Über die Sommerferien ändert sich nichts

Digitalisierung der Bönener Schulen erfordert weiter Geduld

Lernen am Computer - leichter gesagt als getan. An der Humboldt-Realschule Bönen ist die Ausstattung von gestern.
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Lernen am Computer - leichter gesagt als getan. An der Humboldt-Realschule Bönen ist die Ausstattung von gestern.

Beschlossen ist der stufenweise Ausbau der Digitaltechnik in Bönen Schulen. Nur ist damit noch nichts erledigt. Die Umsetzung kostet noch einige Zeit.

Bönen – Mit der Verabschiedung des Medienentwicklungsplans durch den Rat ist die Gemeinde Bönen der zeitgemäßen Ausstattung ihrer Schulen für Unterricht mit Computertechnik formal einen großen Schritt näher gekommen. Nur braucht es bei der Umsetzung des Investitionsprogramm über 800 000 Euro bis zum Jahr 2025 noch einige kleine Tapser, bis überhaupt mit den Ausbauvorhaben für dieses Jahr begonnen werden kann. Kurzum: Wenn die Schüler und Lehrer aus den Ferien zurück kommen, wird sich trotz der zur Verfügung stehenden Landesförderung von 715 000 Euro noch nichts getan haben.

Schulen müsse Anträge nach Ferien abstimmen

Denn die Maßnahmen müssen im Einzelnen zur Förderung angemeldet werden, wie Bürgermeister Stephan Rotering in Vertretung des Fachbereichsleiters Schulen, Jörg Andreas Otte, erläuterte. Daher müssten die vom Büro SIT im Digitalisierungskonzept abgestimmten Maßnahmen nach den Sommerferien formal mit den Schulen noch einmal abgestimmt werden, ehe sie in Düsseldorf abschließend beantragt werden können.

Bewilligung, Vergabe - es dauert noch

Zwar habe die Gemeinde für die Vergabe der Aufträge zur Verkabelung der Gebäude, Einrichtung der Wlan-Spots und der Elektroinstallation für die Stromversorgung Versorgung neuer Geräte wie der „Apple TV“ für Präsentationen Vorbereitungen getroffen, wie Rotering es im Rat versicherte hatte. Schließlich besteht etwa bei der Ausstattung der Humboldt-Realschule Eilbedürftigkeit. Nur ändert dieses „Gewehr bei Fuß Stehen“ nichts daran, dass die Beauftragung erst erfolgen kann, wenn der Bewilligungsbescheid vorliegt. Auch wenn für die Humboldt-Realschule ein Einzelantrag erfolgt, damit der überholte Computerraum gemäß der Anforderungen des Lehrplans neu ausgestattet werden kann.

Im neuen Schuljahr gehört Informatikunterricht verpflichtend in den Stundenplan. Mit der alten Ausstattung ist das aber nicht zu machen. Da wird noch improvisiert werden müssen.

In der ersten Tranche des gestaffelten Digitalausbau will die Gemeinde 438 000 Euro investieren. Sie wird für Verwaltung, Wartung und Aktualisierung der Technik in Regie des Dienstleisters auf Dauer tiefer in die Tasche greifen müssen. Auf 76 000 Euro jährlich werden diese Kosten schrittweise steigen.

Stau im externen Vergabewesen

Erschwert wird die Beauftragung der weiteren Maßnahmen nach Auskunft des Verwaltungschefs auch durch Engpässe im Vergabewesen. Wie berichtet, kooperiert Bönen hier mit größeren Nachbarn und wechselt zum Jahreswechsel von Unna zu Bergkamen, weil das effektivere Kapazitäten verspricht. Anders herum: Aktuell bleibt so einiges auf dem großen Stapel liegen.

Mit dem Verweis auf die zähe Vorgeschichte von 17 Monaten Erarbeitungsphase für den Medienentwicklungsplan hat die Vorsitzende des Schulausschusses, Silvia Gosewinkel, im Rat die Forderung wiederholt, die Politik mit regelmäßigen Berichten in den Gremien über den Fortgang der Digitalisierung auf dem Laufenden zu halten.

„Brückentechnik“ bis zum DSL-Anschluss steht

Eine Erfolgsmeldung gibt es aber schon: Der Versorgung der Schulen mit besseren Internetanschlüssen bis zum Glasfaseranschluss über das Weiße Flecken-Programm in drei Jahren steht vor dem Vollzug. Dass ein Zugang in der Nähe besteht, verschafft der Goetheschule einen DSL-Zugang mit 440 Mbit, für die Hellwegschule gibt’s 250 Mbit per VDSL. 1000 Mbit verspricht das Upgrade für die Realschule und das Marie-Curie-Gymnasium und 500 Mbit (alles Download) sind für die Pestalozzi-Hauptschule drin – wenn die Infrastruktur innen steht.

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