Corona-Fälle an zwei Bönener Schulen

Betroffene Klassen lernen auf Distanz - Regelunterricht für alle anderen

Humboldt-Realschule in Bönen
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Rund 100 Schüler der Humboldt-Realschule in Bönen sind derzeit in Quarantäne

Bönen - Zwei Schüler der Humboldt-Realschule haben sich mit dem Corona-Virus infiziert, außerdem eine Zweitklässlerin der Hellwegschule. Während die Familien, Schulleitungen, Schüler und Lehrer nun auf die Tests und vor allem auf deren Ergebnisse warten, wird der Unterricht bis zu den Herbstferien weiter organisiert. Wann und wo genau die Betroffenen getestet werden, steht laut Kreis Unna noch nicht fest.

Die Hauptarbeit hatten Petra Coerdt und ihre Kollegen an der Humboldt-Realschule am Montagvormittag erledigt: Alle Eltern waren informiert, die rund 100 Schüler der betroffenen achten und neunten Klassen sowie des Differenzierungskurses Sozialwissenschaften in Quarantäne. „Jetzt müssen wir auf die Testung und dann auf die Ergebnisse warten“, erklärte die Schulleiterin.

Wann und wo die betroffenen Schüler, Lehrer und eine Integrationskraft auf das Corona-Virus getestet werden, stand laut Kreis Unna gestern noch nicht fest. „In der Regel wird aber vor Ort in den Schulen getestet“, sagte Kreis-Sprecher Max Rolke. Sobald die Termine feststehen, würden die Schulen informiert.

Dass sich zwei ihrer Schüler mit dem Corona-Virus infiziert haben, hat Petra Coerdt hingegen bereits am Samstagnachmittag erfahren und alle weiteren Schritte sofort in die Wege geleitet. „Wir haben natürlich einige Anrufe bekommen. Eltern wollten zum Beispiel wissen, wann die Tests stattfinden oder wie sie mit Geschwisterkindern umgehen sollen“, berichtet Petra Coerdt.

Offiziell sind Eltern und Geschwister laut Angaben des Gesundheitsamtes nicht betroffen, wenn ein Schüler zu den Kontaktpersonen zählt. „Aber natürlich haben wir Verständnis dafür, wenn Eltern die Geschwister ebenfalls vorsorglich zu Hause behalten möchten, bis die Testergebnisse vorliegen“, sagt Petra Coerdt.

Übrigen Klassen bleiben im Präzensunterricht in der Schule

Alle anderen Kinder und Jugendlichen seien hingegen ganz normal am Montagmorgen zum Unterricht erschienen. „Wir haben die Gelegenheit genutzt, um sie noch einmal verstärkt auf die Abstands- und Hygieneregeln hinzuweisen“, so die Schulleiterin. „Und gefühlt sieht es so aus, als sei die Akzeptanz nun noch höher.“

Die Lehrer, die in den betroffenen Klassen beziehungsweise in dem Kurs unterrichtet haben, müssen ebenfalls nicht zu Hause bleiben. „Die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes haben mit ihnen Einzelgespräche geführt und sind dann zu dem Schluss gekommen, dass sie nicht in Quarantäne müssen. Sie hatten genügend Abstand und haben außerdem während der gesamten Unterrichtszeit Masken getragen“, erklärt Petra Coerdt.

Die betroffenen Acht- und Neuntklässler kehren hingegen in den kommenden Tagen wieder zum Unterricht auf Distanz zurück. Sie werden von ihren Lehrern mit Aufgaben versorgt – entweder über die Internetseite der Schule oder per E-Mail. „Wir haben zwar vor zwei Wochen die neue Lernplattform eingerichtet, doch aufgrund der Kürze der Zeit wurden noch nicht alle Schüler eingewiesen“, erläutert die Schulleiterin. Zudem seien zwar Endgeräte bestellt, die den Schülern gegebenenfalls zur Verfügung gestellt werden könnten, die seien aber noch nicht angekommen. „Zum Glück – vor allem für die Schüler – müssen wir aber nur ein paar Tage auf diese Weise überbrücken“, weist Petra Coerdt auf die bevorstehenden Herbstferien hin.

Die Jugendlichen, deren Mitschüler positiv getestet wurden, müssen darüber hinaus bis zum 14. Oktober in häuslicher Quarantäne bleiben. Das gilt genauso für 24 Schüler, zwei Pädagogen und eine Integrationskraft der Hellweg-Grundschule. Auch dort war am Wochenende ein Corona-Fall bekannt geworden, eine Schülerin aus der zweiten Klasse hat sich angesteckt. Die Kinder werden nun bis zu den Ferien mit Aufgaben versorgt. „Die Klassenlehrerin, die ja ebenfalls in Quarantäne ist, hat bereits einen Wochenplan fertiggestellt und ihn uns geschickt“, erzählt Schulleiterin Antje Anbrink-Keiter. „Das Jahrgangsteam hat dazu Mappen zusammengestellt, die jetzt an die Schüler verteilt werden – noch analog, soweit digital sind die Kinder nämlich noch nicht.“ Abgeholt werden die Mappen von den Eltern am Schultor.

Plattform für digitales Lernen wird auch an der Grundschule eingeführt

Aber auch an der Hellwegschule wurde die ausgewählte Lernplattform bereits eingerichtet, heute werden die Lehrer darin geschult. „Wir werden das jetzt erproben und danach unser Konzept für das Distanzlernen spezifizieren“, erklärt Antje Anbrink-Keiter. Dazu müssten dann die häuslichen Bedingungen bei den Kindern abgefragt werden, etwa, ob alle einen Zugang zum Internet haben. Die Schule wartet derzeit zudem auf die passende Ausstattung dafür. Eine Sofortausstattung für Mädchen und Jungen, die keine Endgeräte zur Verfügung haben, sei auf dem Weg.

An der Gesamtschule Kamen, die von vielen Bönener Schülern besucht wird, gab es in der vergangenen Woche einen Corona-Fall in einer fünften Klasse. Mittlerweile wurden alle Mitschüler des erkrankten Kindes getestet, ebenso die Lehrer, die in dieser Klasse unterrichtet haben. Die Ergebnisse liegen jetzt vor: Alle Abstriche zeigen laut Kreis Unna ein negatives Ergebnis. Die betroffenen Schüler bleiben dennoch vorsorglich bis zum 8. Oktober in Quarantäne. Die Lehrer kehren nach und nach in die Schule zurück. Dafür seien Rückkehrpläne erstellt worden, heißt es auf der Homepage der Schule.

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