Corona-Ferienspaß war mit neuen Ideen und kleineren Veranstaltungen ein Erfolg

+
Viel Spaß hatten die Kinder beim Cowboy und Indianer spielen auf dem Speckenhof.

Bönen – Kurzfristig zusammengestellt, etwas abgespeckt, dafür mit einigen Premieren und letztlich doch erfolgreich. Die Corona-Pandemie hat den Ferienspaß in Bönen gehörig durcheinandergewirbelt. Die Organisatoren ziehen aber nun, kurz vor dem Ende der Sommerferien, eine positive Bilanz.

„Wir haben einige große Sachen nicht gemacht, das war schade. Dafür hatten wir viele kleine Aktionen, und fast alles war gut ausgebucht“, erklärte Angela Bräuer vom Treffpunkt Go In. Die Entscheidung, auf die zunehmenden Lockerungen vor den Ferien auf die Schnelle noch mit einem angepassten Programm zu reagieren, habe sich gelohnt. „Wir haben das Beste daraus gemacht.“ 

Als der Lockdown kam, standen die Verantwortlichen eigentlich bereits in den Startlöchern, doch von den 31 ursprünglich geplanten Angeboten konnte nur etwa die Hälfte umgesetzt werden. Erst Mitte Juni war dann klar, was angeboten werden kann und die Anmeldung konnte beginnen. Aus dem alljährlichen Heft, das schon im PDF-Format vorlag, wurde eine Online-Übersicht, mit einer Postkarte wurde dafür geworben. 

Beliebte Aktivitäten wie die Fahrten ins Phantasialand, zum Ketteler Hof oder ans Meer, also jene großen Sachen, die Bräuer meinte, waren wegen der Hygiene- und Abstandsmaßnahmen nicht möglich. Auch musste auf viele Angebote von Vereinen und Organisatoren verzichtet werden, weil sich die engagierten Menschen dort, nicht sicher waren, ob sie die Vorkehrungen alle umsetzen konnten oder teilweise selbst zur Risikogruppe gehörten. 

Von den Rettungszwergen bis zum Angeln – „viele Klassiker haben nicht stattgefunden“, so Bräuer. Immerhin konnten die Kinder und Jugendlichen den Biobauernhof Stemper besuchen oder auf dem Jugend- und Kinderbauernhof Speckenhof auf Ponys reiten. Auch Ausflüge in den Westfalenpark oder eine Fahrradtour gehörten zum Corona-Ferienspaß-Programm. „Wir haben gemacht, was machbar war“, sagt Bräuer.

Mit der Wurftechnik, damit ein Frisbee optimal fliegt, beschäftigten sich Maximilian Ehlich und Lorenz Siedler beim Ferienspaß, bevor sie ins Spielgeschehen mit einstiegen.

So fanden sich viele kleine Angebote, oft im Go in, in den vergangenen Wochen wieder. Mangas wurden gemalt und Fingerboards gebaut. „Das ist spontan entstanden“, sagt Bräuer zu der Premiere mit den Mini-Skateboards: „Das ist zu wenig, wir wollen mehr machen“, hatten die Organisatoren nach einem ersten Blick auf das Corona-Programm festgestellt. 

In Zusammenarbeit mit der Gemeinde entstand so auch die Stromkästen-Bemal-Aktion. Aus dem Manga-Kursus hat sich wiederum spontan ein weiteres Projekt entwickelt. Weil die Teilnehmer so viel Spaß daran gehabt hätten und auch die Künstlerin Lust dazu hatte, wird auf einer weißen Wand im Go in bald ein „Manga XXL“, so Bräuer, entstehen. Alle Angebote seien gut angenommen worden, berichtet Bräuer. 

Viel Spaß hatten die Kinder im Go in beim Manga Workshop

Froh waren sie und ihre Mitstreiter, dass vor rund zwei Wochen durch eine weitere Lockerung die „Bezugsgruppengröße“ von 15 auf 20 Kinder und Jugendliche erweitert wurde. Für einige Aktionen gab es nämlich sogar eine Warteliste, von der in dem Zuge weitere Teilnehmer nachrutschen konnten. 

Auch am Speckenhof, wo immerhin zwölf Angebote stattfanden und noch -finden, war Veranstalterin Julia Stoeckmann zufrieden. Die Verpflegung musste in diesem Jahr zwar ausfallen, der Bauwagen war nicht benutzbar, doch weil vieles draußen durchgeführt wird, waren die Anpassungen an die Coronaregeln kein Hexenwerk. „Alles war sehr gut gebucht“, sagte auch Stoeckmann. 

Höhenflüge gab es auf der Mountain-Bike-Anlage am Förderturm.

Durch diese besondere Situation hätten die Mitarbeiter des Familien- und Jugendbüros auch Kinder gesehen, die sonst noch nicht das Go in besucht hätten. Einige Stammgäste, die ganz viele Angebote genutzt hätten, habe es wie am Speckenhof ebenfalls gegeben. Bräuer vermutet, dass abgesagte Urlaube hierfür ein Grund sein könnten. 

Die Corona-Regeln hätten wiederum nur unwesentlich gestört. „Es war total harmonisch“, sagt Bräuer. Die Kinder hätten die neuen Gegebenheiten schnell verinnerlicht und hätten kaum darauf hingewiesen werden müssen. 

Mit dem nahenden Ferienende geht im Go In der Blick bereits wieder nach vorne. Geguckt wird, wie das Alltagsangebot des Treffpunkts aufrechterhalten werden kann. „Wenn die Schulen öffnen, wird das Go In öffnen“, stellt Bräuer klar: „Die Frage ist, wie sind die Bedingungen.“ 

Den Organisatoren bereite die fehlende Planungssicherheit Schwierigkeiten. Daher werde eher von Monat zu Monat geschaut, was möglich ist. Unbedingt vermieden werden soll, dass angemeldete Kinder bei einer Rücknahme von Lockerungen seitens der Regierung wieder ausgeladen werden müssen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare