Vollversammlung per Skype

Coronavirus im Kreis Unna: So geht es den Vereinen in Bönen und Bergkamen

Die Dorfmeisterschaft in Rünthe zog im vergangenen Jahr nicht nur viele Sportler, sondern auch viele Zuschauer an. Ob die Großveranstaltung in diesem Jahr stattfinden kann, ist noch unklar. Eine Absage wäre für den ausrichtenenden Verein ein harter Schlag.
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Die Dorfmeisterschaft in Rünthe zog im vergangenen Jahr nicht nur viele Sportler, sondern auch viele Zuschauer an. Ob die Großveranstaltung in diesem Jahr stattfinden kann, ist noch unklar. Eine Absage wäre für den ausrichtenenden Verein ein harter Schlag.

Corona bremst alles aus. AuchVereine leiden unter dem Versammlungsverbot. Dennoch muss die Vereinsarbeit in vielen Fällen weiter gehen. Die meisten Vorstände greifen dann zum Telefon oder sind digital unterwegs.

Telefonkonferenzen, Skype, WhatsApp-Gruppen und Rundmails heißen die Lösungen, um auch weiter in Kontakt zu bleiben und die wichtigsten anstehenden Probleme zu lösen. 

Coronavirus und Vereine: Digitales Osterfeuer beim Schützenverein Nordbögge

Aus der Not eine Tugend gemacht hat der Schützenverein Nordbögge. Weil die öffentlichen Osterfeuer in diesem Jahr alle abgesagt wurden, kam der amtierende König Christian Brandt auf die Idee, sich über die sozialen Netze mit dem eigenen kleinen Osterfeuer virtuell zu verbinden. Eigentlich hätte er die Ehre gehabt, den Holzstapel auf der Schützenwiese an der Schulstraße zu entzünden. So tat er es nur an seiner privaten Feuerschale und machte ein Foto davon und teilte es. Viele andere folgten dem Aufruf und schickten ein Selfie am Feuer. Am Ende war es dann doch noch ein gemeinsames Erlebnis. „Leider fehlte das Zusammenstehen und quatschen, wie wir es sonst gewöhnt sind“, bedauert der Nordbögger Vorsitzende Heinz-Herbert Bennemann.

 Auch bei den Schützen des nördlichen Bönener Ortsteils liegen die Aktivitäten größtenteils auf Eis. Ihre Jahreshauptversammlung fand bereits Anfang Januar statt, aber seitdem das Versammlungsverbot verhängt wurde, fand keine Vorstandssitzung mehr statt. Erst, wenn Klarheit herrsche über die weiteren Termine, soll wieder eine virtuelle Vorstandssitzung stattfinden. „Vieles läuft jetzt über Telefon, Mail und WhatsApp“, berichtet Bennemann. „Die Zeit ist aber vor allem geprägt von Warten.“ 

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Coronavirus und Vereine: Zittern um Mord am Hellweg

Während die Bürgerschützen Bönen ihr diesjähriges für Ende Mai geplantes Fest bereits abgesagt haben und die Schützen in Bramey, Lenningsen und Flierich in diesem Jahr ohnehin pausieren, warten die Nordbögger Kollegen die weitere Entwicklung ab. Traditionell feiern sie ihr großes Fest erst im August. Da sei noch Hoffnung – auch für die erstmals im September geplante Gastgeberrolle für Lesungen im Rahmen des Krimifestivals „Mord am Hellweg“. „Obwohl wir ja auch unter die Kategorie Großveranstaltungen und Volksfeste fallen könnten, die wahrscheinlich noch länger verboten bleiben“, sagt Bennemann. Weil die Zukunft ungewiss sei, könne der Verein auch beteiligten Bands und Musikgruppen noch nichts Definitives mitteilen. „Wir sitzen da ja alle in einem Boot.“ 

Schützenkönig Christian Brandt und Anika Menge beteiligten sich am virtuellen Osterfeuer.

Definitiv abgesagt sei aber das Aufstellen des Maibaums zum 30. April und das Bierkönigschießen der Avantgarde. 

Coronavirus und Vereine: DRK hilft im Schmallenbach-Haus aus

Beim DRK-Ortsverein Bönen musste die Jahreshauptversammlung im März abgesagt werden. „Der Vorstand bleibt im Amt, bis wieder Neuwahlen möglich sind“, berichtet DRK-Sprecher Christian Kamp. „Für unsere Arbeit innerhalb des Vereins haben wir ganz viel digitalisiert – etwa Unterricht zu Maßnahmen im Bereich Hygiene und Infektionsschutz“, sagt Kamp.

