Ehemaliger Flüchtling hilft als Bufdi anderen Asylbewerbern 

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Rasak Ademola Shittu wurde jetzt von Bürgermeister Stephan Rotering, Fachbereichsleiter Jörg-Andreas Otte und dem Integrationsbeauftragte Khaled Abdulaal im Rathaus begrüßt.

Froh, in Bönen eine neue Heimat gefunden zu haben, will Rasak Ademola Shittu nun etwas zurückgeben: Als neuer "Bufdi" bei der Gemeindeverwaltung kümmert er sich nun andere Geflüchtete in der Gemeinde. 

Aufgewachsen in einem sicheren Land mit einem funktionierenden Gesundheitssystem, selbstverständlicher Schulbildung und guten Chancen auf einen Beruf ist es für viele schwer vorstellbar, welche Sorgen und Nöte die Menschen umtreibt, die bei uns Zuflucht suchen. Ganz anders ist das bei Rasak Ademola Shittu. Der 51-Jährige hat am 15. September seinen Bundesfreiwilligendienst bei der Gemeinde angetreten und will sich nun hauptsächlich um Geflüchtete in Bönen kümmern. Was sie bewegt, weiß er genau.

„Wir freuen uns, dass er uns jetzt verstärkt“, sagt Fachbereichsleiter Jörg-Andreas Otte von der Gemeindeverwaltung. „Aufgrund seiner Geschichte und Herkunft ist er für uns ein Türöffner und wird den anderen Flüchtlingen sicher guttun“, ist Otte überzeugt. Tatsächlich teilt Rasak Ademola Shittu das Schicksal zahlreicher Asylbewerber, die in Bönen ein neues Zuhause gefunden haben. Er kam vor fünf Jahren mit der großen Flüchtlingswelle aus Nigeria in die Bundesrepublik. In seinem von etlichen Konflikten belasteten Heimatland waren er und seine Familie ständig in Gefahr. Korruption, willkürliche Gewalt und Terroranschläge sind dort Alltag.

Der Afrikaner reiste zunächst nach Berlin, wurde dann aber zur Aufnahme nach Werne geschickt. Untätig auf den Ausgang seines Asylverfahrens zu warten, war so gar nicht seine Sache. Shittu bemüht sich deshalb sofort um eine Beschäftigung. Der gelernte Automechaniker absolvierte eine Fortbildung zum Schweißer und fand anschließend eine Arbeitsstelle im Bönener Industriegebiet. Er zog in die Gemeinde, und da sein Asylbegehren noch nicht abgeschlossen ist, kam er in die Betreuung von Khaled Abdulaal. 

Perfekt für die Aufgabe geeignet

Dem Integrationsbeauftragten bei der Verwaltung fiel der Nigerianer schnell auf, weil dieser sich sehr um seine Landsleute und andere Flüchtlinge bemühte. „Er ist ein positiver Mensch und begegnet den anderen Asylbewerbern auf Augenhöhe. Außerdem spricht er ihre Sprache. Die Akzeptanz ist dadurch hoch“, freut sich Abdulaal über die Unterstützung. Shittu spricht Deutsch, Nigerianisch sowie Englisch, hat einen Führerschein und aufgrund seiner Ausbildung handwerkliches Geschick. Damit ist der 51-Jährige perfekt geeignet für die Aufgaben eines „Bufdis“. „Er soll den Menschen zuhören, ihre Sorgen und Bedürfnisse aufnehmen und die Flüchtlinge zum Beispiel zum Arzt oder zu Behörden begleitete“, sagt Khaled Abdulaal.

Außerdem soll der „Bufdi“ die Hausmeister in den Flüchtlingsunterkünften unterstützen und die Post verteilen. „Wir haben ihn gern in unserer Reihe. Das ist sicher auch ein positives Signal an die anderen Flüchtlinge“, sagt Abdulaal. Voraussichtlich ein Jahr wird Rasak Ademola Shittu bei der Gemeinde bleiben. „Eine Verlängerung ist aber möglich“, erklärt der Integrationsbeauftragte.

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