Elternhilfe in gemütlicher Atmosphäre

Sabrina Buschmann ist im Familienbüro Ansprechpartnerin für viele Fragen

Sabrina Buschmann auf dem Sofa im Familienbüro
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Wie in einem Wohnzimmer wirkt die Einrichtung des Familienbüros. Die Leiterin Sabrina Buschmann hat sich bewusst für ein gemütliches Ambiente entschieden.

Wenn das mit Kind und Kegel immer so einfach wär, dann hätte Sabrina Buschmann nichts zu tun. Aber das Gegenteil ist der Fall, weiß die Sozialpädagogin, die das Bönener Familienbüro betreut. „Viele Familien brauchen manchmal einfach Unterstützung im Alltag – dafür sind wir da“, lädt sie Betroffene ein, sich Hilfe zu holen.

Bönen – Lange hat es gedauert, bis das Familienbüro an der Bahnhofstraße 137 endlich eröffnet werden konnte. Erst dauerte die Renovierung des Ladenlokals länger als erwartet, dann kam Corona. Inzwischen hat Sabrina Buschmann ihren Dienst vor Ort wieder aufgenommen und bietet Bönener Familien ein ganzes Paket an Hilfen an – bei einem Hausbesuch oder in dem gemütlich gestalteten Laden unweit der Bahnschranken. Denn das Elternsein ist nicht immer einfach. „Da ist es keine Schande, sich mal Unterstützung zu holen“, sagt die Sozialpädagogin und Familientherapeutin.

Noch laufen viele Eltern an den Schaufenstern des Familienbüros vorbei, weil sie es nicht kennen. Das soll sich ändern.

„Viele, die an den Milchglasscheiben des Ladenlokals an der Bahnhofstraße 137 vorbeigehen, fragen sich wahrscheinlich, was sich dahinter verbirgt“, sagt Sabrina Buschmann. Die Sozialpädagogin, die zuvor 13 Jahre lang im Allgemeinen Sozialen Dienst beim Kreis tätig war, hat an der neuen Aufgabe gereizt, von Grund auf gestalten zu können, wie mit den Netzwerkpartnern Hilfen in Bönen angeboten werden.

Viele Eltern wissen noch nichts vom Familienbüro

Die erfahrene Sozialarbeiterin arbeitet schon seit einiger Zeit im Auftrag des Kreises Unna in der Gemeinde und betreut unter anderem Familien mit Neugeborenen. Bisher ging das nur ambulant. Jetzt kann sie im Familienbüro eine breite Palette an Service- und Beratungsangeboten anbieten. „Das ist aber noch nicht allgemein bekannt.“ Das soll sich ändern. Deshalb plant sie künftig auch mal ungewöhnliche Aktionen, um das Familienbüro bekannter zu machen – etwa eine Tour durch die Ortsmitte mit dem Bollerwagen, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. „Denn der Bedarf ist da“, ist sie überzeugt.

Insbesondere Familien mit Kindern im Alter zwischen null und sechs Jahren will sie ansprechen und Unterstützung geben. „Aber wenn es Probleme mit älteren Kindern gibt, wie sich oft im Gespräch herausstellt, dann versuche ich natürlich auch zu helfen oder Ansprechpartner zu vermitteln, die weiterhelfen können.“

Die Angebote im Familienbüro

Laufende Termine:

Offene Sprechstunde: montags von 9 bis 12 Uhr.

Elterncafé mit Frühstück: mittwochs von 9 bis 11 Uhr. Das Angebot ist auf fünf Mütter/Väter mit Kindern begrenzt, Anmeldung erforderlich.

Offene Familienhebammensprechstunde: Jeden zweiten Donnerstag im Monat von 10 bis 12 Uhr können Eltern alle Fragen rund ums Baby bei Gudrun Heinen loswerden.

Offene Sprechstunde zum Thema Kinderschutz: Einmal im Monat donnerstags von 9 bis 11 Uhr berät Familientherapeutin Odilia Plietker bei Fragen und Problemen im Bereich Vernachlässigung, Gewalt oder Verdacht auf sexuellen Missbrauch – auf Wunsch auch anonym.

Einzelveranstaltungen:

9. November: Ab 19 Uhr informiert Heide Barenhoff Eltern mit Kindern bis 3 Jahren zum Thema „Spielen – zusammen, aber was, wie und wo?“.

7. Dezember: Sabrina Linde informiert von 9.30 bis 12 Uhr zu Eltern-Kind-Kuren.

4. Februar: Von 9 bis 12 Uhr bietet Katrin Kretschmer ihre vierteljährliche Sprechstunde rund um das Thema Tagesmutter an.

