Große Nachfrage

DRK-Ortsverein Bönen startet Corona-Bürgertests zu den Randzeiten

Das Bönener DRK bietet zweimal wöchtentlich abends und sonntags kostenlos Bürgertests im DRK-Heim an.
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WA-Redakteurin Kira Presch machten zum Start des Angebots beim DRK-Orstverein Bönen den Corona-Schnelltest.

Bönen – Schnelltests – so genannte kostenlose Bürgertests – sind ab sofort auch zweimal wöchentlich abends und sonntags im DRK-Heim möglich. Ein Angebot, das viele Bönener nutzen. Die nächsten Tage sind auf der DRK-Homepage bereits ausgebucht. 

Wie es läuft beim DRK, das wollte ich einmal im Selbsttest ausprobieren – genau wie Michael Makiolla, Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes Unna, und Uwe Hasche, Kreisgesundheitsdezernent, die ebenfalls für den ersten DRK-Testtag einen Termin gebucht hatten. Für uns alle ist es übrigens der erste Schnelltest. Fazit: Es geht schnell, es tut nicht weh, eine gute Sache!

Bin ich negativ, oder habe ich mich doch irgendwo angesteckt mit dem Corona-Virus? Die bange Frage treibt uns alle in diesen Zeiten um. Da hilft nur, sich regelmäßig testen lassen. Inzwischen geht das kostenlos und bequem vor der Haustür mit wenig Aufwand. Die Apotheken haben angefangen mit Terminen tagsüber, das DRK ergänzt das Angebot ab sofort mit Terminen mittwochs und freitags abends und sonntags von 11 bis 16 Uhr.

Ich hatte mich ein paar Tage vorher auf der Internetseite des DRK angemeldet. Per Mail kam meine Terminbestätigung: Mittwoch, 19 Uhr, DRK-Heim am Königsholz 1a. Ich gehöre also zu den ersten, die hier den Bürgertest erhalten. Ich bin gespannt.

Tests nach Feierabend

Im Eingang muss ich zunächst den Fragebogen mit meinen Personalien ausfüllen. Den nimmt Karl-Heinz Pelz am Empfang entgegen, registriert mich und händigt mir meinen Testbogen aus. Ich muss gar nicht lange warten, sondern bin schon an der Reihe. Timo Beckschäfer, stellvertretender Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Bönen, der an diesem ersten Testtag zusammen mit Thomas Beckert die Abstriche macht, führt mich zu dem Stuhl hinter einem Sichtschutz.

Beide sehen in ihrer Schutzkleidung ein bisschen wie Außerirdische aus. Hilft aber nichts, es dient schließlich der Sicherheit aller. Ich möchte allerdings nicht mit ihnen tauschen. Schön, dass sie das in ihrer Freizeit auf sich nehmen. „Alle, die hier mithelfen, machen das ehrenamtlich neben ihrem Job“, sagt Angelika Flechsig, die Vorsitzende des DRK Ortsvereins Bönen.

Jetzt wird’s ernst. Timo Beckschäfer gibt Anweisungen: Ich soll mich erst mal entspannen, dann die Maske runter nehmen und den Kopf nach hinten beugen. Welches Nasenloch mir lieber ist, fragt er. Ehrlich gesagt, das ist mir egal. Er entscheidet sich für das linke und schiebt das Teststäbchen in die Nase „bis zu dem verdickten Teil des Stäbchens“, erklärt er mir. Das reiche für ein verlässliches Ergebnis. Ich finde auch, das reicht. Bis dahin ist das gut auszuhalten.

Das Ganze dauert ein, zwei Sekunden, dann ist die Prozedur auch schon überstanden. Tiefer, wie ich es von PCR-Tests kenne, ist da schon unangenehmer. „Das hängt auch immer davon ab, von welchem Hersteller der Test kommt“, sagt Timo Beckschäfer. „Das variiert immer ein bisschen. Theoretisch ist auch ein Rachenabstrich möglich, aber ein Nasenabstrich ist sicherer.“ Das war es auch schon.

