Bönener Kinderarzt bestürzt: Desinfektionsmittel und Toilettenpapier aus Praxis gestohlen

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Bönen – Wie auch alle anderen Arztpraxen vor Ort, so hat auch der Bönener Kinderarzt Dr. Jürgen Krüger derzeit damit zu kämpfen, dass nicht genügend Schutzmittel vorhanden sind. Nun ist er auch noch bestohlen worden. 

„Wir haben noch zwei Schutzkittel und kaum noch Schutzmasken“, sagt Krüger. „Wir versuchen, damit noch durch die nächste Woche zu kommen.“ Der Kinderarzt hofft, dass dann die vom Bundesgesundheitsminister angekündigten Lieferungen auch bei ihm eintreffen, weil sonst ein weiteres Arbeiten nur noch unter Risiko möglich wäre. 

Gleichzeitig ist der Bönener Arzt bestürzt, dass Patienten in den vergangenen Tagen alle Behälter mit Desinfektionsmittel geklaut haben, die in seiner Praxis standen – und letztlich auch der Sicherheit der Besucher dienen sollten. 

Coronavirus in Bönen: Nur zwei Patienten gleichzeitig

„Aus der Behindertentoilette haben die Besucher die Flaschen mitgenommen – und das Toilettenpapier gleich mit“, berichtet der Arzt. Das mache die Arbeit für ihn und seine Mitarbeiterinnen nicht gerade leichter. Jetzt habe er alles weggeschlossen. „Es geht offensichtlich nicht anders.“

Auch Krüger empfängt Patienten jetzt nur noch nach telefonischer Anmeldung. „Die Praxis ist abgeschlossen. Wir öffnen erst, wenn die Patienten klopfen.“ 

Gleichzeitig dürfen sich nur noch ein oder zwei Patienten gleichzeitig in den Praxisräumen aufhalten. „Wir bitten alle Eltern, einzeln mit dem erkrankten Kind zu kommen. Der Rest der Familie muss draußen oder im Auto warten“, betont Krüger. „Und bitte kommen Sie nur bei akuten Erkrankungen“ appelliert Krüger an die Eltern. „Vorsorgeuntersuchungen, Schuleingangsuntersuchungen oder Schulimpfungen können verschoben werden.“ 

Praxis schließt für zwei Wochen

Die Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen bei Babys würden hingegen weiterhin durchgeführt. „Das versuchen wir in der Mittagspause zu machen, wenn es in der Praxis etwas ruhiger ist.“ Ab 6. April wird die Praxis zwei Wochen schließen. „Aber Eltern müssen nicht besorgt sein, dass ihre Kinder in dieser Zeit unbetreut bleiben“, versichert Dr. Jürgen Krüger. 

„Wir haben einen Rotationsplan mit Kollegen aus Unna und Kamen eingerichtet.“ Eltern könnten sich in dieser Zeit auch an die Kollegen Monika Groß, Dr. Guido Hein und Dr. Wilhelm Friedrichs in Unna sowie Dr. Klaus Poggemann und Dr. Adam Exarchos in Kamen wenden. Generell bitten wir Eltern in dieser Zeit um etwas Geduld, weil manches nicht so schnell und reibungslos läuft wie in anderen Zeiten.“

Alle Informationen rund um das Coronavirus im Kreis Unna gibt es hier.

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