Abitur in Bönen

Ein schwieriges Abschlussjahr: Vier Abiturienten ziehen Bilanz

Tafel Abitur Schule Schülerin
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Wegen der Corona-Pandemie erlebten die Abiturienten nicht nur in Bönen ein turbulentes Abschlussjahr. In diesen Tagen bekommen sie die Ergebnisse ihrer Prüfungen.

Sie mussten zu Hause lernen, hatten teilweise nur Online-Unterricht und mussten an ihren letzten Schultagen auf einiges verzichten – die Abiturienten erhalten in diesen Tagen die Ergebnisse ihrer Prüfungen. Vier Schüler des Abschlussjahrgangs am Marie-Curie-Gymnasium berichten über eine turbulente und schwierige Zeit. 

Bönen – Die Anstrengungen haben sich gelohnt. Nach den vergangenen nervenaufreibenden Wochen mit Homeschooling und Prüfungsstress mitten in der Corona-Pandemie haben fast alle Schüler des Marie-Curie-Gymnasiums ihre Abiturprüfungen erfolgreich bestanden. Vieles war anders als sonst, einiges hat den Schülern gefehlt. Aber mit dem erhaltenen Abschluss beginnt für sie ein neuer Lebensabschnitt. Vier Abiturienten berichten nun von ihren Erfahrungen der vergangenen Zeit.

„Ich hatte in den Klausuren keine großen Probleme“, berichtet Luca Steinke. Der 18-Jährige fühlte sich gut auf die Prüfungen vorbereitet: „Besonders die Lehrer waren sehr bemüht. Es war trotzdem nicht dasselbe, als wenn alles normal abgelaufen wäre. Homeschooling ist etwas Anderes als vor Ort zu sein.“ Einen großen Teil des Lernstoffs, der in den Prüfungen abgefragt wurde, mussten die Schüler zu Hause erarbeiten. Dabei wurde der Tagesablauf schnell eintönig, weil Treffen mit Freunden oder Vereinssport nur bedingt möglich waren. „Ich habe mich fast ausschließlich aufs Lernen konzentriert, weil ich kaum Ablenkungen oder einen Ausgleich hatte. Da fehlte die richtige Work-Life-Balance.“

Soziale Kontakte fehlten

Sein Teamkamerad und Mitschüler Fynn Täuber hat es ähnlich wahrgenommen. Beide sind gemeinsam im Fußballverein aktiv. „Mir fehlte die Bewegung. In den Osterferien habe ich das besonders gemerkt, obwohl ich ab und an Laufen war.“ Die vielen Kontakte aus der Schule und dem Sportverein kamen kürzer als gewohnt. Nur über Social-Media-Kanäle blieb der 17-Jährige mit Freunden in Kontakt.

Trotz der Umstände ist er mit seiner Prüfungsleistung aber sehr zufrieden. „Ich konnte meinen Lernplan gut einhalten. Auch der Druck und die Aufregung bei den Klausuren waren nicht so hoch wie erwartet.“

Kein Abiball und keine Abschlussfahrten

Etwas enttäuscht über die wegen der Pandemie verpassten Momente ist Klassenkameradin Joane Mevius. Sie ist zwar ebenfalls sehr erleichtert, dass sie ihr Abitur bestanden hat. Doch mit dem Kapitel Schule kann die 18-Jährige noch nicht richtig abschließen. „Ich hätte es mir alles anders vorgestellt.“ Denn die Abiturienten mussten auf vieles verzichten, was in den Vorjahren noch möglich war. „Wir hatten keine richtige Mottowoche. Die Stufenfahrt nach Berlin und die Fahrt mit dem Leistungskurs sind auch ausgefallen.“

Seitdem ich auf dieser Schule bin, träume ich von einem Abiball.

Anna Rosenthal

Deshalb möchten einige Schüler gerne nochmal gemeinsam eine Abschlussfahrt machen. Doch auch die Planungen hierfür sind schwierig und viel Zeit bleibt nicht mehr, da zum Beispiel ab August einige der Absolventen ihre Ausbildungen beginnen. Auch ein Abiball im klassischen Sinne kommt nicht zustande. „Dafür müssen wir dann mehr aus der Entlassfeier machen“, meint Joane Mevius.

Dass die Feierlichkeiten in diesem Jahr wohl kleiner ausfallen, bedauert auch ihre Freundin Anna Rosenthal besonders: „Seitdem ich auf dieser Schule bin, träume ich von einem Abiball.“ Deshalb engagierte sich die 19-Jährige mit weiteren Mitschülern im dafür zuständigen Komitee, das inzwischen die Planung der anstehenden Entlassfeier übernahm.

Komplett aufgeben wollen die Schüler aber noch nicht. Die Corona-Lage in der Region hat sich deutlich entspannt. Das Land hat Abifeiern außerhalb der Schulanlagen erlaubt. Zurzeit versuchen die Schüler, spontan eine Art Abiball zu organisieren, auch wenn nur die Schüler des Abschlussjahrgangs zugelassen sein werden und keine Begleiter teilnehmen können. „Aktuell versuchen wir, einen günstigen Termin zu finden. Wir wissen auch noch nicht, wie oder wo das ablaufen soll.“

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