Jetzt fehlt nur noch die Gestaltung

Kreisverkehrseröffnung schließt Ausbau der Bahnhofstraße West in Bönen ab

Kreisverkehr am Ortseingang West in Bönen offiziell eröffnet
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Die Mitarbeiter des Fachbereiches der Gemeinde, des Planungsbüros und des Bauunternehmens, Bürgermeister Stephan Rotering (Sechster von links), Vertreter der Ratsfraktionen und Nicole de Witt von Straßen.NRW eröffneten den Kreisverkehr jetzt offiziell.

Endlich geht es rund am Ortseingang. Nach einer Bauzeit von knapp sechs Monaten wurde der Kreisverkehr am Donnerstag offiziell von Bürgermeister Stephan Rotering und seinen Kollegen aus dem Fachbereich der Gemeindeverwaltung, von Nicole de Witt vom Landesbetrieb Straßen.NRW, den Planern des Ingenieurbüros Lindschulte, Mitarbeitern des Bauunternehmens Pollmann und Vertretern der Bönener Ratsfraktionen eröffnet.

Bönen - „Wir machen das bewusst in großer Runde, da der Kreisverkehr schon ein Meilenstein in der Geschichte der Gemeinde ist“, sagte Rotering. Seine Fertigstellung setzt zugleich den Schlusspunkt unter den den Ausbau der Bahnhofstraße West.

Der „Kreisel“ soll dafür sorgen, dass dort keine Menschen und Fahrzeuge mehr zu Schaden kommen, wie es in der Vergangenheit allzu oft der Fall war. Zwar gab es vor einer Woche dennoch einen Verkehrsunfall in dem Bereich, doch ist dieser auf zu hohes Tempo zurückzuführen, nicht auf eine unübersichtliche Situation beim Abbiegen.

Ideen der Bürger gefragt

Da der Kreisverkehr am Ortseingang liegt, soll er aber nicht nur Unfälle verhüten, sondern gleichzeitig die Bewohner und Besucher freundlich begrüßen. Die Verwaltung hat daher im Auftrag des Rates die Bönener dazu aufgerufen, der Fläche ein „Gesicht“ zu geben. 15 Vorschläge sind im Rathaus angekommen. Die Ideen reichen von Stelen für jeden Ortsteil, dem Gemeindewappen und einem Notenschlüssel nebst einem tanzenden Paar über die Skulptur eines Dukatenesels oder der Statue des Ritters von Boinen bis hin zu einer Wildblumenwiese mit Insektenhotel.

Auch die Bergbaugeschichte der Gemeinde spielt bei einigen Vorschlägen eine Rolle. So wurde angeregt, ein Abbild des Förderturms in die Mitte zu setzen, eine Lore mit Hammer und Schlegel oder die Seilscheibe des kürzlich abgerissenen Förderturmes von Haus Aden in Bergkamen.

Eine Insel für mehr Sicherheit

Der Einmündungsbereich der Bahnhofstraße in die Hammer Straße (L665) galt lange Zeit als Unfallschwerpunkt. Schwere Zusammenstöße von Fahrzeugen hat es dort immer wieder gegeben, sogar mit tödlichem Ausgang für Beteiligte. Um die Situation zu entschärfen, war ursprünglich eine Ampelanlage geplant, die das Abbiegen regeln sollte. Die Mitglieder des Gemeinderates vertraten aber die Einschätzung – auch vieler Bönener –, dass diese zu erheblichen Verkehrsstörungen, sprich Staus, im Kreuzungsbereich führen würde. Für die Anlage sprachen indes die Kosten. Die 80 000 Euro für die Ampelinstallation hätte immerhin komplett das Land übernommen. Dennoch stimmten die Ratsmitglieder 2018 für den Bau des Kreisverkehres. Baubeginn war im Frühjahr diesen Jahres. Die zusätzlichen Kosten wurden mit 420 000 Euro veranschlagt, am Ende summierten sie sich auf rund 570 000 Euro, die nun aus der Gemeindekasse finanziert werden müssen. Insgesamt belaufen sich die Kosten für den Ausbau der Bahnhofstraße West auf circa 2,5 Millionen Euro, davon werden etwa 1,3 Millionen Euro gefördert.

Gleich mehrere Bönener haben sich Gedanken um den Klimaschutz und die Artenvielfalt gemacht und möchten entweder symbolisch mit einer speziellen Bepflanzung auf das Schmelzen der Polkappen hinweisen oder die Fläche gleich praktisch und pflegeleicht als Insektenparadies mit ganzjährig blühenden Stauden und Wildblumen gestalten.

Und schließlich hat der Bönener Architekt, Künstler und VHS-Dozent Dariusch Abiatinejad vier Skizzen angefertigt, die unter dem Motto „Bönen ist bunt“ den hügelförmigen Kreis künstlerisch in Szene setzen könnten.

Über die Vorschläge sprechen die Mitglieder des Ausschusses Planen, Bauen und Umwelt am Donnerstag, 16. September, ab 18 Uhr in ihrer Sitzung in der Aula des Marie-Curie-Gymnasiums. Ausgeschlossen sind aus Sicherheitsgründen allerdings bereits Bäume, Lichtmasten sowie massive Objekte aus Stein oder Metall auf der im Durchmesser 24 Meter langen Insel. Bei einer Statue, Skulptur oder anderem Kunstwerk ist der Werkstoff entscheidend.

Grundsätzlich ist Straßen.NRW aber schon mal mit einer gestalteten Mitte einverstanden. Sobald entschieden ist, wie die aussehen soll, will die Verwaltung mit dem Straßenbaulastträger einen Vertrag schließen. Verantwortlich für die Pflege ist dann allein die Gemeinde, und sie muss auch die Kosten für die Unterhaltung tragen.

Den Ausschuss- und Ratsmitgliedern schlägt die Verwaltung jetzt vor, die Gestaltungsideen dem Ältestenrat zuzuleiten. Dessen Mitglieder sollen weitergehend beraten

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