Naturschutzprojekt

Das Insektenbüfett ist eröffnet: Pohlmanns Wiese kann sich sehen lassen

Blühende Vielfalt, wo sonst Getreide reift: Die Saat ist aufgegangen, die Insekten bedienen sich zur Freude von Bauer Ulrich Pohlmann (von links), Egon Maas und Imker Martin Greitzke.
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Blühende Vielfalt, wo sonst Getreide reift: Die Saat ist aufgegangen, die Insekten bedienen sich zur Freude von Bauer Ulrich Pohlmann (von links), Egon Maas und Imker Martin Greitzke.

Landwirt Ulrich Pohlmann aus Bönen lässt an der Voßkuhle auf einer Ackerfläche von 1,6 Hektar Kräuter und Blumen sprießen. Sie sollen Insekten Nahrung bieten. Ein Blick auf das Stück Land zeigt: Die Saat ist aufgegangen.

Bönen – Das mit der Augenweide hat schon mal geklappt. Wer an der Voßkuhle zwischen dem Wäldchen am Sandbach und dem Knick zum Röhrwerg um die Kurve biegt, dem bietet sich ein prächtiges Bild: bunte Blütenvielfalt bis zum Ackerrand. Unzählige Kohlweißlinge flattern umher, hier und da ein Tagpfauenauge. Wer die Ohren spitzt, vernimmt vielstimmiges Summen. Das Insektenbüfett ist angerichtet – und begehrt.

Bauer Ulrich Pohlmann könnte also stolz auf seine 1,6 Hektar schauen und sein Werk rühmen. Aber das ist seine Sache nicht. „Ich bin überrascht“, sagte der 70-Jährige. Zu groß war die anfängliche Sorge, „dass hier bloß so’n paar Strippelkes stehen.“ Wie hätte er dagestanden: Groß Klima- und Insektenschutz propagieren und dann „nix auf’n Pinn kriegen“, wie der Westfale sagt.

Mmmh, der Blick sagt alles: Enkel Felix darf als Erster aus der Wabe den Honig kosten, dem das Insektenbüfett sein Aroma verleiht.

Lieber mal sachte angehen lassen. Auch jetzt, da der Senf fast verblüht, Phacelia, Kamille, Malve, Borretsch als Nächstes aufgegangen ist. „Wenn sich bald die Sonnenblumen öffnen, gibt das noch mal ein dolles Bild“, lässt der Osterbönener dann doch raus, dass sein Herz bei diesem Anblick höherschlägt. Was wohl auch mit dem wichtigsten Lob zu tun hat: Enkel Felix, drei Jahre alt, strahlt über den ersten Honig, der hier entsteht.

Süßer Dank der Honigbienen

Opa Uli hat Imker Martin Greitzke dafür gewonnen, seinen Feldversuch zu begleiten. Zwei Beuten hat er weiter feldeinwärts aufgestellt und ist zufrieden: „Der Honigraum wird angenommen, er ist schon zur Hälfte belegt.“ Da spendiert der Imker eine Kostprobe, schiebt die Wachsdeckel auf den Waben beiseite. „Geht da einfach mal mit dem kleinen Finger durch und probiert.“

Süß, das verwundert nicht. Aber dieses Aroma: Anerkennendes Nicken auch von Egon Maas, der die stählerne Biene am Feldweg als Sitzbank und Maskottchen der Aktion gebaut hat. Das Ganze soll schließlich Schule machen, zeigen, was auch im konventionellen Landbau möglich und gut für die Umwelt ist. Nur rechnen muss es sich, das hat Bauer Pohlmann immer betont und um Unterstützung geworben.

Weitere Förderer willkommen

Dass der Tisch für Falter, Biene, Hummel & Co so reich gedeckt ist, geht mit der Patenschaft von Bürgern, Vereinen und Gruppen einher. Mit 20 Euro pro 50 Quadratmeter haben mehr als 100 Förderer Pohlmann bei seinem Vorhaben unterstützt, denn Vorbereitung des Ackers und Einsaat verursachen Kosten und verkaufen lässt sich die bunte Ernte auch nicht.

Einen mittleren Ertragsausfall will der Landwirt mit den Patenschaften kompensieren, alles, was darüber hinaus geht, für den guten Zweck spenden. So kann jeder etwas für Klimaschutz tun, findet er. „Wer skeptisch war, und erst sehen wollte, was da passiert, kann sich aber noch beteiligen“, wirbt Pohlmann.

Wer einen Beitrag zum Klimaschutz leisten möchte, ist ab 20 Euro pro 50 Quadratmeter dabei. Anmeldung bei Ulrich und Erika Pohlmann, Tel. 5154; E-Mail an ulrich.pohlmann@gmx.net.

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