Einladung der BIG-Partei sorgt für Diskussionen im Bönener Integrationsrat

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Die Einladung von Vertretern der BIG-Partei ausserhalb der Tagesordnung in den Integrationsrat sorgte für Zündstoff.

Bönen Für Irritation und hitzige Diskussionen sorgte am Donnerstagabend im Integrationsrat der Gemeinde die einsame Entscheidung des Vorsitzenden Senay Oturak, kurzfristig ein weiteres Thema auf die Tagesordnung zu setzen: Zwei Vertreter der umstrittenen BIG-Partei waren erschienen, um ihre Politik in dem Gremium vorzustellen.

Mit Hinweis auf die Unzulässigkeit einer Erweiterung der Tagesordnung, verhinderten Vertreter der Ratsfraktionen schließlich, dass die Partei in dem Beirat für sich werben konnte. 

Eigentlich war das einzige Thema auf der Tagesordnung eine mögliche Städtepartnerschaft mit einer Stadt in der Türkei. „Bönen braucht eine Städtepartnerschaft mit einer türkischen Stadt, weil es eine große türkische Community in Bönen gibt“, begründete Oturak zunächst, warum er Vedat Atalay als Beauftragten für Partnerschaften der türkischen Region Bolu eingeladen hatte.

Es bestehe bereits seit elf Jahren eine Partnerschaft zwischen der Stadt Neuss und der Region Bolu im Norden der Türkei, referierte Atalay. In dieser Region, in der Mitte zwischen Istanbul und Ankara, liege auch die Stadt Seben, die an einer Städtepartnerschaft mit Bönen interessiert sei, unterstrich Atalay.

Städtepartnerschaft derzeit eigentlich kein Thema

In Bönen ist das allerdings derzeit bekanntlich kein Thema. Bürgermeister Stephan Rotering und der Rat hatten sich zuletzt darauf verständigt, dass eine weitere Städtepartnerschaft neben Billy Montigny in Frankreich und Trzebinia in Polen in absehbarer Zeit nicht zur Debatte stehe – nicht zuletzt aus Kostengründen. Um so erstaunlicher dürfte für die Ratsvertreter im Integrationsausschuss der Vorstoß Oturaks gewesen sein, ungeachtet dessen das Thema Städtepartnerschaft auf die Tagesordnung zu setzen.

Warum gerade Seben in der Provinz Bolu? Gemeinsamkeiten gibt es in beiden Kommunen eher nicht. „Wichtig ist, dass es sich bei der Partnerstadt nicht um die Heimatregion vieler in Bönen ansässiger Türken handelt“, argumentierte Atalay. „Es soll ja keine Fahrt in die Heimat werden, sondern ein lebendiger Kulturaustausch.“ Die Informationen wollen die Vertreter der Ratsparteien jetzt in ihren Fraktionen weitergeben und diskutieren. 

Kontroverse Diskussion

Für Irritation sorgte anschließend die Ankündigung Oturaks, er habe die Tagesordnung kurzfristig erweitert und zwei Vertreter der BIG-Partei eingeladen, um ihnen im Rahmen des Integrationsrates die Gelegenheit zu geben, ihr politisches Programm vorzustellen. CDU-Ratsherr Christian Lein, der als Gast anwesend war, gab zu bedenken, dass die BIG-Partei der AKP Erdogans nahestehe.

„Wann hört es endlich auf, dass Erdogan ständig kritisiert wird und man sich rechtfertigen muss?“ eröffnete Feridun Güney die Debatte. „Erdogan ist der gewählte Präsident der Türkei.“

Friedhelm Lange betonte schließlich, der Integrationsrat als offizielles Gremium der Gemeinde sei nicht der Ort für die Werbung einer einzelnen Partei. Mit Hinweis auf die Tagesordnung wurden die BIG-Vertreter ohne Vortrag wieder entlassen. 

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