Unterrichtsbeginn für Viertklässler

Viertklässler der Goetheschule erleben einen Schulstart mit vielen Gesprächen

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Annika Spindeldreher ist der beste Abstandshalter – zumindest auf dem Pausenhof der Goetheschule. Dort begann gestern für die Viertklässler wieder der Unterricht, und Schindeldreher übernahm eine der sechs Gruppen, auf die die 66 Schüler, die sonst in drei Klassen unterrichtet werden, aufgeteilt wurden. Auf dem Schulhof stellte sich nun die Frage, wie viel denn nun jene 1,5 Meter sind, die die Schüler in der Corona-Zeit auseinanderstehen müssen. Die Lehrerin legte sich einfach mit ihren 1,57 m Körpergröße auf den Boden: Und auch wenn ein Schüler rief, „das sind doch zwei Meter“, hatten alle jetzt ein perfektes Beispiel.

Bönen – Mit den Viertklässlern begann die Rückkehr in den Unterricht für die Grundschüler. In der kommenden Woche sollen in einem rollierenden System die weiteren Jahrgänge folgen (siehe untenstehenden Text). Umfangreich und penibel hatte sich die Goetheschule auf diesen Tag vorbereitet, Pläne entwickelt, wie die Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten sind. „Es lief alles gut“, zog Rektorin Annegret Berg nach den ersten Schulstunden ein positives Fazit: „Es war schon eine große Herausforderung, sich immer zu erinnern.“ Dass die Kinder an die Abstandsregeln und Mundschutz bereits gewohnt sind, habe geholfen. „Ich habe die Maske schon lange und bin daran gewöhnt. Ich kann auch gut damit atmen“, sagte Larissa, die sich vor allem darauf gefreut hatte, ihre Freundinnen wiederzusehen.

Pause hatte immer nur eine Gruppe, wodurch der große Schulhof sehr leer wirkte. Die einen spielten am Klettergerüst. Larissa quatschte mit Yara, Zoey und Levin in einer anderen Ecke. Die Mädchen hatten sich schließlich lange nicht mehr gesehen.

Das Kollegium hatte einen genauen Plan mit Einbahnstraßensystem ausgearbeitet, damit sich die Gruppen aus dem Weg gehen können. Das Gebäude betraten die Kinder immer durch die Toilettenräume, wo sie sich die Hände wuschen. Bevor es in die Klassen geht, benutzt jeder ein Desinfektionsmittel. Nach dem Unterricht geht es durch den Haupteingang nach draußen. Dazu begann für die Gruppen die Schule zu unterschiedlichen Zeiten, wodurch es auch in den Pausen zu keinen Überschneidungen kam. „Das wir versetzt gestartet sind, war ganz richtig“, meinte Annegret Berg.

Eltern hatten viele Fragen

Am Morgen begrüßten die anwesenden Lehrer die Kinder und Eltern schon auf dem Schulhof, standen zudem an den unterschiedlichen Stationen wie der Toilette oder am Desinfektionsstand. „Viele haben sich gefreut und hatten strahlende Gesichter, manche waren aber sichtlich unsicher“, schildert Annegret Berg ihre ersten Eindrücke. Einige Eltern suchten zudem gleich das Gespräch. „Sie hatten viele Fragen, wie es weitergeht“, so die Schulleiterin: „Es war wichtig, dass wir Präsenz gezeigt haben.“

Später am Tag rief Anne Schott auf dem Schulhof: „Ich bin die Klingel. Die Pause ist vorbei“, sagte die Konrektorin, die eine weitere Gruppe übernommen hatte. Die eigentliche Schulglocke ist zurzeit abgestellt, weil der Ton bei den unterschiedlichen Zeiten nur Unruhe gestiftet hätte. In den Klassenräumen hat jeder nun einen Einzeltisch. „Ganz ruhig“, ist es laut Yara mit so wenigen Schülern. Das Tragen des Mundschutzes ist am Platz freiwillig, weil der Abstand groß genug ist. Nur wenn jemand aufstehe oder sie am Tisch etwas erkläre, nutze sie die Maske, erklärt Schott.

Neue Regeln in der Schule

Zu Beginn haben die Lehrer viel mit den Jungen und Mädchen geredet, ihnen die neuen Regeln erklärt, die vorher schon in einem Elternbrief bekannt gemacht wurden. Außerdem wurden die Kinder gefragt, wie es ihnen zuhause ergangen ist und wie es mit dem Lernen geklappt. Dazu haben die Jungen und Mädchen sowie die Eltern einen Fragebogen bekommen, der sehr zeitig ausgewertet werden soll.

Langsam war dann der Übergang zum Unterricht. Schott fing nach einer Stunde Redezeit mit Mathematik an, mit der schriftlichen Division. „Ein Schüler hat schon nach einer Viertelstunde gefragt, wann wir endlich anfangen“, sagt sie.

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