Equal Pay Day: Gleichstellungsbeauftragte planen Aktion

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Gemeinsam mit ihren Kolleginnen plant Bönens Gleichstellungsbeauftragte Kerstin Luttrop (2. von links) eine Aktion zum Equal Pay Day, um auf ungleiche Bezahlung hinzuweisen.

Bönen/Kreis Unna - Gemeinsam lässt sich mehr bewegen. Deshalb hat sich Bönens Gleichstellungsbeauftragte Kerstin Luttrop auch in diesem Jahr mit ihren Kolleginnen aus dem Kreis Unna zusammengetan, um mit einer großen Aktion auf nach wie vor herrschendes Unrecht aufmerksam zu machen.

Es geht den Organisatorinnen um die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern bei ein und derselben Arbeit. Genau das prangert der Equal Pay Day am 18. März deutschlandweit an.

Der kommende Sonntag ist dabei nicht zufällig als Datum ausgewählt worden, der 18. März wurde genau berechnet. Er steht symbolisch für die Lücke zwischen dem Einkommen der Männer und dem der Frauen. Frauen verdienen im Durchschnitt 21 Prozent weniger Geld als Männer. 21 Prozent von 365 Tagen im Jahr, das sind knapp 77 Tage. Und zählt man ab Neujahr 77 Tage ab, landet man in diesem Jahr auf dem 18. März. „Bis zu diesem Tag“, so erklärt Kerstin Luttrop, „arbeiten die Frauen quasi ohne Lohn, während die Männer vom ersten Tag des Jahres an ihr Gehalt bekamen.“ Der Zeitraum ist natürlich symbolisch gewählt, doch seit Jahren macht er Eindruck. Denn: „Dieser gravierende Einkommensunterschied von 21 Prozent wird sich später auch bei der Rente auftun“, sagt Luttrop.

Im vierten Jahr infolge ziehen die Gleichstellungsbeauftragten des Kreises daher gemeinsam los: Nach Aufstellern, Wäschekörben voller Postkarten, die nach Berlin geschickt wurden, einem Quiz und großen Umzugskartons, die die Probleme deutlich machten, gibt es auch am Sonntag wieder eine gemeinsame Aktion: Neben Landrat Michael Makiolla und weiteren Vertretern aus der Region hat auch Landesministerin Ina Scharrenbach ihr Kommen zugesagt.

Was genau die Gleichstellungsbeauftragten in diesem Jahr vorhaben, verraten sie noch nicht, doch: Die Aktion werde im ganzen Kreis zu sehen sein, und nicht nur am 18. März, sondern auch noch in den Wochen und Monaten danach. Ab Pfingsten wird es in den Städten und Gemeinden dann Begleitaktionen geben. Denn die Vergangenheit hat gezeigt: Um die Lohnlücke zu schließen, muss kontinuierlich an dem Thema gearbeitet werden. In den vergangenen zehn Jahren sank die Quote immerhin von 26 auf 21 Prozent. „Das ist aber zu wenig. Wenn das in dem Tempo weitergeht, reden wir in 30 Jahren noch davon“, sagt Luttrop.

Frauen in kleinen Firmen profitieren nicht von neuem Gesetz

Seit dem vergangenen Jahr gibt es zumindest ein Entgelttransparenzgesetz. „Immerhin wird nun über Geld gesprochen“, freut sich Kamens Gleichstellungsbeauftragte Martina Grothaus. Die Transparenz der Bezahlung nehme zu. „Aber bis wir den Equal Pay Day abschaffen können, wird es noch dauern“, wendet Luttrop ein. Anwenden müssen das Gesetz nämlich nur Firmen mit mehr als 200 Mitarbeitern. „Die meisten Frauen arbeiten aber in wesentlich kleineren Unternehmen“, sagt Luttrop. Erst recht im Kreis Unna, der eher von kleinen und mittelständischen Unternehmen geprägt ist.

Doch das Problem der Lohnungleichheit ist bekannt, wissen die Gleichstellungsbeauftragten – und alle fänden es auch ungerecht. „Aber der Mut, Dinge einzufordern, der fehlt noch. Viele haben mit Blick auf die Karriereplanung einfach Angst davor.“ Familie und Beruf müssen sich, fordert Luttrop, ganz anders vereinbaren lassen – etwa durch das Homeoffice.

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