Timo Beckschäfer macht mit meinem Abstrich den Test. Jetzt heißt es, 20 Minuten warten. Während ich im Wartebereich Platz nehme, erscheint Uwe Hasche, der Gesundheitsdezernent des Kreises. Auch er möchte das Angebot des DRK, sich am Abend testen zu lassen, nutzen. „Das ist mein erster Schnelltest. Ich hab mich riesig gefreut, dass das DRK das hier anbietet“, sagt der Bönener. „Das gibt es nicht in allen Kommunen. Da gibt es aber sehr spannende Modelle und Entwicklungen im Kreis, ich glaub, da tut sich noch viel.“

Vor Ort kreativ werden

Was hier gerade passiert, sei das, was er vor Wochen im Gespräch mit dem Gesundheitsministerium in Düsseldorf vorgeschlagen habe: ein breit gefächertes, niederschwelliges, wohnortnahes Angebot hinzukriegen. „Das Testen tagsüber unter der Woche bekommt man gut über Ärzte, Apotheken und medizinische Dienstleister hin, die Randzeiten abends und am Wochenende könnte man hervorragend über Joint Ventures, Feuerwehr und Hilfsorganisationen abdecken. Das fand das Ministerium spannend, und dann habe ich nie wieder was davon gehört. Das ist das, was ich den Bürgermeistern im Kreis im Moment ans Herz lege – ihr müsst vor Ort kreativ werden. Wir können als Kreis nicht alles stemmen.“

Als DRK-Kreisvorsitzender hat sich auch der ehemalige Landrat Michael Makiolla für seinen ersten Schnelltest in Bönen angemeldet. „Das, was hier stattfindet, ist vorbildlich und einzigartig im Kreis“, bestätigt Makiolla. „Ich hätte mir gewünscht, dass noch ein paar Ortsvereine mehr im Kreis das auf die Beine stellen. Die Bönener waren die Ersten, aber vielleicht kommen ja noch andere nach.“

Abstrich lässt sich gut aushalten

„Wir hatten zum Beispiel die große Sorge, dass in Unna kein bedarfsgerechtes Angebot zustande kommt. Wir hatten bisher keine kommerzielle Schnellteststruktur im Kreis Unna, die sind nur in die Großstädte gegangen“, sagt Uwe Hasche. „Jetzt wird die Eissporthalle Unna wahrscheinlich zum Wochenende als Testzentrum eröffnen.“

Mittlerweile werden auch Uwe Hasche und Michael Makiolla zum Test gerufen. Entspannen, Maske ab und Kopf in den Nacken. Und wie war’s? Beide haben nichts zu meckern. Im Gegenteil. Daumen hoch. Das ist eine gute Sache, finden beide – es geht schnell, und man kann den Abstrich wirklich gut aushalten.

Die Wartezeit ist abgelaufen. Mein Testergebnis liegt vor. Thomas Beckert kommt mit einer Pappschale und einem Testindikator darin zu mir. „Darf ich Sie zum Gespräch in den Nebenraum bitten?“ Oh je, was bedeutet das? Bin ich positiv getestet? Bis jetzt war die Atmosphäre sehr entspannt. Jetzt werde ich doch nervös.

Privatsphäre wird gewahrt

Wir gehen nach nebenan. Thomas Beckert weist auf das Testfeld: „Wie Sie sehen, ist Ihr Testergebnis negativ.“ Ich hätte das jetzt nicht gesehen, denn es ist mein erster Test, aber ich glaube ihm gerne. Aber muss er mich denn so erschrecken? „Wir teilen das Ergebnis immer – egal ob positiv oder negativ – im Nebenraum mit, weil in dem großen Testraum auch andere Menschen warten. So ist die Privatsphäre gewahrt“, erklärt Angelika Flechsig. Niemand möchte ja gerne vor Fremden erfahren, dass er positiv ist. Obwohl auch das noch nichts Endgültiges bedeute. Schließlich haben die Schnelltests eine gewisse Fehlerquote. Ein Teil der Positivergebnisse stelle sich später bei der Überprüfung mit einem PCR-Test als negativ heraus, erfahre ich.

Dennoch gilt erst einmal bei einem positiven Ergebnis: Das Gesundheitsamt wird informiert, der Patient muss in den nächsten 24 oder 48 Stunden beim Arzt einen PCR-Test machen. Bis zum Ergebnis muss er in Quarantäne bleiben.

Das bleibt mir zum Glück erspart. Ich darf meine schriftliche Bestätigung mit nach Hause nehmen, dass ich negativ bin – jedenfalls für den Moment. Jede neue Begegnung kann aber wieder eine mögliche Ansteckung bedeuten. Also gehe ich jetzt regelmäßig zum Bürgertest. Das geht schnell, ist keine große Sache, und ich hab etwas mehr Sicherheit im Alltag. Irgendwann wird wohl auch das Routine werden.

Schnelltest beim DRK

Im DRK-Heim am Königsholz finden Schnelltests jeweils mittwochs und freitags von 18.30 bis 21 Uhr und sonntags von 11 bis 16 Uhr statt. Eine Anmeldung ist erforderlich im Internet unter www.drk-boenen.de/corona-schnelltest.

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