Druide gibt den Segen auf keltischer Hochzeit

Braut Angelika Langheim (Zweite von links) und Bräutigam Florian Heinze (Zweiter von rechts) sowie die Trauzeugen wählten Kleidung nach keltischem Vorbild für die Zeremonie.
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Braut Angelika Langheim (Zweite von links) und Bräutigam Florian Heinze (Zweiter von rechts) sowie die Trauzeugen wählten Kleidung nach keltischem Vorbild für die Zeremonie.

Bönen - Eine keltische Hochzeit erlebt Bönen auch nicht alle Tage. Jetzt ließen sich Florian Heinze und Angelika Langheim von einem Druiden auf einer Wiese in Flierich trauen.

Der grüne Wiesenfleck mit dem improvisierten, kleinen Altar ist der Mittelpunkt der Zeremonie. Die herbstlich gefärbte Waldszenerie am ehemaligen Schacht VI in Flierich präsentiert die naturnahe Kulisse. Sich an den Händen haltend bildet der Familien- und Freundeskreis, von denen etliche in die typische Gewandung gekleidet gekommen sind, das äußere Symbol der Verbundenheit. In ihrer Mitte Florian Heinze und Angelika Langheim, beide ebenfalls in historischen Gewändern. Der aus dem Hessischen angereiste Druide von der Comardiia Druidacta beginnt mit den Ritualen der keltisch-druidischen Hochzeit.

Dabei sind die jungen Bönener bereits verheiratet und haben mit ihrem Eheversprechen Anfang August vor der Standesbeamtin im Fliericher Backhaus der gesetzlichen Pflicht Genüge getan. In einem zweiten Schritt wollen sie nun dieses Versprechen auf besondere Art bekräftigen. Es soll sich vollziehen im Rahmen des spirituellen Hintergrundes einer keltisch geprägten Trauzeremonie an einem vorher festgelegten Ort in der Natur, der von dem Druiden unter Einbindung der Elemente Luft, Wasser, Feuer und Erde nach den Grundsätzen aus der Naturreligion des Druidentums bestimmt und vorbereitet worden ist.

Dazu bedarf es einer symbolischen Reinigung und Weihe, bevor das Ritual beginnen kann. Bräutigam und Braut bestätigen noch einmal vor aller Welt, einander würdig zu sein, sodass dem Vollzug des Hochzeitsrituals nichts mehr im Wege steht.

Umringt von der Hochzeitsgesellschaft und unter eisernem Schweigen, unterbrochen nur von bekräftigenden „Heja-Rufen“ und den Beschwörungsformeln des Druiden in altbretonischer Sprache, wird die Zeremonie mit dem Segen von Braut und Bräutigam zu Mann und Frau vollzogen. Variable Zeichen und Formeln begleiten das etwa einstündige Ritual der Hochzeit – der „Eheleite“ – deren geheimnisvoller Faszination man sich nicht entziehen kann.

Zum Sinnbild für den Schutz von Familie und Haus und Hof wird Florian das Schwert, mit dem er auch ihre Liebe verteidigt, überreicht. Angelika wird mit der Bernsteinkette geschmückt, die ihr die Wahrung von Haushalt und Mehrung von Besitztum überträgt.

Als besonderes Zeichen der innigen Verbundenheit dient ein eigens von der Braut angefertigtes und mit persönlichen Symbolen versehenes Band, mit dem die Trauzeugen die Hände des Paares beim „Handfasting“ zusammenbinden. Mit dem Symbol der Kerze als Lebenslicht übertragen nun die Eltern des Paares den Auftrag zur Fortsetzung einer neuen zukünftigen Generation. Die gesamte Hochzeitsgesellschaft bestätigt die Fragen des Druiden bezüglich der Treue und Standfestigkeit des Paares. Nach der Ableistung eines gegenseitigen Schwurs wird die Heirat besiegelt, gefolgt von Hochrufen und kräftigem Schulterklopfen der Gratulanten.

Eine fröhliche Fortsetzung erlebt die Hochzeitsgesellschaft anschließend im Zechenturm, wo man bei Musik, Gesang und Tanz noch bis spät in die Nacht feiert.

Ihre Entscheidung für diesen Weg in ihrer religiösen Orientierung hätten sie bereits vor gut sieben Jahren getroffen, erklären Florian Heinze und Angelika Langheim. In den Elementen einer Naturreligion seien sie sich nähergekommen und hätten sich besser aufgehoben gefühlt, als das bei einer der traditionellen Religionen der Fall gewesen sei. Zur Stärkung ihrer Bande hätten sie sich für dieses Ritual entschieden und erhofften sich eine lebenslange Verbindung auf einer von den Mythen der Natur bestimmten Basis.

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