MCG: Petrak will aufklären, Eltern wollen seinen Abgang

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Voller Fragen in der Zuschauerrolle: Der Auftritt von etwa 30 MCG-Eltern zur Ratssitzung ist Symbol der Lage.

Bönen – Mit einer kurzen E-Mail hat Dr. Peter Petrak, in die Schlagzeilen geratener Direktor des Marie-Curie-Gymnasiums, am gestrigen letzten Schultag des Schuljahres auf das schwere Zerwürfnis mit der Elternpflegschaft am Dienstagabend reagiert. Er sei sehr betroffen, wolle aber nach den Ferien mit den Schulgremien an Lösungen arbeiten, schreibt er. Dass ihm die hier selbst reklamierte Rolle zukommt, ist nicht sicher.

Als „Momentaufnahme“ will die Schulaufsicht bei der Bezirksregierung Arnsberg einem Sprecher zufolge diese Aussage verstanden wissen. Die Behörde berät noch, wie sie auf den Eklat und die massiven Vorwürfe mangelnder Kooperation Petraks reagiert. Der Direktor habe dabei nicht allein agiert, die E-Mail sei mit dem Dezernat abgesprochen.

Der WA hatte schon vor Bekanntwerden der Mitteilung die Behörde gefragt, wie sie Schüler, Lehrer und Eltern informieren will, nachdem just zu Ferienbeginn die Wogen nach dem demonstrativen Rücktritt der Eltern- und Schülervertreter hoch schlagen. Dass die Eltern eine klare Ansage erwarten, ist mit ihren Fragen an den Rat am Donnerstag deutlich geworden.

Stellungnahme der Verwaltung findet gehört

Wie berichtet, hat Bürgermeister Stephan Rotering die Elternschaft gebeten, bei der Gemeinde einzureichen, was sie der Schulaufsicht sagen will. Er kann nur Mittler sein, weil er nicht Dienstherr ist. Das Bündel von Eingaben will der Bürgermeister der Schulaufsicht übergeben, wenn die Gemeinde nächste Woche als Schulträgerin offiziell angehört wird. Dazu hat die Verwaltung die Lage am MCG aus ihrer Sicht beurteilt. Die Stellungnahme ist zu berücksichtigen, wenn die Behörde über das weitere Vorgehen entscheidet – somit darüber, wer nach den Ferien die Aufgabe übernimmt, die Schule in Aufruhr in ruhiges Fahrwasser zu steuern.

Für die Eltern kommt Petrak als Schulleiter nicht mehr in Frage. „Wenn Dr. Petrak noch einen Funken Verantwortung hat, dann nimmt er seinen Hut, denn es geht hier nicht um ihn, sondern um die Zukunft unserer Kinder“, wurde der abgetretene Pflegschaftsvorsitzende Robert Stein noch einmal deutlich. „Wir haben als Eltern lange diskutiert und abgewogen, ob wir diesen Schritt machen. Aber im Interesse der Kinder und des Gymnasiums haben wir am Ende keinen anderen Ausweg mehr gesehen. Wir sind an dem Punkt, an dem die Schule zerbricht“.

Vakanz im Förderverein als Sinnbild der Lage

Nach der Pflegschaft und den Schülersprechern hat gestern auch der Förderverein mitgeteilt, dass er keine Möglichkeit der gedeihlichen Zusammenarbeit mit Dr. Petrak sehe.

Lage und Klage des Fördervereins bieten sich geradezu als Sinnbild der Schwierigkeiten an Bönens Gymnasium an. Schon weil sich seit Längerem niemand mehr findet, der den vakanten Vorsitz übernehmen mag. Die stellvertretende Vorsitzende Heike Alberti hält kommissarisch die Stellung, will aber nicht voll ins Geschirr und sieht die Existenz des Fördervereins nun gefährdet.

Förderverein sieht weitere Zusammenarbeit mit Petrak als unmöglich an

Ausdruck des Gegen- statt Miteinanders war zuletzt das kalte Aus des Musikförderprogramms, das Förderverein und MCG einst als Aushängeschild etabliert hatten. Zu Jahresbeginn sah sich der Verein vor vollendete Tatsachen gestellt: Petrak hatte Unterricht und Lehrereinsatz auf Seiten des MCG so gestaltet, dass eine Fortführung des Konzepts mit unterstützenden Musiklehrern des Vereins faktisch unmöglich war. Die Förderer mussten deren Verträge kündigen.

Über Jahre sei es dem Verein erschwert worden, seine satzungsgemäßen Ziele zu erfüllen, so Alberti. Die Zusammenarbeit mit Petrak sei immer schwieriger bis unmöglich geworden und erscheint nun auch der Vereinsführung undenkbar.

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