Corona-Hamsterkäufe: Tafeln im Kreis Unna müssen teilweise schließen

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Normalerweise können die Tafelkunden sich die Lebensmittel an den Tischen aussuchen, jetzt werden fertige Kisten gepackt, um alles gerecht zu verteilen.

Bönen/Bergkamen/Werne – In den kommenden Wochen öffnen die Tafeln in Bönen, Bergkamen und Werne nur noch im Zweiwochenrhythmus. Der Grund: Corona-Hysterie und die  andauernden Hamsterkäufe vieler Bürger haben nicht nur die Regale in den Supermärkten leer gefegt, sondern auch die Palette der Lebensmittel drastisch schrumpfen lassen, die die Tafeln sonst von den Lebensmittelketten erhalten.

„Wir müssen zum Glück nicht ganz schließen, wir versuchen das gerecht auf alle Ausgabestellen im Kreis zu verteilen“, sagt Ulrike Trümper, Leiterin der Tafel im Kreis Unna. Die Regelung, nur alle zwei  Wochen zu öffnen, gilt zunächst bis Ende Mai, dann wolle man weitersehen, wie sich die Situation entwickelt hat. 

Die Ausgabestelle Bönen, wo die Tafel in der Awo-Begegnungsstätte montags von 13 bis 14 Uhr Lebensmittel an Bedürftige verteilt, wird am Montag, 9. März, geschlossen bleiben und dann im Zweiwochenrhythmus öffnen.

Die Ausgabestelle Bergkamen im evangelischen Gemeindehaus, Goekenheide 7 (Öffnungszeiten: dienstags 11.30 bis 13 Uhr) bleibt am Dienstag, 17. März, geschlossen.

Die Ausgabestelle Werne an der Burgstraße 22 (Öffnungszeiten: mittwochs 10 bis 11.30 Uhr) bleibt am Mittwoch, 25. März, geschlossen.

„Es trifft wieder mal die Schwächsten der Gesellschaft“, bedauert Ulrike Trümper. Seit die Nachrichten über das Coronavirus sich überschlagen und auch in NRW und im Kreis Unna Infizierte bestätigt sind, habe eine wahre Hysterie und ein Sturm auf haltbare Lebensmittel eingesetzt, bestätigt Trümper. 

Die Konsequenz: „Für uns und die Menschen, die auf unsere Unterstützung angewiesen sind, bleibt nichts mehr übrig.“ Die Lieferwagen der gemeinnützigen Einrichtung, die von den Spenden der großen Lebensmittelketten lebt, würden nicht mal mehr zu einem Drittel voll. In der Zentrale in Unna, wo die Lebensmittel verteilt werden, stünden derzeit 30 Helfer, die kaum etwas zu tun haben. 

Nur noch ein Drittel der normalen Spenden

„In normalen Zeiten erhalten wir rund 200 Kisten mit Lebensmitteln in einer Woche, jetzt sind es nicht mal mehr 70“, so Ulrike Trümper. „Das reicht bei weitem nicht für alle neun Ausgabestellen. Weil wir nicht einzelne Ausgabestellen schließen wollen, sondern das, was wir haben, gerecht verteilen wollen, werden wir die Anlaufstellen reihum im Wechsel schließen.“ 

„Niemand muss fürchten, dass es nichts mehr gibt, wenn er an die Reihe kommt“, versichert Ulrike Trümper. „Wir haben vorgesorgt und werden auch unsere Reserven angreifen. Aber das Angebot fällt natürlich geringer aus als sonst.“ 

Private Spenden willkommen

In normalen Zeiten können die Tafel-Kunden sich ihre Waren an den Ausgabetischen selbst aussuchen. Jetzt werden ab sofort fertig gepackte Kisten mit dem verfügbaren Sortiment an alle verteilt, damit die, die auf die Zuteilung der Tafel angewiesen sind, um über die Runden zu kommen, dennoch alle gleich versorgt werden können. „Das müssen wir ihnen nun liebevoll beibringen – auch, dass es bei uns nichts zu hamstern gibt“, sagt Ulrike Trümper. „Wir müssen mit dem auskommen, was wir haben.“ 

Willkommen seien in dieser Situation aber auch Lebensmittelspenden von Privatleuten. Die könnten am Ausgabetag vor der Verteilung an der Ausgabestelle abgegeben werden.

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