Gemischte Gefühle bei der CDU-Jahresversammlung

Bönen-Partei zweifelt kein bisschen am Führungstrio - aber ob der Laschet Kanzler kann?

Die junge Troika und ihr „Beistand“: Kreis-Vize Friedhelm Schroeter (links) und JU-Chef Marcal Zilian (rechts) gratulierten dem Vorsitzenden Torsten Goetz (Mitte) und seinen Stellvertretern Tilman Rademacher und Helge Meiritz (2.von rechts)
+
Die junge Troika und ihr „Beistand“: Kreis-Vize Friedhelm Schroeter (links) und JU-Chef Marcal Zilian (rechts) gratulierten dem Vorsitzenden Torsten Goetz (Mitte) und seinen Stellvertretern Tilman Rademacher und Helge Meiritz (2.von rechts)

Ob der Bundesvorsitzende und Kanzlerkandidat beim Blick auf diese Wahl neidvoll seufzen würde?

Bönen – Es läuft bei der Bönen-Partei, wie die CDU in Regie der neuen jungen Spitze in der Gemeinde firmiert. Das fanden auch die 19 überwiegend ergrauten Parteifreunde, die am Freitagabend den Wandel eindrucksvoll bestätigten: 100 Prozent Zustimmung für Torsten Goetz und seine Mitstreiter Helge Meiritz und Tilman Rademacher.

Bei ungeteiltem Zuspruch blieb es auch bei der Besetzung der übrigen Ämter. Davon kann bei Armin Laschet in der Union bekanntlich keine Rede sein. Auch nicht an der Parteibasis, die sich im Saal der Gaststätte Denninghaus zu ersten Mal seit Beginn der Corona-Beschränkungen versammelt hatte und zugleich die JHV des Vorjahres nachholte.

Voller Einsatz für Laschet gefordert

Der hiesige Bundestagskandidat Hubert Hüppe lächelte hier nur vom Plakat im Hintergrund, ließ aber wegen anderer Termine grüßen. Gegenwärtig wurde der erstmals bange Blick der Partei auf die wichtigste aller Wahlen schon im Grußwort von Friedhelm Schroeter, zweiter Mann im Kreisverband Unna. Er berichtete, wie er am Parteistand in Lünen drei Ehepaare aus der Stammwählerschaft dafür gewonnen habe, bloß bei der Stange zu bleiben, „weil sie sonst aus Verzweifelung FDP wählen würden.“ Sechs Stimmen, immerhin, so lautet die Diktion. „Versuchen Sie bitte auch, die Bönener zu aktivieren.“

„So kann man nicht Kanzler werden“

Doris Cyplik und Friedhelm Lethaus sind zwei in den Reihen der Altgedienten, die den Zweifel nachfühlen können. „Es geht nicht nur darum, ob Laschet die falschen Schuhe anhat“, erwiderte die Ortsvorsteherin von Nordbögge im Plausch zwischen den Wahlgängen. Zuvor hatte Schroeter so den Blick der Medien auf den Kandidaten für das Stimmungstief verantwortlich gemacht. „Wenn man sich für solch ein Amt bewirbt, muss man wissen, wo die Fettnäpfchen stehen.“ Lethaus nickt: „So kann man nicht Kanzler werden.“

Und was die Medien anbelangt, da hat Cyplik noch etwas anzumerken: „Annalena Baerbock wird es doch richtig schwer gemacht. Ich bin ja nicht ihrer Meinung. Aber die wird hart angegangen, nur weil die eine Frau ist.“

„Es geht zu wenig um die Sache“

Lukas Leyer, einer aus der jungen Riege, mag da so nicht einstimmen. „Armin Laschet greift die Themen der jungen Leute auf“, sagt er. Und er agiere nicht so übel. „Es wird viel über die Person und wenig über die Sache geredet“, ergänzt Marcal Zilian als Gast und Chef der Jungen Union im Kreis Unna.


Ungekannter Aufschwung als Bönen-Partei

Das kann man der Bönen-Partei an diesem Abend nicht vorwerfen. Ja, die Gästen redeten vor der Ortsunion auch über die Person. Über Torsten Goetz nämlich, der als erster für den Aufschwung in Bönen kräftig gelobt wird – aber selbst die Teamleistung betont. Als Troika der Anfangdreißiger habe er mit Meiritz, Rademacher „und eurer Unterstützung“ die CDU zur Bönen-Partei gemacht.

Goetz: Transparenz und Austausch zählen

Und gepunktet, wie Goetz selbstbewusst bilanziert: 32 Prozent bei der Kommunalwahl, das kannte man nicht. Stephan Rotering als parteilosen Bündniskandidaten ein zweites Mal ins Bürgermeisteramt gebracht. „Wir wollen regierende Partei werden, das ist unser Ziel und Anspruch.“ Wegweisend seien „Transparenz und Austausch“, appellierte Goetz an die Parteifreunde, „jetzt weiter mit offenen Augen durch Bönen zu gehen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare