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Eichenspinner: Kampf gegen Giftraupe scheint erfolgreich zu verlaufen

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Von: Christoph Volkmer

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Wird bekämpft: der Eichenprozessionsspinner.
Wird bekämpft: der Eichenprozessionsspinner. © © Andreas Rother

Seit Jahren ist der Eichenprozessionsspinner in den warmen Monaten des Jahres auch in Bönen ein Thema. Die Haare der Raupen können bei Menschen, aber auch bei Haus- und Wildtieren zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie Haut- und Atemwegsreizungen führen.

Bönen – In der Gemeinde sind die Raupen des unscheinbaren Nachtfalters, die zu ihrer Verteidigung Brennhaare besitzen, unter genauer Beobachtung. „Subjektive betrachtet, erscheint mir das diesjährige Ausmaß der Population des Eichenprozessionsspinners dem Ausmaß der vorangegangenen Jahre zu entsprechen. Wir können weder einen bedeutenden Rückgang noch einen bedeutenden Anstieg der Population verzeichnen“, berichtet Maximilian Drexler vom Fachbereich Planen, Bauen, Umwelt der Gemeinde.

Deutlich zurückgegangen sei bis zum jetzigen Zeitpunkt aber die Zahl der Rückmeldungen aus der Bevölkerung, die betroffene Bereiche melden, so der Experte aus dem Rathaus.

Regelmäßige Kontrollen

Nichts geändert hat sich beim Prozedere, wie mit einer eingegangenen Meldung umgegangen wird. „Wird der Verwaltung ein Befall eines Baumes gemeldet, wird diese Meldung durch die Mitarbeiter des Bauhofs der Gemeinde überprüft. Weiterhin finden durch diese Mitarbeiter regelmäßige Kontrollen der gemeindlichen Grünflächen hinsichtlich eines Befalls statt“, berichtet Drexler.

Je nach Ort und Ausmaß des Befalls werden die betroffenen Bereiche wie zum Beispiel Spielplätze abgesperrt und entsprechend beschildert. In einigen Fällen sei es zudem unumgänglich, den Eichenprozessionsspinner zu entfernen. Diese Aufgabe wird auch in diesem Sommer an externe Unternehmen vergeben, die die betroffenen Bereiche dann absaugen. In diesem Jahr ist das bereits am Spielplatz Königsholz und am Schulzentrum erfolgt. „Da die Raupen mobil sind und sich nicht immer alle in der gleichen Phase ihres Entwicklungszyklus befinden, mussten einige Bereiche, wie das Gelände der Hellwegschule, auch schon mehrfach abgesucht werden“, schildert Drexler.

Diesmal keine Karte

Im Gegensatz zum vergangenen Jahr bietet die Gemeinde über ihre Homepage keine regelmäßig aktualisierte Karte an, auf der die aktuell betroffenen Bereiche farblich markiert dargestellt werden. Drexler erklärt den Grund: „In diesem Jahr haben wir uns gegen die Erstellung einer Karte entschieden, da diese sehr selten aufgerufen wurde.“

In diesem Frühjahr wurden, wie in den Vorjahren, vorbereitende Maßnahmen für die Bekämpfung der Eichenprozessionsspinner getroffen. Dazu zählten nach Information aus dem Rathaus die Absprache und die Koordinierung zwischen dem Ordnungsamt, dem Bauhof und dem Umweltbereich sowie den externen Unternehmern. Weitere Maßnahmen, wie das Testen von neuen Fallen, sind nicht erfolgt.

Nematoden im Einsatz

Für die Bäume an Kreisstraßen ist die Straßen.NRW-Regionalniederlassung Ruhr beziehungsweise deren Meisterei im Kreisgebiet zuständig. Straßen.NRW setzt seit zwei Jahren auf den Einsatz von Nematoden gegen den Eichenprozessionsspinner. Im April haben Mitarbeiter der Straßenmeisterei Unna ein Nematoden-Wasser-Gemisch in das frische Laub der Eichen gespritzt. „Dabei lag der Fokus auf den Standorten, an denen bereits in den vergangenen Jahren ein Befall festgestellt worden war“, so Nadia Leihs, Sprecherin der Regionalniederlassung.

Der frühe Einsatz habe in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass im Sommer deutlich weniger gefährliche Nester aufwendig entfernt werden mussten. „Alle Tiere werden durch das Spritzen nicht erwischt, vielleicht weil sie noch nicht weit genug entwickelt sind oder von Nachbarbäumen einwandern, sodass wir jetzt auch noch Nester entfernen müssen“, so Leihs.

Weitere Nistkästen für Vögel

Ein großflächiger Einsatz von Nematoden ist auf den gemeindlichen Grünflächen nicht vorgesehen. „Von dem Einsatz dieses Mittels wird derzeit abgesehen, da in Folge der Anwendung neben den Raupen auch andere Insektenarten in Mitleidenschaft gezogen werden können“, erklärt Drexler.

Wie in den Vorjahren soll der Kampf gegen die Verbreitung der Raupen auch natürlich – durch Vögel erfolgen. Dazu wurden im Gemeindegebiet 25 weitere Nistkästen angebracht. Die Anzahl soll noch weiter aufgestockt werden. Inwieweit die bereits aufgehängten Nistkästen Resultate hinsichtlich ihrer Wirksamkeit erbracht haben, stehe bisher noch nicht fest. Die verwendeten Fallen für den Spinner haben in Bönen indes keine positiven Resultate erbracht. „Durch die Fallen konnte nur eine sehr geringe Anzahl der Eichenprozessionsspinner gesammelt werden“, sagt der Umwelt- und Naturschützer aus dem Rathaus.

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