Distanzunterricht in Schulen

Viele Eltern melden ihr Kind vom Präsenzunterricht ab

MCG, Marie-Curie-Gymnasium Bönen, Tor, Schild Kontaktsperre
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Viele Bönener Eltern haben ihre Kinder am Montag nicht zur Schule geschickt, so auch im Marie-Curie-Gymnasium. Während die Schüler ab Klasse acht ohnehin zu Hause bleiben müssen, können die Eltern bei den jüngeren entscheiden zwischen Präsenzunterricht und Homeschooling.

Bönen – Distanz statt Präsenz – so heißt die aktuelle Parole, die die Regierung am Freitag für alle Schulen ausgegeben hat. Nachdem das Schulministerium NRW lange an der Präsenzpflicht festgehalten hatte, sind jetzt alle Schüler aufgefordert, wenn möglich zu Hause zu bleiben.

In der letzten Woche vor den verlängerten Weihnachtsferien findet für die Klassen eins bis sieben sogenannter Hybridunterricht statt, sowohl als Präsenz-, als auch als Distanzunterricht. Ab Klasse acht gilt ohnehin Distanzunterricht. Die Vorbereitungszeit war erneut kurz für Eltern und Schulen, die die neuen Vorschriften nach dem Wochenende umsetzen mussten. Am ersten Tag meldeten alle Bönener Schulen, dass der größte Teil der Schüler zu Hause geblieben war.

In der Humboldt-Realschule erschienen am Montag knapp 80 Schüler aus den Klassen fünf bis sieben von insgesamt 460 vor Ort zum Präsenzunterricht, bestätigt Schulleiterin Petra Coerdt. „Für die Klassen acht bis zehn besteht ohnehin verpflichtend das Homeschooling, diese Schüler haben keine Wahl“, erläutert Coerdt.

Sie rechnet damit, dass die Zahl der Schüler, die den Präsenzunterricht besuchen, in den kommenden Tagen weiter zurückgeht. „Viele Eltern hatten keine Möglichkeit, so schnell eine Betreuung für ihre Kinder zu organisieren. Schließlich kam der Lockdown mit den neuen Bestimmungen sehr kurzfristig erst am Freitag.“ Schulleiterin Petra Coerdt geht deshalb davon aus, dass die Zahl der Schüler, die in die Schule kommen, ab Mittwoch und Donnerstag weiter zurückgehen wird.

Mit Hausaufgaben dem Tag Struktur geben

„In einem Elternbrief hatten wir darüber informiert, wie der Präsenzunterricht und das Lernen auf Distanz laufen wird.“ Zum Glück seien die Bönener Schulen mittlerweile mit der Lernplattform I-Serve ausgestattet. So könne die Schule mit den Eltern und den Schülern in Kontakt treten. Hier werden auch die Hausaufgaben übermittelt. „Morgens um 7.45 Uhr werden die Aufgaben freigeschaltet, bis um 13.30 Uhr müssen sie zurückgeschickt werden. So wollen wir auch Struktur in den Tag der Schüler bringen.“

Voraussichtlich bis einschließlich 10. Januar wird die Präsenzpflicht ausgesetzt. Ende Januar stehen bereits die Halbjahreszeugnisse an. Ist es überhaupt möglich, die Schüler nach diesem Halbjahr zuverlässig zu benoten? Da sieht die Schulleiterin keine Probleme. „Bis vor Kurzem hat ja noch Präsenzunterricht stattgefunden. Und inzwischen ist das Lernen auf Distanz dem Präsenzunterricht gleichgestellt worden und darf ebenfalls benotet werden. Einige Klassen und einzelne Schüler sind wegen Corona in Quarantäne geschickt worden, aber viele Schüler waren fast das ganze Schulhalbjahr da, da können wir verantwortungsvoll Noten geben.“

Zeugnisbeurteilung auch in Coronazeiten kein Problem

Auch ihre Schulleiterkollegen an den anderen Bönener Schulen beurteilen das ähnlich. Der Verlauf des letzten Schulhalbjahres unter Coronabedingungen bereite keine Probleme in Hinsicht auf die nicht mehr fernen Zeugnisbeurteilungen. Die stehen Ende Januar auf dem Plan. Die Grundschulen müssen allerdings nicht alle Schüler bewerten. Halbjahreszeugnisse müssen nur für die dritten und vierten Klassen erstellt werden. „Wir haben die Zeugniskonferenz in diesem Jahr etwas nach hinten geschoben, um mehr Zeit zu haben“, berichtet Bianca Giese, die kommissarische Leiterin des Marie-Curie-Gymnasiums. Während an der Realschule die Abschlussklassen heute noch eine Deutscharbeit schreiben müssen – Mathe und Englisch sind bereits durch –, entfallen am MCG für diese Woche geplante Klassenarbeiten.

Auch Bianca Giese ist froh, dass das Bönener Gymnasium mit dem I-Serve Kommunikationsprogramm ausgestattet ist. Darüber habe man die Eltern informieren können und könne den Distanzunterricht vermitteln. Im MCG sind derzeit weniger als die Hälfte der fünften bis siebten Klassen anwesend. „Die Schüler des siebten Jahrgangs sind zum größten Teil in Quarantäne. Ab der achten Klasse gilt ohnehin Distanzunterricht.“

An der Goethegrundschule meldet Schulleiterin Annegret Berg, dass etwa 50 Prozent der 310 Kinder am Montag noch zur Schule gekommen sind. „Wahrscheinlich haben viele Eltern so kurzfristig keine Betreuung organisieren können“, vermutet Berg. Sie geht davon aus, dass die Zahl der Kinder im Präsenzunterricht in den kommenden Tagen weiter abnehmen wird. „Unsere Eltern sind sehr verständnisvoll und sehen, dass das sehr besondere Zeiten sind.“

Notbetreuung im Dezember und Januar möglich

Wer nicht über die digitale Ausstattung zu Hause verfügt, der holte am Montag das Unterrichtsmaterial in Papierform im Sekretariat ab. So auch an der Hellweggrundschule, wo nach Auskunft von Schulleiterin Antje Anbring-Keiter am Montag noch maximal zehn Kinder pro Klasse von den insgesamt 354 Schülern anwesend waren. Alle Schulen betonen, dass sie offen sind und für Kinder der ersten bis sechsten Klasse auch am 21. und 22. Dezember sowie am 6. und 7. Januar eine Notbetreuung anbieten für Eltern, die keine andere Betreuungsmöglichkeit haben.

„Nicht wir sind für die Maßnahmen verantwortlich. Wir handeln nach den Vorgaben, das vergessen manche Eltern“, macht Coerdt deutlich. „Wir versuchen, das Beste aus der Situation zu machen.“

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