Chaos-Theater feiert gelungene Premiere

Mit Wortwitz und Situationskomik begeisterten die Schauspielerinnen bei der Premiere des Chaos-Theaters in Bönen.

BÖNEN ▪ Das Leben als totgeglaubter Mann ist schwer! Das muss auch Moritz Hofele, Besitzer der Berghof-Gaststätte feststellen, als sich das Gerücht über sein Ableben verbreitet und die gehasste Verwandtschaft zum Erbe anrückt. Rund 80 Zuschauer sahen am Freitagabend die daraus resultierende Verstrickungen bei der Premiere des Stücks „Der Berghofmord“ im Pfarrheim St. Bonifatius.

Das Ensemble des Chaos-Theaters enttäuschte auch im mittlerweile zehnten Jahr nicht: Generationsübergreifender Humor und verzwickte Situationskomik brachten das Publikum besonders im zweiten und dritten Akt ununterbrochen zum Lachen.

Doch schon bevor das Stück begann, war das Publikum voller Vorfreude und gespannt, was wohl gleich auf sie zukommen würde. Nach einer kurzen Begrüßung durch Britta Grobe und Martina Thätner wurde diese nicht enttäuscht: Schon der erste Akt zeichnete sich durch viel Dialogwitz aus.

Darüber hinaus fiel direkt das detaillierte Bühnenbild ins Auge, das nahezu perfekt bayrische Gaststättenatmosphäre ausstrahlte. In dieser Idylle soll also ein Mord geschehen? Nun, einen echten Mord hat die Kriminalkomödie aus der Feder Willy Stocks gar nicht zu bieten. Stattdessen liegt das Augenmerk auf den Auswirkungen, die allein das Gerücht um Moritz Hofeles (Birgit Omansik) Tod mit sich zieht.

Leitete das erste Drittel das Stück leichtfüßig ein, waren es die Akte zwei und drei, die beim Premierenpublikum richtig einschlugen. Der erste Auftritt der gestressten Geschäftsfrau Betty Hüttchen (Leah Bracht) sorgte im knallroten Kostüm rein optisch schon für Lacher, ebenso wie Hilde Post als psychisch angeschlagener Friseur Rüdiger Schwerengraf.

Publikumslieblinge aber waren Onkel und Tante Schrecklich (Ute Klein und Sibille Steinkamp), die es auf das Erbe abgesehen und bei so manch einem Erinnerungen an die eigene Verwandtschaft ausgelöst haben. „Das ist ja wie bei uns zu Hause“, gröhlte etwa ein Zuschauer, als sich der ständig unterwürfige Onkel Waldemar gegen seine Frau auflehnte. Bis zum turbulent kriminellen Finale blieb die Aufführung ein großer Spaß. Das sahen auch die meisten Zuschauer so, von denen einige im Anschluss an das erstmals von Martina Baumert inszenierte Schauspiel teils noch lange auf der Premierenfeier blieben.

Nach weiteren Aufführungen am Wochenende wird das Stück noch fünfmal zu sehen sein – alle Vorstellungen sind aber bereits ausverkauft. ▪ ds

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