Bürgeranregung:

Frei zugängliche Defibrillatoren sollen in Bönen Leben retten

Automatisierter externer Defibrillator (AED)
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Ein solcher automatisierter externer Defibrillator (AED) kann v im Notfall Leben retten. Deshalb sollte es davon in Bönen mehr geben, findet Peter Thiemann.

29 Jahre jung, ohne bekannte Vorerkrankungen, körperlich in Topform. Und dennoch: Ganz plötzlich setzte das Herz des dänischen Fußball-Nationalspielers Christian Eriksen bei der Europameisterschaftspartie gegen Finnland aus. Was am 12. Juni Millionen Zuschauern vor den Fernsehbildschirmen und vor Ort im Kopenhagener Stadion geschockt hat, passiert allein in Deutschland mehrfach täglich. Die Deutsche Herzstiftung schätzt, dass hierzulande rund 66 000 Menschen pro Jahr am plötzlichen Herztod sterben. Um das zu verhindern, sollte es überall Defibrillatoren geben, findet der Bönener Peter Thiemann.

Bönen - Eriksen hatte Glück: Die Ärzte vor Ort konnten ihn wiederbeleben. Ein Defibrillator brachte das Herz des Dänens wieder zum Schlagen. So könnte auch in Bönen Leben gerettet werden, sagt Thiemann. Er hat jetzt seine Bürgeranregung an das Bönener Rathaus geschickt. Darin fordert er, Automatisierte Externe Defibrillatoren (AED) in der Gemeinde zu installieren, die 24 Stunden täglich für jeden erreichbar sind.

„AED sollen in allen städtischen Gebäuden installiert werden sowie in den Ortsteilen jederzeit zugänglich gemacht werden“, schreibt der 55-Jährige. „Oft kommt es vor dem Herzversagen zu einem Herzflimmern. In diesem Zustand kann ein schneller Elektroschock durch einen Automatisierten Externen Defibrillator (AED) das Herz wieder in den richtigen Rhythmus bringen. AED können auch von Laien eingesetzt werden und auf diese Weise Leben retten“, begründet der Verantwortliche des Fußballklubs IG Bönen seine Forderung.

Das Bestreben, Bönen zu einer herzsicheren Gemeinde zu machen, gibt es dabei schon seit zehn Jahren. Damals gründetet sich der Verein Definetz und setzte sich das ehrgeizige Ziel, die Gemeinde flächendeckend mit solchen elektronischen Lebensrettern auszustatten. Die Mitglieder warben bei Unternehmen und Organisationen um Spenden, bei Vereinen und Gemeinschaften um Mithilfe. Zwei Studenten des Instituts für Raumplanung an der Technischen Universität Dortmund erarbeiteten sogar ein System und Kriterien, nach denen öffentlich zugängliche Defibrillatoren in Kommunen sinnvoll stationiert werden sollen. Als Beispiel diente ihnen die Gemeinde.

32 elektronische Lebensretter in der Gemeinde installiert

Inzwischen gibt es 32 solcher Lebensretter im Ort, wie der Definetz-Vorsitzende Friedrich Nölle angibt. Drei davon seien zurzeit allerdings außer Betrieb. Dafür sind andere rund um die Uhr nutzbar. Sie hängen unter anderem an der Gartenstraße 18 an der Garagenwand, im Foyer der Sparkassen-Geschäftsstelle (von 5 bis 24 Uhr), im Eingang des Bestattungshauses Schulte (Notklingel benutzen), neben dem Eingang der Kita Immanuel in Nordbögge und an der Fassade des Alten Bahnhofs Lenningsen.

Gut versorgt mit Defibrillatoren ist darüber hinaus das Industriegebiet. Die beiden Betriebsstätten von Becker Stahl, RP Technik, die Firma Turboflex Rautex, die Gea Farm Technologies und Kik verfügen über entsprechende Geräte. Zudem sind viele Arztpraxen in der Gemeinde, die Marien-Apotheke und die Apotheke am Brunnen ausgestattet, natürlich die Feuerwehr, das DRK in Bönen sowie die Goetheschule. Und die Fußballer des VfK Nordbögge können sicher sein, dass in einem Notfall wie bei dem EM-Spiel Hilfe nah ist. In ihrem Vereinsheim hängt ein Laien-Schockgeber, ebenso wie beim Tennisverein Rot-Weiß Bönen.

Trotz der verhältnismäßig guten Abdeckung könnte alles noch besser sein, sagt Friedrich Nölle. Wenn es nach ihm ginge, wäre die Gemeinde längst herzsicher. „Wir stellen aber fest, dass die Bereitschaft, sich um diese Dinger zu kümmern, nachgelassen hat“, bedauert er. Damit, die Lebensretter anzuschaffen und aufzuhängen, sei es nämlich nicht getan. „Es entstehen Folgekosten“, weiß der Vereinsvorsitzende. Die werden zum Beispiel für die regelmäßig erforderliche Wartung fällig oder für die Versicherung.

„Defis“ finden

Wer wissen möchte, wo in seiner Nähe ein Laien-Defibrillator greifbar ist, findest dies auf der Internetseite definetz.online/defikataster-hp.

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