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Zahlreiche Kinder und Jugendliche lassen sich im Impfzentrum impfen

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Von: Christoph Volkmer

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Ramona Albowski und ihre Töchtern Eileen (16) und Lina (13) vor dem Impfzentrum Unna
Ramona Albowski freute sich, dass ihre Töchtern Eileen (16) und Lina (13) endlich immunisiert wurden. © Christoph Volkmer

Im Impfzentrum für den Kreis Unna können sich jetzt jeden Freitag Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis 15 Jahren gegen Corona impfen lassen. Bei der Premiere am Freitag nutzten bereits Hunderte Eltern die Chance, mit ihrem Nachwuchs zur ersten Impfung zu kommen.

Unna/Bönen – „Ich bin davon ausgegangen, dass es einen großen Ansturm geben wird. Daher sind wir eine Stunde vor dem Start gekommen“, sagte Ramona Albowski aus Rünthe. Die Mutter von zwei Töchtern ist bereits seit längerer Zeit geimpft, am Freitag erhielt nun Tochter Eileen, 16 Jahre, ihre zweite Spritze und die 13-jährige Lina ihre Erstimpfung.

Die ältere Tochter hätte ihren Termin eigentlich erst in der kommenden Woche gehabt, aber da im Impfzentrum ohne Termin geimpft wird, wollte sie möglichst schon eher drankommen. „Ich fange in der nächsten Woche mit dem Jahrespraktikum für mein Fachabitur an und bin dann in der Familienhilfe in Werne tätig. Dadurch, dass ich jetzt spontan drangekommen bin, kann ich in der ersten Woche ganz normal arbeiten“, erklärte Eileen Albowski. Auch für Lina gab es eine besondere Motivation für die Impfung. „Sie freut sich, dass es bald für sie einfacher wird, wenn sie ins Freibad nach Werne will. Noch muss sie da einen aktuellen Test vorlegen“, erklärte die Mutter.

Warteschlange vor dem Impfzentrum Unna
Vor dem Impfzentrum des Kreises herrschte am Freitagnachmittag riesiger Andrang. Etliche Familien waren gekommen, um ihre Kinder und Jugendlichen gegen das Corona-Virus impfen zu lassen. © Christoph Volkmer

Sie hofft, dass durch die Impfungen wieder ein bisschen mehr Normalität in den Alltag kommt. „Ich finde es ganz wichtig, sich impfen zu lassen, denn die vergangenen eineinhalb Jahre, in denen man keine Freunde umarmen oder sich mit ihnen treffen konnte, fand ich schlimm. Wenn jeder seinen Beitrag leistet und sich impfen lässt, habe ich die Hoffnung, dass es schnell wieder besser wird“, sagte Albowski.

Aaron Doll aus Unna kam mit seiner Mutter Christiane zu seiner ersten Impfung. „Als ich von der Möglichkeit gehört habe, war mir sofort klar, dass ich das machen möchte. Ich möchte nämlich, dass so viele Menschen wie möglich geimpft werden, damit möglichst viele Dinge wie vor Corona möglich werden“, so der 15-Jährige.

Erst vor kurzer Zeit hat Leandra Hagen ihren zwölften Geburtstag gefeiert. Am Freitag kam die Bergkamenerin mit Mutter Sandra zur Erstimpfung. „Mein Bruder Enno ist erst acht Jahre alt, und wenn wir alle geimpft sind, ist das für ihn auch sicherer“, erklärte die Schülerin. Sandra Hagen war über die erfolgte Impfung ebenso froh – auch im Hinblick auf eine mögliche vierte Welle und das kommende Schuljahr.

„Für mich ist es wichtig, dass die Kinder sagen, dass sie geimpft werden wollen“, gab Kinderärztin Dr. Elisabeth Krüger an. Die Bönenerin war zusammen mit dem Bergkamener Dr. Detlev Bolle im Einsatz, um die Kinder über die Impfung aufzuklären. „Sie glauben gar nicht, wie viele Anrufe ich bereits von Kindern zwischen zwölf und 17 bekommen habe, die nach einem Impftermin gefragt haben“, berichtet Elisabeth Krüger. Sie war von der großen Nachfrage in Unna nicht überrascht.

Beide Kinderärzte sind bereits seit Februar regelmäßig im Impfzentrum im Einsatz. Während Elisabeth Krüger in Bönen noch praktiziert, ist Detlev Bolle eigentlich schon seit fünf Jahren im Ruhestand. Er freute sich ebenfalls über die gute Resonanz. „Neben den medizinischen Überlegungen kommt der sozio-kulturelle Nutzen innerhalb der Gemeinschaft für die Geimpften hinzu, denn auch die Kinder und Jugendlichen wollen wieder in das normale Leben mit Klassen- und Sportverbund, Freizeitgestaltung und Familienfeiern zurück.“

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