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MCG-Schüler gewinnt Fachpreis für Mathematik

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Von: Sabine Pinger

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Khoi Anh Hoang gewinnt Fachpreis für Mathematik der RUB und der Dr.-Hans-Riegel-Stiftung
Khoi Anh Hoang (rechts) freut sich über die tolle Auszeichnung. Sein Lehrer Dr. Thomas Günther hat ihn auf den Wettbewerb aufmerksam gemacht. © Pinger Sabine

Manche fangen an zu schwitzen, wenn sie nur den Begriff hören: Differenzialgleichungen. Bei Khoi Anh Hoang sorgt er eher für ein Lächeln. Dem 17-Jährigen fällt es überhaupt nicht schwer, komplexe mathematische Aufgaben zu lösen. Im Gegenteil: Je kniffeliger, desto lieber. Seine Facharbeit, die er für seinen Leistungskurs am Marie-Curie-Gymnasium schrieb, fiel entsprechend anspruchsvoll aus. Damit hat der junge Bönener nun den Fachpreis für Mathematik von Ruhr-Universität Bochum und Dr.-Hans-Riegel-Stiftung gewonnen.

Bönen - Ins „Rennen“ um den mit 600 Euro dotierten Preis schickte Dr. Thomas Günther den angehenden Abiturienten. Er unterrichtet seit 2007 Mathematik und Physik am MCG. „Ich habe schon viele Facharbeiten gelesen, aber Khois Arbeit ist mit Abstand die beste“, erklärt der Fachlehrer. Der Titel der Arbeit lautet „Differenzialgleichungen und ihre Anwendung in der Physik“. Was für die meisten kaum nach Vergnügen klingt, ist Khoi Anh Hoang ganz locker angegangen, wie er erzählt. „Wir hatten ja drei Monate Zeit, da habe ich immer mal wieder dran gearbeitet.“ Beschäftigt hat er sich mit dem Fall mit Luftwiderstand, mit der Strömungstheorie und dem Strömungswiderstandskoeffizient. „Da wird es sehr aufwendig und komplex, das ist im normalen Schulstoff nicht drin“, macht sein Lehrer deutlich.

Er riet dem Gymnasiasten, sich damit um den Preis zu bewerben. „Khoi hat das Thema zunächst mathematisch behandelt und dann als Experiment praktisch mit fallenden Bällen geprüft“, beschreibt Günther. „Das ist die wissenschaftliche Herangehensweise, davon waren die Juroren natürlich begeistert.“

Und so fuhr Khoi Anh Hoang gemeinsam mit seinem Lehrer, seiner Familie und Schulleiterin Bianca Giese im September nach Bochum, um dort den Preis für den ersten Platz entgegenzunehmen.

„Viel Lust auf Mathe“

Wirklich überrascht ist sein Mathelehrer nicht von der herausragenden Leistung des 17-Jährigen. „Man merkt, dass er viel Lust auf Mathe hat, und er war im Unterricht immer viel schneller fertig als alle anderen.“ Damit Khoi Anh Hoang sich in seinem Unterricht nicht langweilt, stellt er ihm seit geraumer Zeit Extraaufgaben. „Das sind Uni-Sachen“, berichtet der Mathematiklehrer. Also Aufgaben, die normalerweise erst Studierende lösen. „Es ist sehr selten, dass jemand so viel Interesse hat und so gut ist.“

Tatsächlich beschäftigt sich Khoi Anh Hoang auch in seiner Freizeit gerne mit Gleichungen, Vektoren und Co. – so wie andere vielleicht ein gutes Buch lesen. „Ich habe mal den Sinus per Hand ausgerechnet. Das hat Spaß gemacht“, sagt er. Solche Herausforderungen holt er sich aus dem Internet, in den Schulbüchern findet er kaum etwas, das ihn fordert. Günther nennt das Begabung, der 17-Jährige ist hingegen bescheiden. „Es fällt mir einfach leicht und macht Spaß.“

Beim Abitur will er jedoch sein Talent für eine sogenannte besondere Lernleistung nutzen. Die Gesamtnote dafür geht mit einer 20-prozentigen Gewichtung in das Ergebnis der Abiturprüfung ein.

Studium anvisiert

Seine Leidenschaft für Mathematik entdeckte Khoi Anh Hoang, als er nach der Grundschule auf das Gymnasium wechselte. Seither standen bis auf eine Ausnahme in der siebten Klasse nur Einsen in diesem Fach auf seinen Zeugnissen, inzwischen mit einem Plus dahinter. In den anderen Fächern ist er gleichfalls ein sehr guter Schüler. „Nur Sport ist nicht so mein Fach“, räumt er ein und lacht. Dabei spielt er durchaus „ein bisschen“ Tischtennis. Acht Jahre lang hatte Khoi Anh Hoang zudem Klavierunterricht. Nun, kurz vor dem Abitur, will er sich aber ganz auf die Schule konzentrieren.

Und danach? Ein Mathematikstudium selbstverständlich. „Inzwischen habe ich mich fest dazu entschieden“, so der 17-Jährige. Eine Zeit lang habe er stattdessen an Astrophysik gedacht. Sogar ein Probesemester Physik an der Uni in Duisburg hat er absolviert. Jetzt ist die Entscheidung aber zugunsten der Mathematik gefallen. Khoi Anh Hoang hofft, beides – Mathe und Physik – vielleicht später noch verbinden zu können. „Vielleicht studiere ich anschließend Physik. Meine Mitschüler sagen allerdings, dass ich später bestimmt Professor werde.“

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