Erfolgreiche Premiere von "Ladies lacht" in Bönen

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Ingrid Kühne (links) war mit ihrem Namen nicht alleine. Zufällig traf sie im Saal auf zwei Namensvetterinnen.

Bönen - Die Premiere war ein Erfolg. Fast 400 Zuschauer besuchten die erste Auflage der Kabarettveranstaltung „Ladies lacht“ in der Aula des Marie-Curie-Gymnasiums. 

Man weiß es nicht ganz genau: War der Titel „Ladies lacht“ jetzt als Imperativ zu verstehen? Als eine Aufforderung? Als hätten die Bönener Frauen nichts zu lachen in ihrem Alltag und müssten dazu mit einem Spezialprogramm à la Lachyoga aufgefordert werden? 

Rätsel über Rätsel, die den Besucherinnen (Männer waren spärlich vorhanden) am Freitagabend in der Aula des Marie-Curie-Gymnasiums zumindest im Vorfeld aufgegeben wurden. Deren Lösung aber sollte schnell und während eines fast dreistündigen Lachorkans aufgedeckt werden.

Auf Einladung des Kulturbüros der Gemeinde Bönen war gleich ein Quartett hochkarätiger Komikerinnen beziehungsweise Kabarettistinnen unterschiedlichster Genres zu Gast. Für den ersten „Ladies lacht – Abend“ in Bönen stand die Kabarettistin Andrea Volk an vorderster Front.

400 Zuschauer in der Aula

 Sie führte durch das Abendprogramm und mischte gleich mal zu Beginn ihr Publikum so richtig auf, das von da an aus dem Lachen eigentlich nicht mehr heraus kam. Gleichzeitig steuerte sie Vera Deckers, Kabarettistin und nebenbei Diplompsychologin, Nina Knecht als Musik-Komödiantin und Allzweckwaffe Ingrid Kühne durch den Lachsalvenvulkan. Letztere gilt auch in Karnevalskreisen als erfolgreiche Komikerin.

Ein anregendes Glas Sekt oder Bier zu Beginn sowie das Catering-Angebot des Hauses Denninghaus in der Pause und ein Gastbeitrag des Kulturbüros rundeten den „Abend voller Überraschungen“ mit fast 400 Gästen ab. Aber Rätsel hin oder her – spätestens nach Andrea Volks Intro wussten die erfahrenen Kabarettkenner aus dem Publikum, wohin die Lachreise gehen sollte. 

Gesangstalent als Wendler-Parodie

Als „kulturelle Speerspitze“ ging sie gleich in die Vollen und wusste ihr Publikum als routinierte Moderatorin in den emotionalen Griff zu nehmen. Sie eröffnete gleich mal ein Kaleidoskop von Bandbreiten rund um das Thema Männer/Frauen in allen denkbaren Varianten und viel Luft nach verschiedenen Seiten. Auf jeden Fall hatte sie ihr Publikum fest im Griff und ebnete so das kabarettistisch-komödiantische Terrain für ihre Mitstreiterinnen. 

Das vorwiegend weibliche Publikum füllte die MCG-Aula fast bis auf den letzten Platz.

Musikkomödiantin Nina Knecht entpuppte sich als wahres Gesangstalent. Sie hat nicht nur Stimme – wenn sie diese entsprechend einsetzt – sondern auch ein umwerfendes Talent in Sachen Slapstick, Parodie und Persiflage. Das alles auf dem Hintergrund und aus dem Bauch ihres Zuhauses im sicherlich beschaulichen Köln-Widdersdorf. 

Und was da alles abgeht! Singledasein, Familie, Kinder, Nachbarn, Kleidung – kurz die gesamte Öffentlichkeitsszenerie inklusive einer Dorfgang. Und mit ihren Variationen zu „Im Frühtau zu Berge“, dem uralten Volkslied, gab sie Rosenstolz, dem Wendler und Xavier Naidoo ihre Stimme – einfach fantastisch parodistisch interpretiert. Gespickt mit Selbstironie war Ingrid Kühnes Auftritt. 

Wiederholung im nächsten Jahr

Sie, das Zentrum der Familie, bestehend aus Ehemann Ralph und Sohn Sven, kann so schnell nichts umhauen. Auch wenn Schwiegertöchter in spe Probleme machen. Und wenn Oma sich noch einmischt, ist die gestandene Ehefrau und Mutter „kurz vor der Silberhochzeit“ in ihrem Element. Für alles hat sie eine Lösung parat, für alle eine passende Antwort, auch was „die Figur“ betrifft. Vieles mit einem hohen Wiedererkennungswert aus dem Publikum, was sich eindeutig aus den fast ununterbrochenen Lachattacken heraus lesen ließ.

Das Team des Bönener Kulturbüro hatte die Veranstaltung mit Nina Knecht, Vera Deckers, Ingrid Kühne und Andrea Volk (von rechts) in die MCG-Aula geholt.

Für eine offensichtliche Überraschung sorgte Vera Decker, die sich zunächst als Diplompsychologin ankündigte, doch dann bei einem vernehmlichen Aufatmen des Publikums ins Kabarettfach wechselte. Märkte, Mode, Männer, Meinungen – eine riesige Bandbreite wurde Schlag auf Schlag mit markanter Geschwindigkeit vorgetragen. Analysierend, beobachtend, problematisierend, auch maßregelnd. Aber immer mit dem komödiantischen Lächeln, dem Unterton, der ausgelassene Erwiderung im Publikum fand. 

Es war, wie angekündigt, ein Abend voller Überraschung und Leichtigkeit und wer weiß wie vielen Litern an Lachtränen, der nach einer Wiederholung verlangt.

Die nächste „Ladies lacht“-Veranstaltung ist bereits geplant. Am 13. November 2020 soll es eine Wiederholung geben. Der Kartenvorverkauf läuft bereits.

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