Statistik der Polizei

Corona-Effekt: 30 Prozent weniger Einbrüche im Kreis Unna

Ein Einbrecher bricht ein.
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Einbrecher dringen derzeit seltener in Wohnungen ein, weil die Menschen im Lockdown häufiger zu Hause bleiben. Die Fallzahlen im Kreis Unna sinken. 

Gastronomen, Kulturschaffende, Friseure, Tausende von Einzelhändler – sie alle leiden unter der Corona-Pandemie, weil ihre Geschäfte schlecht laufen oder ganz zum Erliegen gekommen sind. Daneben gibt es aber auch Professionen, bei denen es weniger Bedauern auslöst, wenn das Einkommen sinkt oder – noch besser – ausbleibt. Gemeint sind unter anderem Wohnungseinbrecher.

Kreis Unna - Im Lockdown weilen die Menschen zwangsläufig öfter und länger zu Hause: Schüler sind im Distanzunterricht, Berufstätige im Homeoffice, Eltern im Betreuungsmodus. Das schreckt ab, zumindest jene Ganoven, deren Geschäftsmodell es ist, sich ungefragt fremdes Eigentum aus fremder Umgebung anzueignen und sich damit auf Kosten anderer zu bereichern. Abzulesen ist das gegenwärtig an der Zahl der angezeigten Einbrüche.

2019 waren es im Kreis Unna (außer Lünen) 450 solcher Taten, wie die Addition der Angaben im wöchentlichen Wohnungseinbruchsradar zeigt. 2020 ging der Wert auf 311 zurück, also um rund 30 Prozent – ein nicht unerheblicher Rückgang, der dafür sorgte, dass so manche Träne nicht vergossen wurde.

Üblicher Anstieg im Herbst

Die Entwicklung sei erfreulich, heißt es auch bei der Polizei in Unna. Allerdings habe das Jahr 2020 mit ähnlich hohen Einbruchszahlen begonnen wie das Jahr davor, und mit Beginn der dunklen Jahreszeit hätten sich die Fälle wie zu erwarten wieder gehäuft, verdeutlicht Behördensprecherin Vera Howanietz.

Zwar gibt es einen positiven Corona-Effekt und sind die Bedingungen für Einbrecher deutlich schlechter geworden. Hartgesottene Halunken scheint das Virus jedoch nicht gänzlich von ihren üblen Machenschaften abzuhalten.

Fallzahlen bei häuslicher Gewalt nicht gestiegen

Ob die Pandemie auch auf anderem kriminellen Terrain zu positiven Entwicklungen geführt hat, ließe sich frühestens nach Erstellen der offiziellen Kriminalitätsstatistik sagen, unterstreicht Howanietz. „Man kann aber auch nicht alles ausschließlich auf Corona zurückführen“, fügt sie hinzu. Erfreulich sei zumindest, dass sich die Fälle von häuslicher Gewalt den ersten Erkenntnissen nach nicht erhöht habe. Das war von einigen Fachleuten befürchtet worden.

Apropos Kriminalitätsstatistik: Das aktuelle Zahlenwerk für 2020 will die Kreispolizei in der zweiten Februarhälfte vorlegen.

Nicht jeder angezeigte Wohnungseinbruch wird dort womöglich als solcher aufgeführt. „Im Zuge der Ermittlungen ergeben sich manchmal Anhaltspunkte für eine andere Straftat wie Diebstahl oder Raub“, erläutert Howanietz.

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