Prozess wegen mutmaßlicher Vergewaltigung einer Bönenerin fortgesetzt

Chatverläufe sollen Licht ins Dunkle bringen

Der Prozess vor dem Landgericht Dortmund wird sich noch bis November hinziehen
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Der Mann aus Velbert muss sich vor dem Landgericht verantworten

Der Prozess gegen den mutmaßlichen Vergewaltiger einer Frau in Bönen tritt auf der Stelle. Ein Schöffe war kurz vor den Sommerferien plötzlich schwer erkrankt. Jetzt konnte die Verhandlung erstmals wieder am Dortmunder Landgericht aufgerufen werden. Eigentlich hatte die 35. Strafkammer schon für Mitte Juli die Plädoyers geplant gehabt. Jetzt wird sich das Prozessfinale aber auf jeden Fall noch bis in den November hinziehen.

Bönen/Dortmund - Grund ist zum einen die zwar inzwischen wiederhergestellte, aber dennoch zeitlich eingeschränkte Verhandlungsfähigkeit des Schöffen. Und zum anderen lässt der Angeklagte weiterhin nichts unversucht, um die Richter von seiner angeblichen Unschuld zu überzeugen.

In seitenlangen Chatprotokollen, die alle Gespräche zwischen dem Angeklagten aus Velbert und seiner Geliebten aus Bönen dokumentieren, will der Mann an mehreren Stellen Hinweise auf mögliche Lügen und Falschaussagen der Frau gestoßen sein. „Wir gehen also auf Nummer sicher und werden die kompletten Chatverläufe nun auch lesen“, sagte die Vorsitzende Richterin Britta Graja.

Graja hatte übrigens extra für diesen Verhandlungstag ihren Sommerurlaub unterbrochen. Noch am Montag wollte sie wieder zurück in die Ferien fahren. Auch eine Schöffin war vom Gericht aus ihrem Urlaub im Süden zurück nach Dortmund beordert worden. Die Fortsetzungsfristen im Strafprozess ließen den Richtern keine andere Wahl.

Velberter ist bereits achtmal vorbestraft

Inhaltlich wird an den folgenden Verhandlungstagen nicht viel passieren. Dem Schöffen soll Gelegenheit gegeben werden, sich vollständig auszukurieren, um anschließend wieder längere Sitzungen am Stück durchstehen zu können.

Am Montag erfuhren Prozessbeobachter nur, dass der Angeklagte bereits acht Vorstrafen in seiner Akte stehen hat. Nach mehreren Geld- und Bewährungsstrafen wegen Diebstahls, Betruges und Verstößen gegen das Waffengesetz hat er auch bereits eine Haftstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten wegen Vergewaltigung bis zum letzten Tag im Gefängnis verbüßt.

Aktuell wird ihm vorgeworfen, seine Geliebte aus Bönen bei einem Wochenendbesuch zweimal vergewaltigt zu haben. Der 38-Jährige beteuert jedoch seine Unschuld und sagt, die Frau habe ihm schon immer Ärger angedroht gehabt, falls er sich einmal von ihr trennen würde. Der Prozess wird fortgesetzt.

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