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So wurde in den Stimmbezirken gewählt

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Von: Sabine Pinger

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Landtagswahl 2022: Die Wahlbeteiligung in Bönen lag nur knapp über 50 Prozent
717 Bönener hätten im Forum der Goetheschule wählen können, auszählen mussten die Wahlhelfer am Sonntagabend nur 180 Stimmzettel. © Pinger Sabine

Das Interesse an der Landtagswahl war in der Gemeinde nur mäßig. Von den 13 216 Wahlberechtigten im Ort gab am Sonntag nur rund jeder Zweite seine Stimme ab. Die Kandidaten und Parteien schnitten dabei in den 18 Wahllokalen und vier Briefwahlbezirken ganz unterschiedlich ab.

Bönen - n am Sonntag aufgefordert, ihre Stimme im Feuerwehrgerätehaus abzugeben. Am Ende lag die Wahlbeteiligung dort bei 47,32 Prozent ohne Briefwahl, dem höchsten Wert innerhalb der Gemeinde. Das prozentual am wenigsten besuchte Wahllokal war zugleich das, in dem die meisten Bönener wählen sollten: die Sporthalle der Goetheschule. 888 Einwohner der Gemeinde hätten dort ihre Kreuze setzen sollen, 184 kamen an die Urne. Die Wahlbeteiligung lag ohne Briefwähler somit bei 20,72 Prozent.

Von den Wählern vor Ort füllten sieben die Stimmzettel falsch oder gar nicht aus, damit waren nur 96,2 Prozent der Abgaben gültig. 100 Prozent gültige Stimmen gab es lediglich in der Feuerwache Nordbögge, im Pfarrheim Sankt Bonifatius, im Bonhoeffer-Haus und im Gemeindehaus in Flierich. In den anderen 14 Simmbezirken beziehungsweise bei der Briefwahl wurden Kreuze teils falsch gesetzt, zu viele oder zu wenige gemacht, oder die Zettel wurden ganz ohne Kreuz abgegeben. Insgesamt mussten in der Gemeinde 78 Stimmzettel aussortiert werden.

Hohe Werte für Gosewinkel

Siegerin Silvia Gosewinkel von der SPD holte die meisten Stimmen im Stimmbezirk 2140, ihrem eigenen. In der Sporthalle der Hellwegschule entschieden sich 50,59 Prozent ihrer Nachbarn für die Sozialdemokratin. Wenige Meter entfernt, im gegenüberliegenden Forum der Hellwegschule, erreichte die neue Landtagsabgeordnete hingegen das schlechteste Ergebnis mit 32,39 Prozent. Dort lag sogar der Gegenkandidat der CDU, Torsten Goetz, hauchdünn mit 32,95 Prozent vor Gosewinkel.

Goetz hatte indes offenbar gleichfalls einen Nachbarschaftsbonus. In seinem Stimmbezirk 2070, im DRK-Vereinsheim, holte er 36,52 Prozent der Stimmen und lag somit ebenso vor Silvia Gosewinkel mit 33,33 Prozent.

Maximilian Ziel von Bündnis 90/Die Grünen kam bei den Bönenern je nach Bezirk ganz unterschiedlich an. Das beste Ergebnis bekam er im Feuerwehrgerätehaus in Lenningsen, nämlich 18,48 Prozent – sogar 0,28 Punkte mehr als Mona Neubaur im Land. Am wenigsten honoriert wurde Maximilian Ziels grünes Engagement von den Wählern in der Kleingartenanlage am Nordkamp. Dort erhielt er 4,3 Prozent der Stimmen.

AfD-Kandidat erhält bis zu 15,82 Prozent der Stimmen

Besonders viele rechtsorientierte Wähler zählte das Wahlhelfer-Team am Sonntagabend in der Sporthalle der Goetheschule. 15,82 Prozent der Votierenden stimmten dort für den AfD-Kandidaten Ulrich Lehmann– bei der erwähnten geringen Wahlbeteiligung. Die Nordbögger im Bonhoeffer-Haus erteilten Lehmann dagegen eine klare Absage. Nur 4,04 Prozent der Stimmberechtigten entschieden sich für den Rechtspopulisten aus Kamen. Insgesamt wünschten sich aber 479 Bönener Lehmann im Landtag, das sind sieben Prozent der Wähler in der Gemeinde.

Mit 13,74 Prozent lag der Anteil derjenigen, die den übrigen Kandidaten von FDP, Die Linke und Die Partei ihre Kreuze bei den Erststimmen gewidmet hatten, im ehemaligen Bürgerbüro am höchsten. Die wenigsten Stimmen für die Kandidaten der kleineren Parteien gab es in der Seniorentagesstätte mit 5,46 Prozent. Insgesamt vereinte Sebastian Knuhr von der FDP 230 Stimmen (3,36 Prozent) auf sich, Katja Wohlgemuth von den Linken 152 (2,22 Prozent) und der Bönener Sebastian Strzalka von Die Partei 183 (2,68 Prozent)

Andere Ergebnisse bei den Zweitstimmen

Bei den Zweitstimmen fuhr die SPD im Forum der Humboldt-Realschule mit 47,02 Prozent das beste Ergebnis ein, das schlechteste mit 30 Prozent im Feuerwehrgerätehaus in Lenningsen.

Die CDU erreichte im DRK-Vereinsheim den höchsten Stimmgewinn mit 36,88 Prozent. Lediglich 14,43 Prozent der Wähler der Gaststätte Denninghaus waren von den Christdemokraten überzeugt.

Grüne Politik wünschten sich 19,61 Prozent der Votierenden im Gemeindehaus Flierich, besonders wenig Interesse daran hatten die Wähler im Forum der Humboldt-Realschule. Dort bekamen die Grünen 4,64 Prozent der Stimmen.

Wäre das Ergebnis auf das gesamte Land übertragbar, dann hätten die Wähler im Feuerwehrgerätehaus Nordbögge mit 4,15 Prozent die AfD aus dem Parlament geholt. In der Sporthalle der Goetheschule schaffte es die Alternative sogar auf den dritten Rang mit 17,68 Prozent.

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