Corona-Inzidenzwert von 36,48

Corona-Zahlen überschreiten kritischen Wert: Kreis Unna will Schutzmaßnahmen verschärfen

Mit Mund-Nasen-Schutz im Klassenzimmer - Maskenpflicht an den weiterführenden Schulen
+
Die Corona-Zahlen im Kreis Unna steigen an. Die Schüler der weiterführenden Schulen sollen vorerst auch im Unterricht wieder ihre Masken tragen. 

Die Zahl der Corona-Infizierten im Kreis Unna ist in den vergangenen Tagen drastisch gestiegen – so stark, dass die 7-Tages-Inzidenz von 35 inzwischen überschritten wurde. Innerhalb einer Woche kamen mehr als 36 neue Fälle pro 100.000 Einwohner hinzu. Für die Verantwortlichen bei der Kreisverwaltung ist es Zeit, die Zügel anzuziehen.

Bönen/Bergkamen/Kreis Unna – Vor allem in Schulen, Kindertageseinrichtungen und nach privaten Feiern galoppieren die Fallzahlen des Coronavirus nach oben. Klar geregelt durch die Coronaschutzverordnung, die seit 1. Oktober in NRW gilt, ist, dass private Feiern außerhalb der eigenen Wohnung nun nur noch mit 50 statt wie bisher mit 150 Gästen stattfinden können. Diese Obergrenze gilt für eine 7-Tages-Inzidenzzahl von über 35. Nach eigenen Berechnungen liegt der Kreis momentan bei 36,48 (Stand Dienstag), das Covid-19-Dashboard des Robert-Koch-Institutes hatte am Dienstag jedoch noch eine deutlich niedrigere Ziffer für den Kreis angegeben, nämlich 25,1.

Das Missverhältnis beruht auf einen Übertragungsfehler, wie Uwe Hasche am Dienstagnachmittag in einer Pressekonferenz erklärte. Der Gesundheitsdezernent des Kreises Unna hofft, dass das Problem mit einer bereits angekündigten Umstellung der RKI-Software in den kommenden Tagen behoben ist.

Wichtiger für ihn ist die Frage, ob die Bezirksregierung und das Landeszentrum Gesundheit (LZG) den vom Kreis Unna selbst ermittelten Inzidenzwert für weitere Maßnahmen zugrunde legen oder an den Zahlen des RKI festhalten. Hasche hat den Abstimmungsprozess dafür aber bereits eingeleitet und den Plan des Kreises für weitere Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus an die Bezirksregierung und das LZG weitergeleitet.

Coronavirus im Kreis Unna - Zahlen steigen: Maßnahmen in Schulen

Konkret geht es dabei um die Schulen und Kitas sowie um Sportveranstaltungen im Kreis Unna. „Die Liste der betroffenen Einrichtungen wird täglich länger“, begründet der Kreisdezernent die Entscheidung. So will der Kreis als dringende Empfehlung den Schulen raten, den Unterricht nur noch im Klassenverband oder in festen Lerngruppen durchzuführen. „Es macht einen riesigen Unterschied, ob eine Klasse oder gleich eine komplette Jahrgangsstufe aus dem Verkehr gezogen werden muss. Je mehr Kinder betroffen sind, umso größer ist der Einschnitt“, stellte Hasche fest. In den höheren Jahrgängen sei das zwar schwieriger umzusetzen, weil diese in Differenzierungen und Kursen unterrichtet werden, die Empfehlung gelte aber ohnehin vorerst nur für die kommenden drei Tage. „Danach beginnen die Herbstferien“, erinnert er.

Ebenfalls als dringende Empfehlung gibt der Kreis Unna eine durchgängige Maskenpflicht für die Schüler der weiterführenden Schulen heraus - in der Hoffnung, auch so die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu vermeiden.

Coronavirus im Kreis Unna: Maßnahmen in Kitas

Auch in den Kitas im Kreis Unna sollen offene Konzepte vorerst möglichst ruhen und die Kleinen stattdessen in festen Gruppen betreut werden, um dort gleichfalls eine wegen Corona problematische Durchmischung zu vermeiden.

Coronavirus im Kreis Unna: Das gilt für Sportturniere

Und schließlich soll es im Sport im Kreis Unna Einschränkungen geben, so lange die Fallzahlen des Coronavirus auf diesem Niveau bleiben oder sogar weiter steigen. Nicht mehr durchgeführt werden sollen jetzt nämlich Turniere mit mehr als zwei Mannschaften. „Wir werden den Liga-Betrieb aber nicht verbieten. Zwei Mannschaften zu testen und in Quarantäne zu schicken – das können wir leisten.“

Coronavirus im Kreis Unna - steigende Zahlen: Kommt jetzt die Allgemeinverfügung?

Uwe Hasche hofft, dass die Bezirksregierung und das LZR mit ihrer Zustimmung spätestens am Mittwoch aus den Empfehlungen eine Anordnung beziehungsweise eine Allgemeinverfügung machen. Diese würde dann um 0 Uhr in Kraft treten. „Ich halte die Maßnahmen durchaus für verhältnismäßig“, erklärte der Dezernent.

Sollten auch diese Maßnahmen im Kreis Unna nicht wirken und sich weiterhin mehr Menschen in den zehn kreisangehörigen Städten und Gemeinden mit Corona anstecken, werden ab 50 Neuinfektionen pro 100 Einwohner die Schutzmaßnahmen noch weiter anziehen müssen.

Corona-Zahlen steigen vielerorts - Urlaub in den Herbstferien wird zum Problem

Mit Blick auf die Herbstferien wird das Thema Urlaub trotz Corona für viele Menschen - nicht nur im Kreis Unna - relevant. Nicht nur viele EU-Staaten gelten mittlerweile als Risikogebiete. Auch viele Regionen in Deutschland haben mit steigenden Corona-Zahlen zu kämpfen. Wie die einzelnen Bundesländer mit Menschen aus innerdeutschen Risikogebieten umgehen, entscheiden sie selbst. Das sorgt aber auch für Chaos und Verunsicherung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare