1. wa.de
  2. Lokales
  3. Bönen

Kritik an der Kommunikation aus dem Rathaus: „Zweckverband nicht informiert“

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Kira Presch

Kommentare

Alte Mühle Bönen
Die Alte Mühle hat inzwischen eine neue Eingangstür erhalten, die Innenausbauten verzögern die geplante Fertigstellung bis Jahresende. © Presch Kira

Wie gut läuft die Kommunikation zwischen Rathaus und VHS? Da scheint noch Luft nach oben zu sein, nachdem die 2. Vorsitzende des VHS Zweckverbands kritisiert, dass sie sich über die Sanierung der Alten Mühle nicht ausreichend informiert fühlt.

Bönen – Nachdem VHS-Mitarbeiterin Esther Hahm bereits beklagte, dass sie keinen Zeitplan erhalten habe, um Veranstaltungen verbindlich planen zu können, kritisiert auch die zweite Vorsitzende des VHS-Zweckverbands und Vorsitzende des VHS-Fördervereins, Sabine Lutz-Kunz, dass sie nicht ausreichend von der Bönener Verwaltung informiert wurde.

„Ich bin – auch auf schriftliche Nachfrage hin – nicht darüber informiert worden, dass die Alte Mühle für die Nutzung der VHS nicht wie abgesprochen zur Verfügung steht“, sagt Lutz Kunz. „Unser letzter Informationsstand war die Ankündigung des zuständigen Fachbereichsleiters Herrn Otte, der in jüngsten Sitzung des Zweckverbandes angekündigt hat, dass wir die Räume ab November wieder nutzen können.“ Jörg-Andreas Otte hält dagegen, er habe den Fertigstellungstermin im November angekündigt unter dem Vorbehalt, dass Baumaterialien und Handwerker verfügbar sind.

„Zusammenarbeit mit der Verwaltung unzuverlässig und wenig wertschätzend“

Dass sich der Termin jetzt erneut zum Jahresende verschiebt, sei nicht kommuniziert worden, sagt Lutz-Kunz. „Ich habe kein Verständnis dafür, dass weder die Leitung der VHS noch ich als stellvertretende Vorsitzende des Zweckverbandes darüber informiert wurden. Gerade in Sachen Renovierungsarbeiten habe ich die Zusammenarbeit mit der Bönener Gemeindeverwaltung als unzuverlässig, wenig wertschätzend und nicht kalkulierbar empfunden. Dass den Mitarbeiterinnen der VHS durch die Verzögerungen zusätzliche und unnötige Arbeit entsteht, wird offenbar billigend in Kauf genommen.“

Für die weitere Arbeit sei es dringend erforderlich, auf einen verlässlichen Zeitplan zurückgreifen zu können, denn spätestens für das neue Semester sei die Alte Mühle als Veranstaltungsort wieder fest eingeplant.

„Es gab schon einen stetigen Austausch“

Es habe schon einen steten Austausch zwischen Esther Hahm und Isabel Trößer, der Mitarbeiterin, die das Projekt Alte Mühle in der Bauabteilung der Verwaltung betreut, gegeben, nimmt Fachbereichsleiter Robert Eisler Stellung. „Vielleicht nicht immer so schnell, wie sich die VHS das gewünscht hätte, aber schon regelmäßig.“ Es sei zum Teil schwierig abzuschätzen, welche Auswirkungen einzelne Verzögerungen tatsächlich auf die Fertigstellung haben, und wann man diese Information kommuniziert. Erste Priorität habe dann, erst mal das Projekt weiter auf den Weg zu bringen.

Schwierige Situation am Markt und personelle Engpässe im Rathaus

„Es ist aber auch kein Geheimnis, dass es zurzeit sehr schwierig ist, Termine zu halten, Firmen zu finden, die ihre Termine halten und Material zu bekommen.“ Zudem spiele die personelle Situation im Rathaus und in seinem Fachbereich eine nicht unwesentliche Rolle: „Wo eigentlich drei Mitarbeiter in der Abteilung Hochbau sitzen sollten, ist aktuell nur noch eine Mitarbeiterin, die alle Aufgaben stemmen muss.“ Grundsätzlich gelte: „Ja, Kommunikation ist wichtig und gehört zu unseren Prozessen auch dazu – und ist auch immer noch optimierbar.“

Nun gehen die Sanierungsarbeiten an der Alten Mühle also erneut in die Verlängerung. Die Haupteingangstür wurde bereits eingesetzt. Der Einbau der hinteren Tür steht noch aus, weil Teile fehlen. Die Trockenbauer sind noch im Ausstellungs- und Vortragsraum, im Foyer und im Bereich des Archivs beschäftigt. Danach muss noch die Beleuchtung erneuert werden – und dann könnten die Maler die Arbeiten in der Mühle zum Jahresende abschließen, wenn alles rund läuft. Auch Robert Eisler hofft, dass jetzt tatsächlich nichts mehr dazwischen kommt, damit er nicht noch einmal einen Aufschub verkünden muss.

Kommentar

Sprachlosigkeit im Rathaus beenden

Von Kira Presch

Ob es sich um Baufortschritte und Terminplanungen an der Alten Mühle handelt, den Fortgang der Planungen für das Dorfgemeinschaftshaus auf dem Ermelingschulgelände oder um die Schließung von drei Bönener Sporthallen aufgrund von Wasserschäden – die Betroffenen, in diesem Fall VHS und Vereine, werden vom Rathaus nicht oder spät informiert. Erst durch Eigeninitiative und Nachfragen im Fachausschuss erhielt die TuS, der größte Nutzer der Goethesporthalle, schließlich Auskunft über das Ausmaß des Wasserschadens. Auch die VHS beklagt, dass sie nicht eingebunden wird.

Ist die Sprachlosigkeit der Verwaltung gegenüber Ehrenamtlern und Einrichtungen schlichtweg Ignoranz gegenüber dem durchaus berechtigtem Bedürfnis nach Information, oder handelt es sich um ein strukturelles Problem? Sind die Reihen der Mitarbeiter im Bönener Rathaus mittlerweile so ausgedünnt, dass die Aufgaben von den verbliebenen und offensichtlich überlasteten Mitarbeitern nicht mehr bewältigt werden können? Dann ist es höchste Zeit für einen Masterplan.

Dabei wäre es doch ein Leichtes, die Betroffenen über wesentliche Updates kurz zu informieren. Da ist die Verwaltung definitiv in einer Bringschuld gegenüber ihren Bürgern und dem Ehrenamt, das viele wichtige Aufgaben in der Gemeinde übernimmt. Wenn das auch weiterhin funktionieren soll, geht es nicht ohne Wertschätzung – und das heißt, die Bürger mitzunehmen und nicht von Informationen abzuschneiden.

Vielleicht setzt nach dem kommunikativen Betriebsunfall bei der Goethehalle jetzt ein Lernprozess ein. Nach Bekanntwerden der Laborergebnisse wurden die Betroffenen jedenfalls umgehend informiert.

Auch interessant

Kommentare