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Papas schicken Audi beim Beutezug ohne Führerschein auf der Flucht zerlegt

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Von: Sylvia Mönnig

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Symbolbild © Mediasuite

Mit einem unbekannten Komplizen knackte ein 19-jähriger Bönener in einen Kiosk in Kamen, flüchtete vor der Polizei und schrottete dabei Papas Wagen. Die Aufrechnung vor Gericht:

UNNA/BÖNEN – In der Nacht auf den 25. Januar 2021 zog es den jungen Mann aus Bönen und seinen Mittäter zu dem Kiosk. Sie schlugen ein Fenster ein. Einer verschwand im Innern, sammelte stangenweise Zigaretten und womöglich auch Alkohol ein, während der Andere Schmiere stand. Dann wurden sie gestört. Sie rannten mit ihrer Beute zum Auto, der 19-Jährige gab Gas, bekam die erste Kurve nicht und krachte in ein Haus. Das Duo türmte, zurück blieb der schrottreife Audi Q7 – vom Vater ungefragt „geborgt“, was ohne Führerschein anders kaum Erfolg versprach.

Das hielt aber eine zweite Tat nicht auf: Auf dem Parkplatz des Straßenverkehrsamtes in Unna parkte er Papas Auto am 14. Juni 2021 kurz mal um – und verursachte den nächsten Unfall.

Nun doch lieber geständig

Diebstahl im besonders schweren Fall, Fahren ohne Fahrerlaubnis sowie Unfallflucht wurden dem 19-Jährigen jetzt vor dem Amtsgericht Unna zur Last gelegt. Der Angeklagte hatte zuvor jegliche Beteiligung an dem Einbruch und der spektakulär misslungenen Flucht bei der Polizei bestritten und behauptet, zur fraglichen Zeit schlafend im Bett gelegen zu haben. Nun legte die Karten sofort auf den Tisch.

„Das gebe ich zu. Ich bereue, was ich gemacht habe“, betonte der Bönener im Hinblick auf den nächtlichen Vorfall in Kamen. Er habe seinen beteiligten Kumpel aber nicht verpfeifen wollen. Wie er auf die Idee gekommen sei, einzubrechen und den Pkw seines Vaters zu nehmen, wisse er nicht.

An zweites Mal am Steuer

Sein Anwalt hakte ein, verwies auf Corona und darauf, dass das den jungen Mann unter Umständen aus dem Tritt gebracht habe. Und auch den Vorfall auf dem Parkplatz des Straßenverkehrsamtes räumte der 19-Jährige ein. Eigentlich sei sein Cousin gefahren. Vor Ort habe er im Auto gewartet, während der Cousin Kennzeichen geholt habe. Allerdings habe der so geparkt, dass eine Frau nicht aus der Parklücke gekommen sei. Daher habe er das Auto umsetzen wollen, was schief ging.

Das umfassende Geständnis, echte Reue, realistische Zukunftspläne und der Umstand, dass sich der junge Mann sichnichts mehr zu Schulden kommen ließ, sorgten für ein glimpfliches Ende: Die Jugendrichterin beließ es bei zu 60 Sozialstunden.

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