Eichenprozessionsspinner an zwei weiteren Stellen in Nordbögge

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Der Eichenprozessionsspinner breitet sich in Nordbögge weiter aus.

Bönen – Der Eichenprozessionsspinner ist in Bönen weiter auf dem Vormarsch. Das meldet die Gemeindeverwaltung. „Betroffen sind zwei weitere Gebiete in Nordbögge“, sagt Bauhofleiter Dennis Borkowiak.

„Auf dem Friedhof Nordbögge sind einzelne Bäume befallen und auf dem Lindenplatz die große Eiche.“ Zuvor waren die Raupen mit den giftigen Härchen bereits am Böggerkamp gesichtet worden. Die Gemeinde hat inzwischen die befallenen Gebiete abgesperrt und bittet Passanten, Abstand zu halten und sich nicht innerhalb der Absperrung aufzuhalten. „Die Umgebung kann aber betreten werden – sowohl am Lindenplatz, als auch auf dem Friedhof“, gibt Borkowiak Entwarnung. 

So extrem sei der Befall bisher in der Gemeinde noch nicht vorgekommen, räumt Borkowiak ein, das liege unter anderem am überwiegend trockenen, warmen Wetter, das für die Vermehrung der Eichenprozessionsspinner ideale Bedingungen biete. Deshalb fürchtet der Bauhofleiter, dass ihn die Raupen noch länger beschäftigen werden, zumal sie mittlerweile nicht nur in Eichen ausgemacht werden. 

Die Raupen hängen in den Zweigen der Bäume und bilden in Gruppen weiße Gespinste. Auf dem Friedhof Nordbögge ist der Befall punktuell an Bäumen, da werden wir versuchen, die Raupen mit handelsüblichem Sprühkleber zu vernichten“, sagt Dennis Borkowiak. 

Am Lindenplatz sei der Befall größer, da müssten die Gespinste von einer Fachfirma abgesaugt werden. Das sei aber frühestens am Mittwoch möglich. „Wir wollen vermeiden, die schwere chemischen Keule einzusetzen.“ Zwar habe die Raupe einen natürlichen Feind – den Kuckuck – aber der sei nach seiner Einschätzung klar in der Unterzahl. 

Die weißen Haare im dritten Raupenstadium des Eichenprozessionsspinnershaben Widerhaken mit dem Nesselgift Thaumetopoein. „Wer damit in Kontakt kommt, kann einen brennenden, juckenden Hautausschlag mit roten Flecken und Quaddeln bekommen“, sagt Amtsarzt Dr. Roland Staudt. „Auch Entzündungen der Augenbindehaut, Husten und Halsschmerzen können auftreten, wenn die Haare in Augen oder Atemwege gelangen. In Einzelfällen kann es bei überempfindlichen Personen zu allergischen Schockreaktionen kommen.“ Wer stärkere Beschwerden hat, sollte deshalb unbedingt zum Arzt gehen, rät der Mediziner. Als Erste Hilfe empfiehlt er, Duschen oder Abwaschen mit viel Wasser. 

Wer die Raupen in Bäumen auf Gemeindegebiet entdeckt, sollte das dem Ordnungsamt unter Telefon 933-0 melden. Gartenbesitzer sollten Befall ebenfalls melden. „Die Raupen selbst zu bekämpfen, ist keine gute Idee“, warnt Dennis Borkowiak. „Fachleute haben eine spezielle Ausrüstung dafür. Diese Arbeit sollten Betroffene daher den Profis überlassen.“

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