Neue Beschlüsse zur Eindämmung der Corona-Pandemie

So bewertet Bönens Bürgermeister Stephan Rotering die „Wellenbrecher-Strategie“

Darwins Restaurant am Eichenwald bietet in der Corona-Krise Speisen zum Mitnehmen an
+
Zurück zum Außerhausverkauf und Lieferservice: Die Bönener Gastronomiebetriebe müssen ab 2. November wieder schließen

Bönen – Den neuen Beschlüssen zur Eindämmung der Corona-Pandemie kann Bürgermeister Stephan Rotering nur einen positiven Aspekt abgewinnen: „Wir haben dieses Mal etwas mehr Vorlaufzeit, um uns darauf einzustellen und vorzubereiten. In der Vergangenheit mussten wir ja vieles von heute auf morgen umsetzen. Ansonsten gehen aber die Schotten zu. Das ist auch für mich eine Keule“, bewertet der Bönener Verwaltungschef die Berliner Beschlüsse von Mittwoch.

Für ihn stellen die verschärften Schutzmaßnahmen jedenfalls keinen „Lockdown light“ dar, wie die Maßnahmen zunächst angekündigt wurden. „Das ist schon ein sehr starker Eingriff, wenn ich da etwa die Kontaktbeschränkungen sehe, nämlich dass sich nun nur noch Angehörige aus maximal zwei Haushalten treffen dürfen. Wir kehren damit zurück zu den Regelungen, die im März und April gegolten haben.“ Nachdem die allmählichen Lockerungen nach dem Lockdown im Frühling zu immer weniger Beschränkungen geführt hätten, kehrten wir nun auf ein sehr niedriges Level zurück.“ So sollen etwa alle Freizeiteinrichtungen wieder schließen, alle Sportanlagen und Schwimmbäder.

„Besonders schlimm finde ich die neuerlichen Beschränkungen aber für unsere örtlichen Gastronomiebetriebe“, sagt Stephan Rotering. „Für die Menschen, die in diesen Bereichen beschäftigt sind, wird es sehr schwer werden.“ Er habe dabei bisher den Eindruck gehabt, dass es dort gut laufen würde und die Hygiene- und Abstandsregeln nicht nur umgesetzt werden, sondern auch wirksam sind. Schwierig wird es nach seiner Ansicht nach zudem für Kosmetik- und Tattoostudios und ähnliche Branchen. „Da sieht es wirklich böse aus“, ahnt er, welche Auswirkungen Regelungen auf die Betriebe haben könnten.

Stephan Rotering ist erleichtert, dass die Schulen und Kitas offen bleiben

Für die Bönener Verwaltung geht es nun darum, die Einhaltung der strengeren Maßnahmen zu überwachen. Zuständig sind die Mitarbeiter des Ordnungsamtes, die in den vergangenen Monaten bereits Unterstützung von Kollegen aus anderen Abteilungen der Verwaltung bekommen haben. „Jetzt müssen wir darüber nachdenken, einzelne Einrichtungen zu schließen, um die Ordnungsdienste personell verstärken zu können. Vielleicht müssen wir auch wieder gemeinsam mit der Polizei losgehen, um zu schauen, ob die Kontaktbeschränkungen eingehalten werden. Eins ist Rotering nämlich klar: „Die Akzeptanz ist nicht mehr so vorhanden wie noch im Frühjahr.“ Trotzdem hofft er auf Einsicht, damit der neue Pandemie-Höhepunkt so schnell wie möglich wieder überwunden wird. „Wir können nur an die Menschen appellieren, auf jeden privaten Kontakt zu verzichten.“

Verwaltung prüft, was machbar ist

Konsequenzen haben die verschärften Regelungen auf jeden Fall auf die Bönener Verwaltung. „Wir werden jetzt alle Termine und den Veranstaltungskalender abklopfen und schauen, was noch stattfinden kann“, kündigt der Bürgermeister an. Er denkt etwa darüber nach, die Verabschiedung der scheidenden Ratsmitglieder, die in der Ratssitzung am Donnerstag, 12. November, geplant war, zu verschieben. „Und bei den Vereinen müssen wir sehen, was da noch sattfinden kann. Diese Fragen lassen sich aber erst beantworten, wenn uns die neue Schutzverordnung des Landes vorliegt. Die ist für uns maßgeblich.“

Über einen Punkt des Beschlusses der Bundeskanzlerin und der Länderchefs ist Rotering aber besonders erleichtert: „dass die Schulen und Kitas geöffnet bleiben.“ Eine erneute, komplette Schließung wäre nicht nur für die Bildung der Kinder, sondern gleichfalls für viele Familien zu einem echten Problem geworden. Der Bürgermeister hofft, dass es zumindest größtenteils weiter möglich ist, die Kinder in die Schulen und Einrichtungen zu schicken.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare