Wiedereröffnung nach knapp vier Wochen

Edeka-Markt soll nach Modernisierung ein neues Einkaufserlebnis bieten

Maximilian Sauer vor Weinregal im Edeka-Markt
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Wo früher Milch und Molkereiprodukte standen, bietet Maximilian Sauer ab Donnerstag Wein und Spirituosen an.

Nach knapp vierwöchiger Umbauzeit wird der Edeka-Markt in der Ortsmitte am Donnerstag wiedereröffnen. Kunden werden dann einen gänzlich neuen Laden vorfinden, denn Inhaber Maximilian Sauer hat das Konzept komplett umgestellt – und für die umfangreichen Umbauarbeiten rund 1,5 Millionen Euro investiert.

Bönen – „Nicht kleckern, sondern klotzen“ könnte das Motto des 32-jährigen Unternehmers lauten, dessen Familie drei weitere Edeka-Märkte in Werl, Welver und Westönnen betreibt und seit 100 Jahren in mittlerweile sechster Generation der Edeka-Gruppe – einem genossenschaftlich organisierten Unternehmensverbund – angehört. Am 1. März übernahm die Familie Sauer den 1600 Quadratmeter großen Lebensmittelmarkt im Herzen Bönens von Matthias Milkner.

Schon da war klar, dass Maximilian Sauer den Laden komplett modernisieren wird. „Ich wollte den Kunden eine Erlebniswelt beim Einkaufen bieten, in der man sich wohlfühlt – helle Wände, Holzakzente, dunkle Regale und Fußböden“, erläutert Maximilian Sauer das Konzept. Weil die „Edekaner“ – die Ladeninhaber – selbstständig sind, entscheiden sie allein, wie ihr Geschäft aussieht. „Es gibt nicht die Standardeinrichtung. Dieser Laden ist genau nach meinen Vorstellungen gebaut worden. Edeka unterstützt zwar bei der Planung, macht aber keine Vorgaben.“ Zusätzlich hat sich Maximilian Sauer aber auch andere Geschäfte angeschaut und sich Ideen geholt.

Nachhaltigkeit und Klimaschutz

Wo welche Produktgruppen in einem Laden zu finden sind, ob sich der Kunde rechts oder links herum über die Verkaufsfläche bewegt, wie die Regale angeordnet sind, all das hat seine Wirkung, wissen Verkaufspsychologen. Oftmals werden Frischetheken für Käse, Wurst und Fleisch zum Ärger des Kunden am Ende des Geschäfts positioniert, damit der Kunde erst durch alle anderen Abteilungen wandern muss und das eine oder andere nicht geplante Produkt in den Einkaufswagen legt. „In diesem Fall mussten wir das leider beibehalten, weil eine Verlegung der Frischetheke technisch sehr aufwendig gewesen wäre und noch einmal viel Geld gekostet hätte“, erläutert Sauer. „Sonst hätten wir das gerne weiter nach vorne verlegt.“

Maximilian Sauer erneuerte sämtliche Kühltheken und -regale, die nun energieeffizient arbeiten und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten sollen.

Aber es ging dem frisch gebackenen Vater nicht nur um ein schönes Ambiente, sondern vor allem um Nachhaltigkeit und Klimaschutz für kommende Generationen. „Wir haben vom Boden bis zur LED-Deckenbeleuchtung alles erneuert, eine neue Frischetheke eingebaut, jede einzelne Kühltheke erneuert, um durch moderne Geräte Energie einzusparen.“

Seit dem 12. Juli liefen die Umbauarbeiten hinter geschlossen Türen auf Hochtouren. „Wir hatten Glück, dass die Arbeiten gut vorangingen und wir gut in der Zeit liegen“, sagt Maximilian Sauer. „Das Hochwasser hat zum Glück nur einen Teil der Lagerräume erreicht und keine schlimmeren Schäden angerichtet.“

Warengruppen neu platziert

Mit einbezogen in die Modernisierung ist die Verkaufstheke der Bäckerei Büsch, die dem Designkonzept angeschlossen ist: Holz und schwarze Metallakzente.

Schon der Eintritt in den Frischebereich zeigt, dass hier alles umgekrempelt worden ist. Die Obst und Gemüseabteilung ist künftig dreimal so groß wie zuvor. „Wir konzentrieren uns auf Frische und auf regionale Lieferanten. Die kennen wir persönlich“, erläutert Sauer das Konzept. Hinzu kommen sogenannte Convenience-Produkte – eine Salatbar und Snacks zum Mitnehmen.

Wo früher auf einem Meter Regalfläche Bioprodukte zu finden waren, wurde das Angebot nun auf neun Meter erweitert. „Ganz einfach, weil die Kunden immer mehr nach Bioprodukten verlangen“, sagt Sauer. Dafür ist die Non-Food-Abteilung kleiner geworden. Kosmetikartikel zum Beispiel wurden auf das Nötigste beschränkt. „Wir konzentrieren uns auf Lebensmittel, da liegt unsere Kompetenz.“

Die Obst- und Gemüseabteilung ist dreimal so groß wie vorher und bietet künftig zahlreiche regionale Produkte.

Überhaupt hat sich vieles verändert in den jetzt gerade aufgestellten Regalen, was die Verkaufsfläche übersichtlicher macht. Warengruppen sind ab sofort an anderen Stellen zu finden als zuvor. „Der Kunde muss sich zunächst mal zurechtfinden“, räumt Maximilian Sauer ein und bittet um Verständnis: „Auch die rund 40 Mitarbeiter, die in den Tagen vor der Eröffnung fleißig Regale mit Ware füllen, müssen am Anfang wahrscheinlich erst mal überlegen, wenn sie gefragt werden, wo welche Produkte jetzt zu finden sind.“

Inhaber gespannt auf Kundenfeedback

Neben der Frischetheke, in einem Extraraum, wo vorher Molkereiprodukte zu finden waren, wartet unter Holzbalken jetzt die Weinabteilung. Auch hier liege der Schwerpunkt eher auf deutschen Weinen, als auf Produkten aus Übersee.

Er ist gespannt auf die Kundenreaktionen ab Donnerstag. „Ich kann mir auch vorstellen, dass wir künftig regelmäßig Vorschläge von Kunden berücksichtigen, um noch besser zu werden“, sagt Maximilian Sauer.

Am Donnerstag, 5. August, öffnet Edeka Sauer um 8 Uhr wieder seine Türen für die Kundschaft. Der Edeka-Markt ist montags bis samstags von 7 bis 20 Uhr geöffnet.

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