Betreiber fürchten Schließungen

Angst vor Corona-Lockdown: Verunsicherung bei Tattoo- und Kosmetikstudios

Tattoo- und Kosmetikstudios gehörten in der ersten Hochphase der Corona-Krise zu den Betrieben, die besonders lange schließen mussten. Jetzt wächst bei den Besitzern die Sorge vor dem nächsten Lockdown.

Bönen/Hamm – Manuel Hoppe ist Betreiber von drei Tattoo-Studios: Realistic Tattoo Art und Ink Department in Hamm sowie Bönen Ink in Bönen (Kreis Unna). Während des Lockdowns in der Coronavirus-Krise im Frühjahr gehörte er zu den Geschäftsleuten, die besonders lange auf die Wiederaufnahme des Betriebs warten mussten. Jetzt wächst die Sorge vor dem nächsten Lockdown mit drastischen Regeln.

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Denn Tattoo-Studios wie auch Geschäfte der Kosmetikbranche gehörten aufgrund der notwendigen Nähe zwischen Kunden und Dienstleister zu den Läden, die in der Corona-Krise im Frühjahr mit als letztes wieder öffnen durften. Aber ist alles gut, seit die Türen wieder offenstehen? Wir sprachen mit Manuel Hoppe und der Kosmetikerin Iana Raclaf über Ängste und Sorgen während der Corona-Zeit.

Angst vor Corona-Lockdown: Verunsicherung bei Tattoo- und Kosmetikstudios

Manuel Hoppe hat mit Blick auf seine drei Tattoo-Studios Gutes zu berichten: „Die Läden laufen wieder“, erzählt er freudig. Und das bereits von Anfang an: In den ersten zwei Monaten unmittelbar nach dem Lockdown in der Corona-Krise gab es schon deswegen keine ausbleibenden Kunden, weil alle abgesagten Termine der vorhergehenden Wochen nachgeholt werden mussten. Und auch danach blieb es bei regem Publikumsverkehr. Das Vertrauen der Kunden ist ungebrochen. Auch dank des strengen Hygienekonzepts: „Wir haben ja schon vor Corona strikte Regeln gehabt“, erinnert Hoppe. „Dazu herrscht nun natürlich auch für unsere Kunden Maskenpflicht, auch die Hände müssen desinfiziert werden. Das wird alles super angenommen und sorgt für ein gutes Gefühl.“

Dennoch sieht auch Hoppe zumindest in seinen beiden Tattoostudios in Hamm aktuell einen leichten Rückgang von Terminen: „Man merkt, dass die Angststimmung langsam wieder zunimmt.“

Weniger optimistisch auf ihren laufenden Betrieb blickt Iana Raclaf, Besitzerin des Jara-Beauty-Instituts an der Straße Im Alten Kamp. In dem Kosmetikstudio bietet sie Anwendungen und Behandlungsmethoden wie Massagen, Make-Up, Gesichtsbehandlungen sowie Hand- und Fußpflege. „Seit meiner Wiedereröffnung im Juni kommt im Vergleich zu früher nur noch rund die Hälfte der Kunden“, informiert Iana Raclaf hörbar niedergeschlagen.

Angst vor Corona-Lockdown: Einschränkungen in Tattoo- und Kosmetikstudios

Dabei stellt sie fest, dass es Unterschiede je nach gewünschter Behandlung gibt: „Wenn es um die Behandlung der Füße und Hände geht, nehmen das noch viele Bönener wahr“, erzählt Raclaf. Das hat einen Grund: Bei solchen Anwendungen kann ein gewisser Abstand eingehalten werden. Auch ihre Kunden können den in der Corona-Krise vorgeschriebenen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Anders hingegen bei Behandlungen, die das Gesicht betreffen: Hier sind sich Kunde und Kosmetikerin sehr nah, auch die Alltagsmaske kann vom Kunden nicht durchgehend getragen werden. „Bei diesen Angeboten merke ich einen eindeutigen Rückgang der Anfragen“, sagt Iana Raclaf. Und noch eine nachvollziehbare Beobachtung machte sie: Vor allem Kunden im Risikoalter sind nun deutlich zurückhaltender und kommen seltener beziehungsweise gar nicht.

Corona-Krise: Angst vor dem zweiten Lockdown

Iana Raclaf und Manuel Hoppe eint eine große Sorge: Die Angst vor einem möglichen zweiten Corona-Lockdown. „Ich glaube zwar nicht, dass es in Deutschland noch einmal einen vollumfänglichen Lockdown geben wird“, mutmaßt Manuel Hoppe. „Aber sollte es doch dazu kommen, ist unsere Branche richtig am Ende.“ Für den Fall aller Fälle legt der Tattoo-Studio-Betreiber etwas Geld für schwere Zeiten beiseite und sagt: „Hoffen wir einfach das Beste.“

Auch Jara-Beauty-Instituts-Leiterin Iana Raclaf hofft, dass die Situation eher früher als später wieder besser wird. „Ich glaube aber, es wird alles noch schlimmer“, fürchtet sie. Für das Weiterbestehen ihres Betriebes sieht sie jedoch einen großen Vorteil: „Ich arbeite ja von zu Hause aus“, erklärt sie. „Ich habe also keine zusätzlichen Mietkosten.“

Rubriklistenbild: © Szkudlarek

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