Pandemie wirkt sich auch auf Traditionsveranstaltungen aus

Bönener Kitas planen coronataugliche Martins-Umzüge

Im vergangenen Jahr zogen die Kinder der Kita Christ König am Martinstag noch mit großem Gefolge durch den Ort.
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Auch in diesem Jahr sollen die Laternen wieder leuchten. Die Umzüge der Kitas werden aber deutlich kleiner ausfallen.

Bönen - In der Infektionskette spielt es keine Rolle, ob Menschen sich aus fröhlichem Anlass versammeln oder traurigem. Deshalb unterliegen auch die kommenden Traditionsveranstaltungen ein und denselben Beschränkungen für Risikogebiete, zu denen Bönen als Teil des Kreises Unna mit seinen zehn Städten und Gemeinden seit vergangener Woche zählt. Je nach Umständen ist das Ordnungsamt der Gemeinde um Erlaubnis zu fragen und ein Hygienekonzept vorzulegen

Für die Jüngsten in Bönen bedeutet das wohl Laternenumzüge am Martinstag nur im bescheidenen Rahmen in den Kindergärten und ohne Mama, Papa, Oma, Opa oder wer sonst zum stattlichen Umzug gehört. Und das Gedenken am Volkstrauertag gerät zur Aufgabe für einen kleinen Kreis von Akteuren bei der Kranzniederlegung.

„Das lassen wir uns nicht nehmen. Und wir versuchen alles, um den Tag für die Kinder so schön wie möglich zu machen“, bekundete Mandy Pfeiffer von der evangelischen Kita Martin Niemöller geradezu entschlossenen Willens, sich diesen herbstlichen Höhepunkt in den saisonalen Angeboten der Einrichtung von Corona nicht vermiesen zu lassen. In Absprache mit dem Elternrat seien die Eltern der 79 Knirpse gerade über die Optionen für Mittwoch, 11. November, informiert worden.

Die Bretzeln gibt es mit nach Hause

In jedem Fall müssen die Großen draußen bleiben. „Falls es möglich ist, wollen wir eine Andacht in der Kirchen halten. Ansonsten wird es so etwas in den Gruppen geben“, sagte die Co-Leiterin der Kita. „Für alle Fälle haben wir auch ein Pferd organisiert.“ Ob es zum Einsatz kommt, wo und wie die Kleinen ihre Laternen präsentieren, werde sich zeigen.

Nach dem Reformationstag am 31. Oktober soll es wie gewohnt ans Laternenbasteln gehen. Auch die traditionellen Brezel seien bestellt, so Pfeiffer, „aber die werden wir den Kindern diesmal mit nach Hause geben.“

Ohne die übliche Begleitung durch die Familie werden auch die Kinder der katholischen Einrichtung Sankt Bonifatius ihre Runde mit den bunten Lichtern am Stab drehen. Das sei grundsätzlich schon entschieden, hieß es dort. Wie die Feier ansonsten gestaltet wird, um die Kontakte untereinander zu begrenzen und trotzdem Freude zu haben, werde das Team noch beraten.

In die DRK-Kita Nordlicht wird ein einziger Vater zur gleichfalls elternlosen Veranstaltung eingelassen, wie Leiterin Claudia Meininghaus berichtete: ein Freiwilliger, der am Grill dafür sorgen will, dass die Kinder am Martinstag eine Wurst bekommen, wie es guter Brauch ist. „Wir hatten erst erwogen, die Eltern im Freien dazukommen zu lassen. Daran ist aber nicht mehr zu denken“, betonte die Kita-Chefin.

So werden die Jüngsten ihre Laternen im verdunkelten Raum ausprobieren. Jede Gruppe der Einrichtung mit 55 Jungen und Mädchen soll sich am Martinstag auf eigenen Terrain bewegen: im Haus, im Außengelände, auf einem Spaziergang.

Gedenken zum Volkstrauertag in kleinem Rahmen

Noch in der Abstimmung befindet sich, wie es die Vereine und Ortsvorsteher mit dem Gedenken für die Opfer der Kriege am Sonntag, 15. November halten. Das Ordnungsamt hat noch nichts auf dem Tisch, wie Fachbereichsleiter Jörg-Andreas Otte mitteilte. Als Organisator der Veranstaltung in Nordbögge will sich beispielsweise der Kyffhäuser-Vorsitzende Uwe Schumacher nun mit den anderen Vereinen und Akteuren ins Benehmen setzten.

„Da wir ja nun Risikogebiet sind, wäre mein Vorschlag, dass wir die Gedenkveranstaltung in der Trauerhalle ersatzlos streichen und mit nur wenigen Leuten die Kranzniederlegung am Ehrenmal vornehmen. Damit müssen wir derzeit wohl leben“, sagte Schumacher.

Für ihn stehe das in der Konsequenz des Verzichts, den die Kameradschaft sowieso schon übe. Die Herbstversammlung und das Weihnachtskegeln sind gestrichen. Nur das Schießtraining findet noch statt – mit Abstand und Maske eben.

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