Einstimmiger Kompromiss im Rat

Gemeinde sucht nach geeignetem Grundstück für ein Windrad

Windrad im Sonnenuntergang
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Wird sich demnächst auch in der Gemeinde Bönen ein Windrad drehen?

Die Gemeinde Bönen wird prüfen, ob sich in Gewerbeflächen ein Standort für den Bau eines Windrades anbietet. Mit dieser Verallgemeinerung des Auftrags hat der Antrag der Grünen für diesen Beitrag zum Klimaschutz im Rat die ungeteilte Zustimmung gefunden.

Bönen – Die in den ersten Beratungen diskutierten Optionen im Bebauungsplan 41 hatten Widerspruch der Verwaltung und Skepsis bei SPD und CDU ausgelöst: Die fraglichen Standorte stünden der Vermarktung der Flächen in Regie und Eigentum der WFG womöglich entgegen. Die Schaffung von Arbeitsplätzen müsse Vorrang haben.

Dem Vernehmen nach sind aber Alternativflächen eine genauere Betrachtung wert. Die soll die Verwaltung nun vornehmen und zugleich ein Szenario für ein Bürgerwindrad skizzieren. Das Modell bietet die Möglichkeit, Bürger an der Erzeugung von Öko-Strom wirtschaftlich zu beteiligen und die Idee breit zu verankern. Nur so dürften Chancen bestehen, bei der Vergabe von Einspeisevergütungen durch die Bundesnetzagentur mit rentablen Erlösen zum Zuge zu kommen. Bürgerwindräder sind bei dieser Versteigerung für die geringsten Gebote nach dem Gesetz privilegiert.

Um ein Privileg geht es auch den Grünen. Sie haben einen Standort im Gewerbegebiet ins Gespräch gebracht, weil da nicht so strenge Maßstäbe angelegt werden, etwa beim Mindestabstand von 1000 Metern zur Wohnbebauung. An den festgelegten Windkraftstandorten gibt es diesen Konflikt, der übrige Außenbereich ist tabu. Weil in Gewerbegebieten eigentlich kein Wohnen vorgesehen ist, stehen da die Chancen diesbezüglich besser.

Machbarkeitsstudie davon abhängig machen, dass Flächen verfügbar sind

Das hob Klaus Viertmann für die Antragsteller im Rat erneut hervor. Nachdem sich an der Konkretisierung auf den Bebauungsplan 41 die Geister geschieden hätten, „würden wir als Kompromissvorschlag unseren ersten Antrag sehen: Die Bitte an die Verwaltung zu prüfen, ob bevorzugt im Gewerbegebiet am Mersch Flächen für die wirtschaftliche Errichtung einer Windkraftanlage verfügbar sind, und eine Machbarkeitsstudie davon abhängig machen, dass Flächen verfügbar sind.“

Nachdem sich die SPD – wohl wegen möglicher Konflikte bei der Vermarktung – zunächst öffentlich nicht äußern wollte, erklärte Fraktionschef Dirk Lampersbach nun Zustimmung. „Wir bitten aber darum, dass man nicht nur die Flächen betrachtet, die in kommunalem Besitz sind“, fügte er an. „Sondern, dass man auch eine Gesamtbetrachtung des Gemeindegebietes vornimmt, um festzustellen, wo ist es möglich, eine Windkraftanlage aufzustellen.“ So könnten auch Bönener Bürger mit geeignetem Grundbesitz angesprochen werden.

Daraufhin erinnerte Klaus Viertmann noch einmal an die Ausschlusskriterien: „Ich fände es auch gut. Aber unser aktuelles Planungsrecht lässt das nicht zu, weil wir erst die leidigen Vorrangflächen ausweisen müssen.“

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