesetztes umgesetzt“, gibt auch Architekt Klaus Filbert aus Hamm an. Alle Sicherheitsaspekte, zum Beispiel die Installation einer Brandmeldeanlage und Evakuierungspläne, seien darüber hinaus beachtet worden. Es gibt sogar einen Bettenaufzug ausschließlich für das Pflegezentrum.

Zwei Aufzüge sorgen für Barrierefreiheit.

An der Ausstattung hat die Volksbank offensichtlich nicht gespart. Türen, technische Ausstattung, Böden und Weiteres haben augenscheinlich eine sehr gute Qualität. Besonders wichtig ist Bankvorstand Oliver Drave aber noch etwas: „Hören Sie etwas?“, fragt er etwa beim Rundgang durch den Neubau. Tatsächlich: Während sich draußen die Bahnschranken schließen und ein Güterzug mit etlichen Containern an den Fenstern vorbeifährt, ist drinnen so gut wie nichts zu hören. „Wir haben eine Dreifachverglasung mit Schallreflexion eingebaut“, berichtet Jürgen Müller. Das spart zudem noch Heizkosten. Für frische Luft soll hingegen eine Lüftungsanlage sorgen, der Strom vom Dach kommen. Dort wird in Kürze eine Fotovoltaikanlage installiert.

Forum am Gleis

Das Forum am Gleis gegenüber des Bönener Bahnhofes steht auf dem ehemaligen Grundstück des Gasthofes Pohlmann. Die Volksbank hatte das bereits leer stehende Nachbargebäude 2014 gekauft und fünf Jahre später für den Neubau abreißen lassen. Baustart für den Wohn- und Gewebekomplex war im Sommer 2019. Veranschlagt hat das Kreditinstitut rund 4 Millionen Euro für die Fertigstellung des Renditeobjektes. Es hat eine Nutzfläche von circa 1850 Quadratmeter auf drei Etagen. Das Gebäude fügt sich direkt an die bestehende Volksbank-Geschäftsstelle an, ist mit 35 Metern Frontbreite allerdings größer als zuvor der Gasthof Pohlmann.

Von den vier Wohnungen im Obergeschoss sind inzwischen drei vergeben. Sie sind in Kürze ebenfalls einzugsbereit. Zu haben ist nur noch eine circa 90 Quadratmeter große Penthousewohnung mit umlaufender Dachterrasse. „Das muss man schon wollen“, räumt Oliver Drave ein, dass Naturliebhaber sicher ein anderes Objekt bevorzugen würden. Immerhin liegt die Wohnung direkt oberhalb der Bahngleise. Wer aber zentral leben möchte, hätte dort ideale Bedingungen. „Mitten im Ort und trotzdem sieht man den Haarstrang“, macht der Volksbankchef auf den tollen Ausblick vom Balkon aufmerksam.

Das Pflegezentrum gleicht einer modernen Klinik.

Die Fläche, die die Volksbank später selbst nutzen wird, ist noch nicht fertig. „Das haben wir bewusst hinten angestellt“, erläutert Drave. Das Kreditinstitut hat in der Verbindung zum Neubau einen Veranstaltungs- und Konferenzbereich mit Toilettenanlagen geplant, direkt hinter dem von außen so markant sichtbaren Viertelkreis. Von dort aus können die Mitarbeiter und Besucher dann auch auf eine große Dachterrasse gehen. „Wir hatten bisher keine Möglichkeit, ins Freie zu treten“, freut sich Drave über die Aussicht, den Balkon für den Pausenaufenthalt nutzen zu können.

Zwischen dem Altbau, dem Geschäftsgebäude der Volksbank und dem Anbau hat Architekt Filbert einen „Berliner Hof“ eingerichtet. Der Innenhof soll dafür sorgen, dass weiterhin genügend Licht in beide Gebäudeteile fließt. In der Konsequenz sind nun zwei Wohnungen nur über eine „Brücke“ zu erreichen. Das gibt dem Ganzen jedoch zusätzlichen Charme.

Ursprünglich sollte die Übergabe des Komplexes im ersten Quartal dieses Jahres erfolgen, spätestens Ende März. Die Fertigstellung hat sich coronabedingt jedoch um ein paar Wochen verschoben. Zum Teil mussten die Handwerker auf Material warten, das aufgrund von Lockdowns im Aus- und Inland sowie Transportprobleme nicht rechtzeitig auf der Baustelle eintraf. Zudem fielen immer wieder Mitarbeiter der beteiligten Betriebe aufgrund von Coronainfektionen oder Quarantänen aus. „Dass die Verzögerung so gut aufgelöst wurde, haben wir vor allem den örtlichen Handwerkern zu verdanken. Die haben super mitgearbeitet. Da spürt man die Verbundenheit“, lobt Architekt Klaus Filbert.

Für die Volksbank ist der Neubau ein Renditeobjekt, wie Drave betont. „Wir haben aber ganz am Anfang gesagt, dass wir das Bahnhofsumfeld mitgestalten und aufwerten wollen. Und ich glaube, das ist uns gelungen.“

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