 „Da wir für Bevölkerungsschutz und Gesundheitsvorsorge zuständig sind, stehen wir auch im engen Kontakt mit dem Rathaus. Inzwischen haben sich private oder kirchliche Gruppen gebildet, die ihre Hilfe im Alltag anbieten. Da müssen wir nicht auch noch mitspielen. Wir schonen unsere Ressourcen für andere Aufgaben, um bereit zu sein, wenn es eng wird. Wir haben zum Beispiel im Schmallenbach-Haus in Fröndenberg, dem Altenheim, das schon mehrere Todesfälle zu beklagen hatte, im Einsatz und haben eine Abstrichstelle betreut.“ Insofern sei der DRK-Ortsverband Bönen zurzeit auch über die Grenzen hinaus aktiv. 

Coronavirus und Vereine: Kein Treffen für Förderverein der Goethegrundschule in Bönen

Ebenfalls seine Jahreshauptversammlung im März absagen musste der Förderverein der Goethegrundschule in Bönen. „Wir machen erst mal mit dem alten Vorstand weiter, das ist kein Problem“, sagt der Vorsitzende Andreas Kopietz. Ein neuer Termin werde dann in Absprache mit der Schulleitung festgelegt. Bis dahin werde per Mail oder in der WhatsApp-Gruppe kommuniziert. „Es ist erstaunlich und sehr positiv, dass jetzt, wo es nötig ist, auch Kontakte ausgetauscht werden können, die mit Hinweis auf das strenge Datenschutzgesetz vorher nicht möglich waren“, findet er. 

Die Präsentation für die Jahreshauptversammlung sei fertig. Darin würden zu einem späteren Zeitpunkt die geplanten Investitionen vorgestellt – etwa die Anschaffung von zwei Fahrrädern, die für die Fahrradprüfungen zur Verfügung gestellt werden sollen. „Auch die Vorbereitungen zur Klasse 2000 sind bereits eingetütet. Jetzt hängen wir noch ein bisschen in der Warteschleife.“

Coronavirus und Vereine: SuS Rünthe sammelt per Crowdfunding

 „Beim SuS Rünthe passiert sportlich zur Zeit notgedrungen nicht viel, aber hinter den Kulissen sind wir zurzeit sehr aktiv mit unserer Crowdfunding-Aktion“, berichtet der Vorsitzende des Bergkamener Fußballvereins, Dietmar Wurst. „Natürlich wäre es schöner, wenn wir uns persönlich treffen könnten, um alles Wichtige zu besprechen, aber das ist im Augenblick nicht möglich. Deshalb kommunizieren wir über Telefonkonferenzen und E-Mails.“ Und es ist einiges, was die Rünther Fußballer zu organisieren haben. 

Denn am kommenden Montag, spätestens aber am Montag drauf, startet die Crowdfunding-Aktion des Vereins auf der Internetseite www.fairplaid.de. „Die Spielerjugend braucht mehr Platz für ihre Sportgeräte. Die Garage auf dem Gelände am Schacht III, wo wir bisher unsere Sachen lagerten, reicht längst nicht mehr aus“, sagt Dietmar Wurst. „Deshalb wollen wir jetzt einen Seecontainer auf dem Gelände neben dem Sportplatz aufstellen. Das ist auch bereits alles mit der dem Sportamt der Stadt abgesprochen.“ Es mangelt jedoch am Geld. Denn der Container, sein Transport, die nötigen Erdarbeiten, das Aufstellen und etwas Farbe werden nach Schätzung des Vorstands rund 2900 Euro kosten. Diese Summe möchte der Verein nun über „Crowdfunding“, also Gruppenfinanzierung, aufbringen. 

Auf der Homepage von fairplaid können Unterstützer und Sponsoren einen beliebigen Betrag ab 1 Euro spenden. „Ab 10 Euro tut fairplaid 20 Euro dazu“, erläutert Dietmar Wurst. Nun hofft der Verein auf eine Unterstützung. „Alle Vorbereitungen mussten wir in Telefonkonferenzen treffen“. Auch die normalen Planungen laufen weiter. Denn noch wisse keiner, wann der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann. „Die vielen persönlichen Gespräche zu Saisonbeginn fallen in diesem Jahr leider weg.“ 

Der Verein will die Zeit auch nutzen, um Instandhaltungsarbeiten am Vereinsheim und in den Kabinen durchzuführen. „Die Wände streichen, das ist mit dem nötigen Abstand auch jetzt möglich“, sagt Wurst. Auch die Platzpflege müsse weitergehen. Jetzt müssten eigentlich auch Spielpläne aufgestellt und Infos an die Mannschaften gegeben werden. Aber jetzt müsse erst die spielfreie Zeit abgewartet werden. Ob die am 20. Juni geplante Dorfmeisterschaft stattfinden wird, sei noch völlig ungewiss. „Das entscheiden die Regierung und der Verband“, so Dietmar Wurst. „Aber wenn es ausfallen müsste, wäre das ein herber Schlag für den Verein – finanziell, aber auch für das Image. Alles ist im Vorfeld bereits geplant worden. Nun heißt es abwarten.“

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