Aufräumen nach dem Hochwasser

Kostenlose Sperrmüllannahme wird von den Bönenern dankbar genutzt

Die vom Hochwasser Geschädigten konnten ihren Sperrmüll kostenlos auf der GWA-Anlage in Bönen entsorgen
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Kira Mönkemeyer und Fabien Krems mussten sich von allerlei Dingen trennen, die sie im Keller gelagert hatten.

Zwischen 9 und 13 Uhr konnte am Samstag jeder vom Hochwasser Geschädigte seinen Sperrmüll kostenlos an der GWA-Wertstoffaufbereitungsanlage an der Industriestraße abgeben. Das Angebot wurde von den Bönenern dankbar genutzt. Die meisten waren dabei in Gedanken bei denjenigen, die es noch viel schlimmer getroffen hat.

Bönen - Bereits vor der Öffnung warteten mehrere Bönener in ihren Fahrzeugen darauf, ihren beschädigten Hausrat abzugeben. Die meisten Anlieferer steckten daheim noch mitten in den Aufräumarbeiten und wollten schnell damit weitermachen. „Zum Glück ist nur der Keller betroffen“, sagte Kira Mönkemeyer. Das sei bei ihnen und in der gesamten Nachbarschaft so. Teppiche, Türen, Koffer und Kleidung – all das sei hin. Ihr Freund Fabien Krams berichtete, direkt am Mittwoch schon die gröbsten Sachen ausgeräumt zu haben. Am Freitag hätten die Beiden dann bis 23 Uhr im Keller geräumt und ihren Anhänger beladen. „Es schmerzt schon, zu sehen wie viel das ist“, so Mönkemeyer.

Glück im Unglück hatte auch Elisabeth Scholle: Ihre Elektrogeräte, Kühlschrank, Waschmaschine und dergleichen, stehen auf etwa 25 Zentimeter hohen Sockeln im Keller. Das trotz der eingebauten Rückstauklappe eingedrungene Wasser habe jedoch nur einen Höchststand von rund 15 Zentimetern erreicht. Trotzdem seien zahlreiche Möbel und Kartons mit Haushaltsartikeln vernichtet.

Als Kai Müller seine zerstörten Sachen ablud, winkte er gleich ab: „Die Menschen in Erftstadt hat es viel schlimmer getroffen“, sagte der junge Mann und fuhr fort, eine hochwertige Hifi-Anlage, Möbel, eine Kaffeemaschine und vieles mehr wegzuschmeißen. Seine Kellerbar sei vollständig zerstört, aber es sei niemandem etwas passiert. Er wolle daher nicht klagen. Er sei froh darüber, dass es nur den Keller getroffen hat und kein Schlamm mit hochgespült wurde.

Auch Vereine sind betroffen

Dass nicht nur Privathaushalte, sondern auch Vereine betroffen sind, zeigte der Einsatz von Helge Hartleif, Steffen Blank und Ralf Müller-Beckhoff: Sie hatten den Probenraum des Evangelischen Bläserchores Bönen ausräumen müssen. Noten, Bücher, Instrumentenkoffer und auch einige Instrumente sind zerstört worden. Das sei natürlich frustrierend, aber angesichts der Fernsehbilder hätten sie immer noch Glück gehabt, sagte Hartleif.

Besonders bitter war das Hochwasser für Sebastian Wierike, der mit Töchterchen Marlene zur Wertstoffaufbereitungsanlage gekommen war: Am 6. Dezember hatte er seine Elternzeit angetreten und mit dem kompletten Ausbau des Kellers begonnen, da weiterer Nachwuchs unterwegs war. Corona habe den aufwendigen Umbau immer wieder verzögert und zeitweise sei es hart gewesen auf einer Baustelle zu leben. Vor sechs Wochen hat die junge Familie den Umbau endlich abgeschlossen und nun sei er damit beschäftigt das hochwertige, vor kurzem verlegte Parkett wieder rauszureißen. „Wir tragen es aber mit Fassung“, sagt der Vater und verweist auf die vielen Menschen, die es noch viel schlimmer erwischt habe.

GWA-Mitarbeiter Klaus Marktmeier stand den Betroffenen am Samstag mit Rat und Tat zur Seite: „Ich finde es schön, wenn wir hier unkompliziert helfen können“, sagte er. Die kostenlose Wasserschadenssperrmüllanlieferung geht von Montag bis Freitag jeweils zwischen 7 und 16 Uhr weiter.

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