Einstimmiges Votum macht Geld frei für externen Sportstättenbedarfsplan

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Im Rathaus stimmten nach langer Diskussion letztlich alle Parteien zu, Geld bereitzustellen für ein externes Gutachten zum Thema Sportstätten. 

Bönen – Die Gemeinde wird schnellstmöglich ein externes Gutachterbüro beauftragen, um einen Sportstättenbedarfsplan zu erstellen. Darauf einigten sich die Vertreter aller politischen Parteien im Haupt- und Finanzausschuss am Donnerstagabend.

Sie folgten damit nach langer Diskussion letztendlich der Vorlage der Verwaltung, die vorsieht ein externes Expertenbüro zu beauftragen mit der Erstellung eines Sportstättenentwicklungskonzepts. Bürgermeister Stephan Rotering hatte zu Beginn der Debatte noch einmal deutlich gemacht: „Wir als Verwaltung bleiben bei der Auffassung, wenn wir etwas auf Beine stellen wollen, muss das seriös und fundiert sein. Dazu muss man auch Geld in die Hand nehmen. Wenn wir über eine Millioneninvestition sprechen, dann müssen wir auch für eine angemessene konzeptionelle Unterlegung dieses Vorhabens sorgen und entsprechende Haushaltsmittel zur Verfügung stellen, damit wir eine vernünftige Datenbasis haben.“

 Mit Hinweis auf die vor vielen Jahren schon einmal angedachte Konzeption, Sportstätten auf dem Zechengelände anzusiedeln, betonte er, derart umfangreiche Planungen könne man nicht dem Zufall überlassen. „Dazu müssen genaue Bedarfe errechnet werden – etwa wie viele Jugendmannschaften wir künftig haben werden. Das sind wir unseren Sportvereinen schuldig.“ 

Der zuständige Fachbereichsleiter Andreas Otte, ergänzte: „Es liegen uns bereits zwei Angebote von externen Büros vor.“ Die Zeitschiene für die Erstellung des Gutachtens bewege sich bei sechs bis neun Monaten. Er betonte, entscheidend sei nicht zuletzt, dass ein externes Büro unvoreingenommen an die Sache rangehen würde. „Zudem sehe ich weder die Personalkapazität noch das Knowhow in der Verwaltung, um das zu erarbeiten.“ 

Thomas Köster (SPD) erläuterte noch einmal ausführlich, warum seine Partei gegen den Vorschlag sei, Geld für ein externes Büro auszugeben. „Die Unternehmen fangen wieder bei Null an, und sind auf die Informationen der Verwaltung angewiesen.“ Viele Daten seien schon bekannt und lägen der Verwaltung bereits vor. Da würden dann von externen Gutachtern auf hunderten von Seiten alle möglichen Daten erfasst und am Ende einige rausgepickt. 

"Wir wissen, wo der Schuh drückt"

„Wir wollen keine Zeit verlieren, denn wir wissen, wo der Schuh drückt. Deshalb brauchen wir einen Umsetzungsplan, der möglichst bald in Angriff genommen werden kann – mit Priorität beim Fußball.“ Trotzdem seien alle politischen Partien gar nicht so weit voneinander entfernt. „Wir wollen auch das Haus nicht ohne Architekt bauen. Wenn Hilfe eingekauft werden muss, dann zum Beispiel für Ingenieurleistungen.“ Ein allgemeiner Entwicklungsplan sei nach Ansicht seiner Fraktion nicht notwendig. „Wir wollen jetzt anfangen und nicht Monate warten.“ 

Detlef Pilz (CDU) hielt dagegen, dass das Sportstättenkonzept insgesamt angeschaut und umgebaut werden müsse. Und er machte noch einmal deutlich: „Wir werden mit Sicherheit beim Fußball anfangen.“ Friedhelm Lange (Bündnis90/Die Grünen) ging in der Diskussion noch einmal auf die Empfehlungen der Gemeindeprüfungsanstalt GPA ein, die Empfehlungen für Einsparungen durch Schließung von Sportstätten abgegeben hatte, aber auch zur Erstellung eines externen Sportstättenkonzeptes. 

„Wir denken darüber nach, aber wir entscheiden im Dialog mit den Sportvereinen. Wir wissen alle, dass die Sportstätten umgebaut werden müssen. Dabei geht es nicht nur um die Vereine, sondern auch um den Schulsport.“ 

Zudem brachte Lange das Zechengelände als Sportanlagenstandort ins Spiel, denn das Gelände am Rehbusch sei ein interessantes Gebiet für infrastrukturelle Entwicklung, schließlich liegt der Sportplatz in einem Wohngebiet. „Wir brauchen ein moderates Konzept“, so Lange weiter. „Die Verwaltung hat eine gute Vorlage erarbeitet. Es hilft uns aber, jemanden von außen drüber gucken zu lassen. Es geht darum, ein Konzept zu haben, das nutzt.“ 

"Ein Konzept, das Handeln ermöglicht und nicht nur Zahlen sammelt"

Ruth Tietz (Die Linke) sprach sich zunächst klar gegen eine externe Planung und die damit verbundenen Kosten aus. „Wir sind keine Großstadt. Wo die Probleme liegen, ist allgemein bekannt. Es gibt genügend Fördermittel vom Land . Das können wir alleine stemmen.“ 

Bekannt sei allerdings auch, konterte Friedhelm Lange, dass viele Förderprogramme schlüssige Konzepte fordern. „Fördermittel lassen sich gut beantragen, wenn sie von einem Gutachten unterfüttert sind, das von außen kommt.“

„Ich gebe nicht gerne Geld für unnütze Dinge aus“, griff Bürgermeister Rotering den Faden auf. „Für einen neuen Belag brauchen wir sicher keinen Plan, aber für einen möglichen neuen Standort sehr wohl. Wie viele Sportplätze brauchen wir in Zukunft? Wir müssen genau wissen, wie geht die Entwicklung weiter. Am Ende ist das gut investiertes Geld.“ 

Die SPD bat an dieser Stelle um eine fünfminütige Beratungspause. Danach stimmten die Sozialdemokraten einem externen Gutachten zu – „wenn es nicht um eine klassische große Datenerfassung geht“, so Köster. „Wir wollen knackig anfangen.“ 

Ruth Tietz schloss sich dem an: „Ich bin für eine abgespeckte Version. Wir brauchen allerdings aktuelle Zahlen zur demografischen Entwicklung.“

Friedhelm Lange brachte es auf den Punkt: „Wir wollen alle ein Konzept, was Handeln ermöglicht, und nicht nur Zahlen sammelt.“

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