Comedian Simon Stäblein treibt Klischees gekonnt auf die Spitze 

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Im Dialog mit seinem Publikum trieb Simon Stäblein im Zechenturm Klischees auf die Spitze.

Bönen Gar nicht zum Heulen war der Abend mit Stand-up-Comedian Simon Stäblein am Freitagabend im Bönener Zechenturm. Der stand zwar unter dem Motto "Heul doch!", aber die rund 60 Zuschauer amüsierten sich über seine Sicht der Dinge.

„Dass ich mit 30 schon sagen muss, ,die Jugend von heute’...“, bemerkte Simon Stäblein als Seitenhieb auf die ältere Generation. Mit Blick auf die 60 Besucher seines Comedyprogramms „Heul doch!“ am Freitagabend im Zechenturm unterstellte er aber schnell einen Altersschnitt von 35 Jahren.

Wie alt sie denn sei, fragte der Stand-up-Comedian eine Frau in der ersten Reihe. Und mit Barbara (59) fand er gleich eine auskunftsfreudige Sparringspartnerin für den weiteren Verlauf des witzigen Abend.

Das Gehirn schrumpfe, stellte er mit Blick auf die Jüngeren und ihre Smartphone-Abhängigkeit und die Beliebtheit der Realityshows fest. Keine Hobbys hätte diese Generation, wetterte der Kölner. Und Stäblein klagte gleich über sein Schicksal. „Ich musste als Kind Keyboard lernen“, jammerte er. Damit könne man als Musiker doch nichts werden. Den Starruhm suchte er dann mit Worten. Ein hartes Brot. Ein Musiker könne, ja müsse seine Hits immer wieder spielen. „Wenn ich einen Joke raushaue, will den keiner ein zweites Mal hören.“

 „Heul doch!“ sorgte eher für Lachtränen 

Die Interaktion mit dem Publikum half bei der Programmgestaltung. „Wie habt ihr denn von mir erfahren?“, fragte er Barbara. „Auf einer Beerdigung!“, kam die verblüffende Antwort mit Begründung. Auf dem Friedhof werde viel geheult, was wiederum zum Titel des Stäblein-Programm passe. 

Stäblein trieb Klischees auf die Spitze. Witzig und charmant. Die Giraffe sei sein Lieblingstier, mimte der bekennende Schwule den schwulen Galopp des Steppenbewohners. Erotisch sei auch das Zupfen der Akazienblätter mit der langen Zunge. Zotig war das Programm eigentlich nie. „Wir wollen ja auch nicht wehtun“, beschrieb er seinen Berufsstand. Der Comedian verpackte auch die Geschichte der Vorhaut sympathisch. Wo die den hinkomme nach der in einigen Weltreligionen üblichen Beschneidung, „in so ein Kästchen für die Zahnfee vielleicht?“

Möglichkeiten, sich zu verwirklichen, gebe es viele. Das sei vielleicht auch das Problem der Jugend, kam er wieder aufs Thema „Heul doch!“ zurück. Die Generation Y sitze nach dem Abi sinnsuchend im freiwilligen sozialen Jahr neben dem Kindersoldaten in Afrika: „Hier scheint doch immer die Sonne, du bist doch ganz braun! Ich hab nur einen gebrauchten Mini und weiß noch nicht, was ich mit meinem Leben anstellen soll.“ 

Das seien eben First-World-Probleme, aber keine wirklichen Probleme, so Stäblein. Da sei es schon eher verwunderlich, dass Kinder hingegen relativ grundlos relativ glücklich seien, meinte Stäblein. 

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