6. Mai: Marie-Christine Krieger beantwortet alle Fragen zur Kita-Anmeldung.

Alle Angebote finden unter Einhaltung der Corona-Hygieneregeln statt. Es gilt die 3G-Regel, es kann vor Ort getestet werden. Anmeldungen und weitere Informationen unter Telefon 02303/27-3851 oder per E-Mail an sabrina.buschmann@kreis-unna.de.

Sabrina Buschmann lädt Eltern ein, einfach mal reinzuschauen, und keine Scheu zu haben, Fragen zu stellen, wenn sie da ist. Das ist allerdings nicht jeden Tag der Fall bei einer halben Stelle. Zudem macht die Sozialpädagogin auch weiterhin Hausbesuche bei Familien mit Neugeborenen, weil das stressfreier zu Hause ist. „Arbeitslos werde ich in nächster Zeit jedenfalls nicht, denn in Bönen geht die Kurve der Geburtenrate steil nach oben“, freut sie sich.

Als Lotsin die Eltern beim Kinderarzt abholen

Als Lotsin hält sie außerdem einmal im Monat in der Kinderarztpraxis von Dr. Jürgen Krüger Sprechstunden ab. „Wenn der Arzt Probleme feststellt, dann bin ich vor Ort, um mit den Eltern zu sprechen.“ Kurze Wege zur Problemlösung: Sie geht dahin, wo sie die Eltern abholen kann.

Für Kinder ist im Bönener Familienbüro eine Spielecke eingerichtet.

Damit sich mehr Eltern trauen, auch mal im Familienbüro reinzuschauen, wirbt sie: „Es gibt hier übrigens auch die Möglichkeit, sein Baby zu wiegen und zu wickeln.“ Wer durch die Tür tritt, findet sich in einem privat anmutenden Raum wieder. „Das war mir sehr wichtig“, erzählt Sabrina Buschmann. Die 39-Jährige, die selbst Mutter von zwei Kindern ist, hat die Beratungsstelle wie eine kleine Wohnung eingerichtet, in der ihre Besucher entspannt ins Gespräch kommen können. Eine Wohnzimmercouch und ein Schaukelstuhl laden zum Gespräch ein.

Mit anderen sprechen, denen es ähnlich geht

Nebenan gibt es eine Küche mit einem Esstisch. „Hier findet unser wöchentliches Elterncafé statt. Da können sich Mütter und Väter bei einem kostenlosen Frühstück austauschen und Fragen stellen, während ihre Kinder miteinander spielen.“ Und dabei stellen Eltern fest, dass sie nicht allein sind, wenn ihnen mal wieder alles über den Kopf wächst und sie ratlos sind, wie sie das alles bewältigen sollen.

Denn anderen geht es ähnlich. „Gerade beim ersten Kind sind die Herausforderungen groß und die Unsicherheit, alles richtig zu machen, auch“, weiß Sabrina Buschmann. „Manchmal können wir mit einfachen praktischen Tipps schon helfen oder dafür sorgen, dass die Mütter einfach mal ein paar Stunden Entlastung haben und wieder durchatmen können.“ Weil die Großeltern, die Unterstützung und Tipps geben könnten, heutzutage häufig nicht am Ort wohnen, sind junge Eltern oft auf sich gestellt. Sich Hilfe zu holen, sei schlau und keinesfalls ein Zeichen, dass man als Eltern versagt, betont Sabrina Buschmann. „Auch mir ist das als Mutter nicht anders gegangen. Manchmal braucht man einfach Unterstützung. Dafür sind wir da.“

Sich Hilfe holen ist schlau und kein Makel

Und damit die Kleinen beschäftigt sind, während die Großen sich unterhalten, wartet im Familienbüro eine liebevoll eingerichtete Spielecke. Bei der Einrichtung hat sich Sabrina Buschmann auch mit ihren beiden Kolleginnen beraten, die die Familienbüros in Fröndenberg und Holzwickede betreuen. Die Arbeitsecke mit ihrem Schreibtisch versteckt sich etwas hinter dem Raumteiler, der die Spielecke abtrennt. „Das haben wir bewusst so gemacht, damit der Raum nicht wie ein Büro wirkt.“

Das Schild mit ihrem Motto hat Sabrina Buschmann bewusst aufgehängt: Wenn es noch nicht gut ist, dann ist ihre Arbeit noch nicht zu Ende.

Das Familienbüro wird aber nicht allein von Sabrina Buschmann betreut. Sie holt regelmäßig andere Fachdienste ins Haus wie Tagespflege, Kitaberatung, Elterngeld, Frühförderstelle, Pflegeberatung und Familienhebammen, die Beratungen anbieten (siehe Infokasten). Ein umfangreiches Hilfspaket, von dem Bönener Familien profitieren können. „Das ist alles freiwillig, wir drücken niemandem etwas auf“, betont Sabrina Buschmann, „und natürlich kostenfrei.“

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