Geduldsprobe für Bramey Lenningsen Flierich

So steht es um das geplante Dorfgemeinschaftshaus in Bönen

Der Boden ist bereitet, seit im November vergangenen Jahres die Ermelingschule abgerissen an der Lenningser Straße abgerissen wurde. Auf dem Gelände hinterm Zaun soll das DGH mit etwa 270 Quadratmetern entstehen. Der Förderverein wartet darauf, mithelfen zu können.
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Der Boden ist bereitet, seit im November vergangenen Jahres die Ermelingschule abgerissen an der Lenningser Straße abgerissen wurde. Auf dem Gelände hinterm Zaun soll das DGH mit etwa 270 Quadratmetern entstehen. Der Förderverein wartet darauf, mithelfen zu können.

Streng genommen müsste das DGH anstelle der Ermelingschule jetzt fertig sein. Aber erst kommenden Monat soll‘s was werden mit dem Bauantrag.

Bönen – Ein knappes Jahr nach dem Abriss der Ermelingschule für das Dorfgemeinschaftshaus existiert der Dorftreff für Bramey, Lenningsen und Flierich nicht mal auf dem Papier so recht. Der mit Elan gegründete Förderverein tritt frustriert auf der Stelle. Aber jetzt kommt die Gemeinde mit dem Projekt wohl in die Gänge.

Externer Architekt soll Projekt übernehmen

Bis Mitte/Ende Oktober soll der Bauantrag für das Dorfgemeinschaftshaus für Lenningsen, Bramey und Flierich bei der Genehmigungsbehörde im Kreishaus auf dem Tisch liegen – und ab diesem Moment ein externer Fachmann die Fertigstellung des in Verzug geratenen Projekts in die Hand nehmen.

Verwaltung hat mehr Arbeit als Hände dafür

Das hat der Leiter des Fachbereichs Bauen, Robert Eisler, auf Anfrage der Redaktion mitgeteilt. Bei diesem Vorhaben am Standort der dafür im November abgerissenen Ermelingschule hat sich in besonderer Weise gezeigt, dass die Verwaltung – wie berichtet – nicht über genug Ressourcen verfügt, aus dem laufenden Geschäft heraus die Pläne für das Projekt aufzulegen und umzusetzen. So war es zunächst geplant, um Geld zu sparen.

Erste Förderfrist bis Ende September

Gemäß der Bestimmungen für die im Frühjahr 2020 bewilligten 363 000 Euro Landesförderungen müsste spätestens dieser Tage die Fertigstellung gefeiert werden. Bis zum 30. September des Folgejahres muss das Geld in der Regel ausgegeben sein. Aber es ist ja nicht einmal der Bauantrag gestellt. Die Gemeinde hat bei Ministerin Scharrenbach eine Verlängerung des Förderkorridors bis Ende nächsten Jahres erwirkt.

Vereine drängten auf Kurswechsel

Das werde reichen, um die Gemeinschaftseinrichtung für Aktivitäten der Ortsteile und ihrer Vereine fristgerecht zu errichten, teilte Eisler des Weiteren mit. Zumal die Detailplanung, Begleitung der Vergabe und Bauüberwachung nun eingekauft werde. Darauf hatten zuletzt auch die beteiligten Vereine schon gedrängt in der Erkenntnis, dass die Verwaltung sich nach der Sammlung der Vorstellungen für Zuschnitt und Ausstattung des Mehrzweckgebäudes mit der Umsetzung bei der Planung schwertat. Nun holt sie sich doch Entlastung.

Baurecht besteht schon

Für das Areal an der Ermelingstraße ist parallel ein Bebauungsplanverfahren zur Absicherung der vorgesehenen Nutzung eingeleitet, aber noch nicht abgeschlossen. Das vorgezogene Beteiligungsverfahren ist gelaufen, Auswertung und Abwägung stehen aus. Die Verwaltung geht aber davon aus, dass Genehmigung und Bau des Dorfgemeinschaftshauses heute schon nichts im Wege steht, da dessen Standort aktuell als Gemeinbedarfsfläche exakt für solche Zwecke gewidmet ist.

Förderer beklagen „fürchterlich toten Punkt“

„Für den Förderverein ist das Projekt an einem fürchterlich toten Punkt“, machte dessen Vorsitzende Claudia Gebhard aus dem Frust in den Reihen der gut 120 eingeschriebenen Unterstützer keinen Hehl. „Es macht keinen Spaß, wir können einfach nichts tun.“ Gerade habe sich die Gelegenheit geboten, bei der Schließung eines Cafés zu schauen, ob dort günstig Ausstattung fürs DGH zu haben ist. „Wir haben zwar auch einen Lagerraum. Aber solange nicht klar ist, wann gebaut wird, wollen wir solche Entscheidungen nicht treffen“, sagte Gebhard.

Strukturen des Vereins noch im Aufbau

Über den Kurswechsel bei der Ausführung in Regie eines Architekten hatte die Verwaltung den Verein noch nicht informiert. Die Vorsitzende erneuerte nun die Ansage, „dass wir gern in allen Stadien des Projektes mithelfen.“ Nur sehe sich der Vorstand gegenüber den Mitgliedern verpflichtet, nicht ins Blaue hinein zu agieren, sondern auf klarer Basis.

Deswegen ließe auch der zweite Newsletter des Fördervereins auf sich warten. „Der ist zurückgestellt, weil wir den Mitgliedern auch tatsächlich Neues über das Vorhaben mitteilen wollten.“ Ohnehin sei nach der Gründungsversammlung mit stolzen 108 ersten Mitgliedern der Aufbau der Vereinsstrukturen wegen der ungewissen Situation noch nicht abgeschlossen.

Spender wartet auf konkrete Schritte

„Wir haben noch keine Beiträge eingezogen. Der ganze aufwendige Prozess mit der Online-Anmeldung und den Datenschutzbestimmungen steht noch aus“, so Gebhard weiter. Damit soll es weiter gehen, wenn es auch mit dem Hausbau weiter geht. Mit 20 Euro Jahresbeitrag allein wird sich der Beitrag des Vereins zur Ausstattung des DGH kaum bestreiten lassen. Eine größere Spende sei in Aussicht gestellt, erfolge „aber auch erst, wenn klar ist, was mit dem Geld gemacht werden kann.“

Und teurer wird es wohl auch

Wo das Engagement der Gemeinde endet und der Förderverein weiter macht – sei es mit Eigenleistungen am Bauwerk oder bei der Ausstattung – sei ebenfalls noch nicht klar definiert. Gebhard: „Es stehen ja insgesamt 420 000 Euro zur Verfügung, aber dass die inzwischen nicht mehr reichen werden, weiß auch jeder.“

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