Prozess vor dem Landgericht in Dortmund

38-Jähriger soll Bönenerin zweimal vergewaltigt haben

Der Vergewaltigungsprozess läuft vor dem Landgericht in Dortmund
+
Der einschlägig vorbestrafte Velberter steht vor dem Landgericht in Dortmund. Der Prozess wird sich voraussichtlich bis in den März hinein hinziehen.

Bönen/Dortmund – Schwere Vorwürfe erhebt die Staatsanwaltschaft gegen einen 38-jährigen Mann aus Velbert. Er soll im Sommer 2020 in Bönen seine Geliebte zweimal vergewaltigt haben. Im Prozess vor dem Dortmunder Landgericht schießt der Angeklagte jedoch zurück.

„Es gab keine Vergewaltigung“, behauptet der Mann dort. Die schlimmen Anschuldigungen habe seine Geliebte nur in die Welt gesetzt, um sich nach der Trennung an ihm zu rächen. Tatsache ist, dass er im Sommer 2020 ein Wochenende in Bönen verbrachte. Fest steht auch, dass es dabei zu sexuellen Handlungen gekommen ist. Während der Velberter jedoch beteuert, dass alles einvernehmlich abgelaufen sei, spricht die Frau von gewaltsam erzwungenem Sex und anschließenden Drohungen, niemandem etwas zu sagen.

Wie so oft bei Sexualdelikten gibt es auch in diesem Fall keine objektiven Zeugen, eindeutige Beweismittel fehlen ebenfalls. Jedoch ist da die Vergangenheit des Angeklagten, die möglicherweise tief blicken lässt: Er ist wegen einer Vergewaltigung vorbestraft. Doch auch dieses Argument verkehrt der Mann ins Gegenteil. „Sie wusste von meiner Vorstrafe“, sagt er über die Bönenerin. Sie habe ihm häufig gedroht: „Wenn du mich verlässt, gehe ich zur Polizei und hänge dir eine weitere Vergewaltigung an.“

Schwierige Beziehung

Die Beiden hatten sich 2016 über eine Dating-App kennengelernt, sich in der Folge aber nur sporadisch getroffen. Als Grund gab der Angeklagte an, seinerzeit nicht nur diese eine Freundin gehabt, sondern gleich drei Frauen eine Partnerschaft vorgespielt zu haben. „Das war manchmal gar nicht so leicht“, erklärte der 38-Jährige. Mit den passenden Ausreden habe er sich aber ganz gut durchwurschteln können.

Nur die Bönenerin habe immer mehr gewollt. „Mit ihr war es anstrengend.“ Immer, wenn der Velberter die Reißleine ziehen wollte, habe sie entweder mit der Anzeige bei der Polizei oder mit angeblichen Freunden aus der Rocker-Szene gedroht. Im schlimmsten Fall habe sie kräftig auf die Tränendrüse gedrückt und ihn so unter Druck gesetzt. Vor allem 2019 sei das ein Problem für ihn gewesen. Da brachte nämlich eine seiner Freundinnen eine gemeinsame Tochter zur Welt. Diese Frau heißt in den Schilderungen des Angeklagten deshalb „meine Verlobte“.

Der Prozess wird fortgesetzt, mit einem Urteil nicht vor März gerechnet.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare